St. Pölten (OTS) – An der University of Applied Sciences St. Pölten
wurde heute im
Rahmen einer Pressekonferenz das neue KI-Reallabor von LH-
Stellvertreter Stephan Pernkopf, USTP-Geschäftsführer Johann Haag und
Studiengangsleiterin Professorin Marlies Temper offiziell eröffnet.
Mit diesem Labor entsteht eine neue und zentrale Infrastruktur für
Lehre und Forschung, die insbesondere die Entwicklung und praxisnahe
Erprobung von KI-Methoden unter realitätsnahen Bedingungen ermöglicht
und damit die sichere sowie kontrollierte Erforschung künstlicher
Intelligenz (KI) unterstützt. Möglich wurde dieses Projekt, da das
Land Niederösterreich mit einem eigenen Forschungsschwerpunkt gezielt
auf den Ausbau von KI-Kompetenzen setzt. Das neue KI-Labor an der
USTP spielt dabei eine wesentliche Rolle und wird mit rund 600.000
Euro gefördert, um Innovation und technologischen Fortschritt im
Bundesland nachhaltig voranzutreiben.
„Künstliche Intelligenz ist heute allgegenwärtig. Sie erleichtert
das Leben – etwa durch das Handy, das Navi oder in der Medizin –
birgt aber auch Risiken. Wir können uns nicht aussuchen, ob es
Künstliche Intelligenz gibt oder nicht. Aber wir können uns
aussuchen, wie wir sie anwenden, erforschen und entwickeln“, sagte
Pernkopf. Eine Studie zeige, dass bereits etwa 80 Prozent der
Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher viele Erfahrungen mit
KI gemacht haben. Allerdings würden nur 20 Prozent ihre Kenntnisse
als gut einschätzen. „Deshalb ist es umso wichtiger, Kompetenzen
aufzubauen, Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren,“ so der für
die Wissenschaft zuständige LH-Stellvertreter. KI müsse dem Menschen
dienen und verantwortungsvoll eingesetzt werden, so Pernkopf. „Wir
als Bundesland Niederösterreich investieren 6,35 Millionen Euro in
einen umfassenden KI-Forschungsschwerpunkt. Dazu zählen über 20
Studiengänge mit KI-Bezug, zwei Stiftungsprofessuren zu den Themen
Gesundheit und Landwirtschaft sowie neue Forschungsförderungen“,
sprach er einen weiteren Aspekt an. Das Herzstück bilde das KI-Labor
in St. Pölten mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro.
Der Schwerpunkt reiche hier von der Grundlagenforschung über die
Entwicklung bis hin zur Anwendung in realen Szenarien. Genau darin
liege auch das große Potenzial dieses Labors: Die USA und andere
Länder seien beim Thema KI nicht deshalb führend, weil sie mehr
wissen, sondern weil sie ihr Wissen schneller in die Praxis umsetzen.
Genau das solle auch hier gelingen – der Weg vom theoretischen Wissen
hin zu praktischem Nutzen müsse zukünftig schneller gelingen, so
Pernkopf. Das neue Labor bezeichnete er als ein einzigartiges
„Schaufenster“ für die Möglichkeiten und Risken, die die KI biete und
als „Motor für Innovation und Ausbildung in Niederösterreich.“
USTP-Geschäftsführer Professor Johann Haag meinte: „Wir haben mit
Unterstützung des Landes Niederösterreich mit dem neuen KI-Reallabor
eine wesentliche Infrastruktur geschaffen. Derzeit laufen an der USTP
154 Projekte, davon 25 mit einem Bezug zu KI oder maschinellem
Lernen. Die Einnahmen aus diesen Projekten mit KI-Bezug belaufen sich
auf knapp über 7,5 Millionen Euro. Mehr als 60 Forscherinnen und
Forscher arbeiten derzeit an KI-Projekten.“ Die USTP baue zudem eine
groß angelegte Rechen- und Speicherinfrastruktur auf, die ebenfalls
vom Land Niederösterreich finanziert werde, so Haag.
Professorin Marlies Temper, Leiterin der Studiengänge Data
Intelligence (MA) und Data Science and Artificial Intelligence (BA)
an der USTP, führte aus: „Durch die Bereitstellung von
Räumlichkeiten, Services und Infrastruktur ermöglicht diese neue
Einrichtung eine schnelle und effiziente Entwicklung von KI-
Anwendungen sowie die Durchführung umfassender Tests – auch gemeinsam
mit Bürgerinnen und Bürgern ohne umfassende IT-Kenntnisse.“ Mit dem
KI-Reallabor werde die USTP in die Lage versetzt, Forschung,
Entwicklung und Lehre im Bereich der künstlichen Intelligenz
nachhaltig zu stärken und KI-Innovationen in Niederösterreich
voranzutreiben. Das neue KI-Reallabor sei zudem ein offener Ort für
Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft, um KI erlebbar und
angreifbar zu machen, so Temper. Die Qualität der Forschung spiegelt
sich auch in Auszeichnungen und Preisen wider: So erhielten
Forscherinnen und Forscher der USTP für Arbeiten im Bereich KI unter
anderem den Wissenschaftspreis des Landes Niederösterreich 2025, den
Preis „Digitaler Humanismus in der Praxis“ 2026 sowie in früheren
Jahren den NÖ Innovationpreis und den eAward.
Weitere Informationen: DI Jürgen Maier, Pressesprecher LH-
Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf, Telefon +43 2742 9005 – 12704,
Mobiltelefon +43 676 812 15283, E-Mail [email protected] ,
bzw. Fachhochschule St. Pölten, Mag. Mark Hammer, Telefon +43 (0)
2742 313 228 – 269, Handy +43 (0) 676 847 228 269, E-Mail mark.hammer
@ustp.at , www.ustp.at