Wien (OTS) – Der Handelsverband weist die jüngsten Vorwürfe von
foodwatch zur
Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel und zur
Marktkonzentration bei Eigenmarken im Lebensmittelhandel entschieden
zurück. Die Behauptung, der Lebensmittelhandel würde von der
Steuerentlastung profitieren oder Konsumentinnen und Konsumenten
nicht vollständig entlasten, entbehrt jeder sachlichen Grundlage.
„Die Aussagen von foodwatch sind offenkundig ideologisch
motiviert und halten einem Faktencheck nicht stand. Der
österreichische Lebensmittelhandel wird die Mehrwertsteuersenkung auf
Grundnahrungsmittel zu 100 Prozent an die Kundinnen und Kunden
weitergeben . Alles andere wäre auch wirtschaftlich völlig unlogisch,
denn im intensiven Wettbewerb kann sich kein Unternehmen künstliche
Preisaufschläge leisten“, erklärt Rainer Will , Geschäftsführer des
freien, überparteilichen Handelsverbands.
Der heimische Lebensmittelhandel hat sich seit Monaten auf die
MwSt-Umsetzung vorbereitet und rund sechs Millionen Euro in die
Umstellung von Warenwirtschafts- und Kassensystemen investiert. Die
gesetzlichen Vorgaben werden ab 1. Juli eins zu eins umgesetzt.
Zwtl.: Lebensmittelpreise deutlich schwächer gestiegen als allgemeine
Inflation
Besonders unverständlich ist aus Sicht des Handelsverbands der
Versuch von foodwatch, die Preisentwicklung im Lebensmittelhandel
verzerrt darzustellen. Laut Statistik Austria lag die Teuerung bei
Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken in Österreich im
Gesamtjahr 2024 mit +2,6% deutlich unter der allgemeinen Inflation
von +2,9%. 2025 lag die Gesamtinflation bei +3,6%, die Teuerung bei
Nahrungsmitteln bei +2,9%. Der heimische Lebensmittelhandel hat also
in beiden Jahren inflationsdämpfend gewirkt.
„Wer behauptet, der Lebensmittelhandel sei ein Preistreiber,
ignoriert die Fakten . Die Preise für Lebensmittel sind in den
vergangenen Jahren weit weniger stark gestiegen als die allgemeine
Inflation. Die Preise der billigsten Lebensmittel sind von März 2025
bis März 2026 laut AK Preismonitor sogar um 5,5% gesunken .
Gleichzeitig ist der Wettbewerb im österreichischen
Lebensmittelhandel einer der intensivsten Europas . Wir haben
unzählige Aktionen und Rabatte sowie hochwertige Eigenmarken , die
den Konsumentinnen und Konsumenten günstige Einkaufsalternativen
bieten“ , bestätigt Will .
Eigenmarken stärken den Wettbewerb und bieten Millionen
Haushalten hochwertige Lebensmittel zu besonders attraktiven Preisen.
Gerade in Zeiten hoher Inflation sind sie für viele Familien ein
wichtiger Beitrag zur Entlastung des Haushaltsbudgets .
Auch die aktuellen Analysen des WIFO zeigen, dass die
Lebensmittelpreise in Österreich in den letzten Jahren deutlich
weniger stark gestiegen sind als im europäischen Schnitt.
Fakt ist: Der heimische Lebensmittelhandel verzeichnet seit
Jahren reale Umsatzrückgänge bzw. nur geringe Zuwächse (real -3,2% in
2022; -1% in 2023; +1,7% in 2024) bei einer sehr geringen
tatsächlichen Rentabilität von durchschnittlich lediglich 0,5% bis
2,5% des Umsatzes hin. Bei globalen Nahrungsmittelproduzenten ist die
Rentabilität häufig rund 10x höher.
Zwtl.: BWB-Bericht belegt: Steuerentlastung kommt vollständig bei den
Konsumenten an
Der Handelsverband verweist zudem auf den jüngsten Bericht der
Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zur Mehrwertsteuersenkung bei
Damenhygieneprodukten . Die Behörde kam dabei zum eindeutigen
Ergebnis, dass die Steuersenkung vollständig an die Konsumentinnen
und Konsumenten weitergegeben wurde.
Die Bundeswettbewerbsbehörde hat erst kürzlich schwarz auf weiß
bestätigt, dass der Handel die Mehrwertsteuersenkung bei
Damenhygieneprodukten vollständig weitergegeben hat. Warum sollte
ausgerechnet bei Grundnahrungsmitteln etwas anderes gelten? Die
Vorwürfe von foodwatch widersprechen damit sogar den Feststellungen
jener Behörde, die den Wettbewerb in Österreich überwacht.
Der österreichische Lebensmittelhandel sichert mit 9.400
Verkaufsstandorten die wohnortnahe Versorgung der rund 9,2 Millionen
Menschen, die in Österreich leben – von den Ballungszentren bis ins
letzte Alpental. Außerdem stützt er mit 140.000 Arbeitsplätzen und
31,5 Milliarden Euro Umsatz den Wirtschaftsstandort.
„ Pauschale Schuldzuweisungen helfen niemandem, weder den
Konsumentinnen und Konsumenten noch den heimischen Bäuerinnen und
Bauern, noch den Handelsunternehmen. Wer leistbare und hochwertige
Lebensmitte l sichern will, sollte den intensiven Wettbewerb im
österreichischen Handel anerkennen, statt ihn mit pauschalen
Vorwürfen schlechtzureden“ , so Handelssprecher Rainer Will .