Wien (OTS) – „Von der höchst brutalen Bande aus dem
rechtsextremistischen Milieu
stehen heute neun Personen vor Gericht. Ein besonderer Prozess, denn
diese Angriffe waren Verbrechen an unserer offenen Gesellschaft als
Ganzes“, sagt der Sprecher der Grünen für LGBTIQ+, David Stögmüller,
und erklärt weiter: „Nach fast genau einem Jahr seit dem
Bekanntenwerden dieser unmenschlichen Taten, bei denen homosexuelle
und bisexuelle Männer perfide in Fallen gelockt wurden – von Raub,
schweren Misshandlungen bis hin zu einem versuchten Mord – hat die
Aufarbeitung gerade erst begonnen. Es handelte sich um eine
kriminelle, brutale und rechtsextremistische Gruppe, deren wahres
Ziel der pure Terror gegen homosexuelle und bisexuelle Männer war.“
„Es ist eine neue Stufe des Hasses , der sich gegen homosexuelle
und bisexuelle Männer richtet und aus bloßen Online-Beschimpfungen zu
realen Gefahren für Leib und Leben der queeren Community wurden.
Immer mehr Menschen aus der rechten und rechtsextremen Szene fühlen
sich durch die wachsende Salonfähigkeit von Hass, Homophobie und
Transfeindlichkeit ermutigt, ihre menschenverachtende Vorstellung von
‚Gerechtigkeit‘ selbst in die Tat umzusetzen“, sagt Stögmüller.
„Hass, Hetze und Gewalt muss konsequent auf allen Ebenen bekämpft
werden, daher bleibt unsere Forderung endlich den Nationalen
Aktionsplan (NAP) gegen Hassverbrechen schnellstmöglich dem Parlament
vorzulegen und einen breiten Ansatz im NAP bezüglich LGBTIQ+ zu
berücksichtigen, nur so kann die Community gänzlich geschützt werden.
Außerdem begrüßen wir ausdrücklich, dass der Verfassungsschutzbericht
2025 auf die verstärkt homophobe sowie LGBTIQ+-feindliche Ausprägung
des Rechtsextremismus eingehen wird, wie uns das Innenministerium auf
unsere Anfrage hin versichert hat“, betont Stögmüller.
Der Rechtsextremismussprecher der Grünen, Lukas Hammer, ergänzt:
„Der heutige Prozess zeigt einmal mehr, wie gefährlich rechtsextreme
Netzwerke geworden sind. Es ist entscheidend, dass Polizei und Justiz
hier konsequent vorgehen und diese Strukturen zerschlagen.
Besorgniserregend ist auch das junge Alter der Täter, dessen
unglaublich brutales Vorgehen und die Anbindung an altgediente
neonazistische Strukturen.“
„Der aktuelle Rechtsextremismusbericht warnt eindringlich vor
einer zunehmenden Radikalisierung und Gewaltbereitschaft in der
rechtsextremen Szene sowie vor politischen Überschneidungen mit der
FPÖ. Umso dringlicher ist es, den Nationalen Aktionsplan gegen
Rechtsextremismus rasch und umfassend umzusetzen und bestehende
Gesetze zu vollziehen“, meint Hammer.