Samariterbund: Ohne Pflegekräfte keine Pflege

Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden
macht der
Samariterbund auf die angespannte Personalsituation im Pflegebereich
aufmerksam. Der zentrale Punkt ist klar: Ohne ausreichend Pflege- und
Betreuungskräfte kann die Versorgung der Menschen langfristig nicht
gesichert werden.

„Pflege steht und fällt mit den Mitarbeiter:innen. Wenn es nicht
gelingt, Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen und langfristig im
Beruf zu halten, gerät das gesamte System weiter unter Druck“, warnt
Andreas Balog, Geschäftsführer des Samariterbundes.

Der Fachkräftemangel sei längst Realität. Offene Stellen könnten
vielerorts nur schwer nachbesetzt werden. Umso wichtiger seien
Arbeitsbedingungen, die Pflegekräfte entlasten und ihnen Perspektiven
bieten. Die demografischen Prognosen unterstreichen den dringenden
Handlungsbedarf: Bis 2050 wird die Zahl der Pflegegeldbezieher:innen
in Österreich um rund 57 Prozent auf über 730.000 steigen.
Gleichzeitig wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften
massiv.

Zwtl.: Vereinbarkeit entscheidet über die Zukunft der Pflege

Der Samariterbund setzt deshalb gezielt auf Maßnahmen, die die
Vereinbarkeit von Beruf, Familie und persönlicher Gesundheit stärken.
Flexible Arbeitszeitmodelle, individuell abgestimmte Dienstzeiten und
die Berücksichtigung von wunschfreien Tagen sollen Mitarbeiter:innen
jene Flexibilität ermöglichen, die sie im Alltag dringend brauchen.

Für dieses Engagement wurde der Samariterbund mit dem staatlichen
Gütezeichen „berufundfamilie“ ausgezeichnet. „Viele Pflegekräfte
verlassen den Beruf nicht, weil ihnen die Arbeit mit Menschen keine
Freude mehr macht, sondern weil sich Beruf und Privatleben oft nicht
wunschgemäß vereinbaren lassen“, so Balog.

Zwtl.: Pflegekräfte brauchen Entlastung und ein gutes Arbeitsumfeld

Der Samariterbund investiert neben familienfreundlichen
Arbeitsmodellen gezielt in die Gesundheit und Zufriedenheit seiner
Mitarbeiter:innen. Fort- und Weiterbildungen, Coaching- und
Supervisionsangebote sowie Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sollen
helfen, Belastungen zu reduzieren und Mitarbeiter:innen langfristig
im Beruf zu halten.

Auch Mitgestaltung und Mitsprache spielen eine zentrale Rolle:
Mitarbeiter:innen werden aktiv in Arbeitsabläufe und
Qualitätsprozesse eingebunden. Für den Samariterbund ist klar, dass
Wertschätzung für Pflege nicht nur aus Worten bestehen darf. Wer
Pflege langfristig sichern will, muss Arbeitsbedingungen schaffen,
unter denen Menschen gesund und nachhaltig arbeiten können und
wollen.

Zwtl.: Reformprozess weiterführen

Mit Maßnahmen der Arbeitgeber allein ist es aber nicht getan. Es
benötigt Planungssicherheit, gezielte Investitionen, den Ausbau
alternativer Wohnformen und eine weitere Attraktivierung des
Pflegeberufs. Der Samariterbund appelliert an die politischen
Entscheidungsträger:innen, den begonnenen Reformprozess gemeinsam mit
den Trägerorganisationen endlich konsequent weiterzuführen und
gezielt zu vertiefen. Denn die Herausforderungen in der Pflege lassen
sich nur im Zusammenspiel von Politik, Praxis und Gesellschaft
nachhaltig bewältigen.

„Pflege ist eine der zentralen Zukunftsfragen unseres Landes.
Wenn Politik, Praxis und Gesellschaft gemeinsam eng zusammenarbeiten,
können wir ein System schaffen, das sowohl für die Mitarbeiter:innen
als auch für die betreuten Menschen nachhaltig gut funktioniert“, so
Balog abschließend.