Wien (OTS) – Unter dem Leitthema „Märkte unter Druck“ diskutierten
über 100
Experten beim 10. ÖVI Maklerdialog am 6. Mai 2026 die aktuellen
Entwicklungen am österreichischen Immobilienmarkt. Die zentrale
Botschaft der Veranstaltung: Nicht die Nachfrage bricht weg – sondern
die Neubauaktivität. „Die Immobilienmärkte ordnen sich nach dem Ende
der Nullzinsphase neu. Während sich die Nachfrage langsam
stabilisiert, sinkt die Bautätigkeit dramatisch. Genau daraus
entsteht das eigentliche Risiko der kommenden Jahre: ein
struktureller Wohnungsmangel“, so der Tenor der Marktanalyse von
Manuel Plachner, ÖVI Vorstand, basierend auf Auswertungen von
immoanalyse/Matthias Grosse.
Zwtl.: Neubaumarkt bricht ein – Nachfrage bleibt bestehen
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Wien: Wurden
2021 noch rund 15.200 Wohnungen fertiggestellt, werden für 2026 nur
noch etwa 8.500 Wohnungen erwartet – ein Rückgang von fast 50
Prozent. Laut Einschätzung des IIBW liegt der Bedarf bei rund 12.000
Wohnungen jährlich. Gleichzeitig bleibt die demografische Nachfrage
hoch: Wien wächst weiterhin stark, ebenso Graz, Linz, Salzburg und
Innsbruck. Noch ist der Markt nicht akut leer, aber die Pipeline
trocknet zunehmend aus.
Zwtl.: Mietmarkt zunehmend unter Druck
Besonders kritisch entwickelt sich laut Analyse der Mietmarkt.
Die Zahl neu inserierter Mietwohnungen ist in Wien seit 2022 um mehr
als die Hälfte zurückgegangen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach
Mietwohnungen weiter an, da Eigentum für viele Haushalte aufgrund des
Zinsniveaus und der Eigenkapitalanforderungen schwer finanzierbar
bleibt. „Der Druck wird sich künftig vor allem am Mietmarkt bemerkbar
machen. Sinkendes Angebot bei wachsender Bevölkerung führt
zwangsläufig zu steigender Konkurrenz um Wohnraum“, wurde beim
Maklerdialog betont.
Zwtl.: Nachfrage nach Eigentum stabilisiert sich
Nach dem starken Rückgang der Transaktionen infolge steigender
Zinsen zeigen aktuelle Zahlen eine Stabilisierung – insbesondere bei
gebrauchten Wohnungen. Der Markt passe sich zunehmend an das neue
Finanzierungsumfeld an.
Die Preisentwicklung zeigt laut den präsentierten Daten ebenfalls
ein differenziertes Bild: Nominal konsolidieren sich die Preise,
inflationsbereinigt kam es jedoch bereits zu deutlichen Korrekturen
der vergangenen Überhitzung.
Zwtl.: Gewerbeimmobilien: Qualität setzt sich durch
Auch der Gewerbeimmobilienmarkt bleibt herausfordernd. Während
hochwertige Büroflächen weiterhin gefragt sind und Spitzenmieten
steigen, geraten sekundäre Standorte zunehmend unter Druck. Steigende
Leerstände und zurückhaltende Finanzierungen prägen das Bild.
Zwtl.: ÖVI Maklerdialog als Branchen-Update
Neben Marktanalysen standen beim diesjährigen ÖVI Maklerdialog
auch rechtliche Neuerungen, steuerliche Entwicklungen sowie
technische Innovationen im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem
Künstliche Intelligenz in der Immobiliensuche, aktuelle Änderungen im
Wohnrecht, Fragen zu Mietverträgen und Wertsicherung sowie
datenschutzrechtliche Rahmenbedingungen für Drohnenaufnahmen in
Immobilieninseraten.
Der ÖVI Maklerdialog gilt als eines der wichtigsten jährlichen
Update-Formate für Maklerunternehmen und deren Mitarbeiter:innen in
Österreich.