Wien (OTS) – Die geplante Erhöhung der Steuer auf Spirituosen um 30
Prozent stößt
in der Tourismusbranche auf scharfe Kritik. Gastronomie und
Hotellerie warnen vor zusätzlichen Belastungen in einer
wirtschaftlich ohnehin angespannten Situation und sehen die
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich gefährdet. „Regionale
Getränke und österreichische Genusskultur sind ein wesentlicher Teil
unseres touristischen Angebots. Zusätzliche steuerliche Belastungen
schaden dem Tourismusstandort nachhaltig, verschärfen den
Wettbewerbsdruck gegenüber unseren Nachbarländern und befeuern die
Inflation – treffen also letztlich Betriebe wie Gäste gleichermaßen“,
fasst Susanne Kraus-Winkler, Bundesspartenobfrau der Tourismus und
Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zusammen.
Gastronomiesprecher Rainer: Keine Zusätzlichen Belastungen für
unsere Betriebe in der aktuellen wirtschaftlich schwierigen Lage
„Die Gastronomie steht unter massivem wirtschaftlichem und
strukturellem Druck, denn die Aufwendungen für Energie, Mitarbeitende
und Wareneinsatz sind in den letzten Jahren dauerhaft und
überproportional gestiegen, während das operative Ergebnis und die
Gästefrequenz unter dem Vor-Pandemie-Niveau verharren. Besonders
angespannt ist die Lage in der Nachtgastronomie. Dass nun
insbesondere dieser Gastronomiezweig mit Steuererhöhungen weiter
belastet werden soll, ist vollkommen unverständlich und entschieden
abzulehnen“, erklärt Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes
Gastronomie.
„Die Hotellerie ist in einer ähnlichen Lage. Fast 90% der
Betriebe können die massiven Kostensteigerungen nicht oder nur
teilweise über die Preise weitergeben. Während die Auslastung als gut
bezeichnet werden kann, stagnieren die Betriebsergebnisse auf
niedrigem Niveau. Gleichzeitig beobachten wir eine steigende
Preissensibilität und parallel eine Zurückhaltung im Konsumverhalten
bei den Gästen. Eine zusätzliche Besteuerung unseres gastronomischen
Angebots würde den Druck auf die Betriebe weiter erhöhen“, erteilt
Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie, der geplanten
Steuererhöhung eine klare Absage.
Tourismus ist Teil der regionalen Wertschöpfung
Regionale Spezialitäten und gastronomische Angebote sind ein
wichtiger Teil der österreichischen Tourismusidentität. Eine Anhebung
der Steuer auf Spirituosen um 30 Prozent trifft daher nicht nur
einzelne Produzenten, sondern die gesamte touristische
Wertschöpfungskette und jedes Unternehmen, welches alkoholische
Getränke anbietet. „Der Tourismus lebt von Qualität, Gastfreundschaft
und regionaler Vielfalt. Zusätzliche steuerliche Belastungen
schwächen genau jene Betriebe, die wesentlich zur regionalen
Beschäftigung und Wertschöpfung beitragen“, betont Kraus-Winkler
weiter.
Begrenzter Budgeteffekt – spürbare Auswirkungen für Betriebe
Aus Sicht der Branche steht der erwartete Budgeteffekt in keinem
Verhältnis zu den negativen Folgen für Unternehmen, Beschäftigung und
Wettbewerbsfähigkeit. Erfahrungen zeigen zudem, dass höhere
Verbrauchssteuern nur begrenzte Mehreinnahmen bringen, gleichzeitig
aber Konsumrückgänge und Ausweichreaktionen verstärken, etwa in den
privaten Bereich oder durch Einkäufe im benachbarten Ausland. „Gerade
in fordernden und schwierigen Zeiten braucht der Standort Entlastung,
Investitionsanreize, weniger Bürokratie und mehr Geschwindigkeit bei
Behördenprozessen – aber keine zusätzlichen Belastungen, die unsere
Tourismus- und Freizeitbetriebe weiter unter Druck setzen“, so Kraus-
Winkler abschließend. (PWK220/ES)