SPÖ-Schieder bringt europäische Wohndebatte nach Wien

Wien (OTS) – Bei der heutigen Veranstaltung der Österreichischen
Gesellschaft für
Europapolitik zum Thema “Leistbares Wohnen – Was kann Europa gegen
die Wohnkrise tun?” im Haus der Europäischen Union in Wien, hat SPÖ-
Delegationsleiter und einziges österreichisches Mitglied im
Wohnausschuss, Andreas Schieder, mit Josef Muchitsch,
Bundesvorsitzender, Gewerkschaft Bau-Holz und Isabella Stickler,
Bundesobfrau, ARGE Eigenheim Österreich & stv. Vorsitzende
Österreichischer Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen, über die
Wohnraumkrise in Europa diskutiert. Schieder sagt im Zuge der
Diskussion: “Italien, Kroatien, Spanien: Insbesondere im Süden
Europas ist das Durchschnittsalter junger Menschen, bis sie aus ihrem
Elternhaus ausziehen, inzwischen auf 30 Jahre angestiegen.
Studierende oder Auszubildende können es sich schlichtweg nicht mehr
leisten alleine zu wohnen. Der Wohnraum schrumpft, weil der Mensch
bei der Verteilung des Wohnraums nicht mehr im Fokus steht, sondern
der Profit. Innenstädte füllen sich mit Wohnungen, die jedoch zu 20%
leer stehen, als reine Anlageobjekte angekauft werden, oder für
Kurzzeitvermietungen an Tourist:innen vermietet werden. Aber nicht
nur in den Städten, auch auf dem Land oder auf Inseln in ganz Europa
tun sich ähnliche Probleme auf. Hier müssen die Nationalstaaten mit
maßgeschneiderten Lösungen ansetzen, stoßen bei diesem Vorhaben aber
schnell an europäische Grenzen, wie das Wettbewerbsrecht. Auch der
Finanzierungsbedarf ist hoch und für die meisten Staaten nicht
alleine zu stemmen. Dafür braucht es die Europäischen Union und das
Zusammenspiel mit der nationale Ebene.” ****

Andreas Schieder weiter: “Das Thema leistbarer und verfügbarer
Wohnraum wird nicht durch den Markt geregelt. Es braucht
Investitionen aus Europa – nicht nur für die Ärmsten der Armen,
sondern Förderungen, die bis in die Mittelschicht hineinreichen. Die
Europäische Investitionsbank hat hier bereits vor Jahren den
Grundstein gelegt. Insbesondere im Zusammenhang der Verhandlungen des
Mehrjährigen Finanzrahmens lege ich persönlich ein besonderes
Augenmerk auf das Sichern von Geldern für leistbares Wohnen. Dabei
geht es aber nicht nur um den Neubau von Wohnungen, sondern auch die
Sanierung spielt eine zentrale Rolle – wir wollen alten Wohnraum zu
besserem Wohnraum umgestalten. Hier gilt es auch Flächen wie
ehemalige Industriegebiete, besser zu nutzen. Aber auch bei den
Regulierungen braucht es einen europäischen Ansatz, um endlich mehr
Sicherheit zu schaffen und für unbefristete Wohnverhältnisse zu
kämpfen. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass Menschen in prekären
Verhältnissen nicht in die Wohnungslosigkeit abrutschen – Menschen in
ihren Wohnungen zu halten, statt rückwirkend Krisenmanagement zu
betreiben ist auch ökonomisch nur sinnvoll. ,Housing first‘, muss
daher zu unserem zentralen Leitmotto werden ” (Schluss) ff