Disoski/Grüne: „Schusswaffen endlich als Risikofaktor bei Gewalt gegen Frauen anerkennen“

Wien (OTS) – „Wieder zwei tote Frauen. Wieder wurden sie erschossen.
Einmal mehr
zeigt sich, wie tödlich Schusswaffen im privaten Umfeld sind – und
dass Schusswaffen in Privatbesitz nichts verloren haben“, sagt die
Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski in Reaktion auf die gestern
bekannt gewordenen Femizide.

„In Österreich wird mittlerweile jeder vierte Femizid mit einer
Schusswaffe verübt – Tendenz steigend. Dennoch kommen Begriffe wie
,Waffe‘, ,Schusswaffe‘ oder ,Schusswaffengewalt‘ im Nationalen
Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen überhaupt
nicht vor. Damit klafft in einem zentralen Gewaltschutzinstrument der
Bundesregierung eine fahrlässige und gefährliche Lücke“, kritisiert
Disoski.

„Wer Frauen wirksam schützen will, darf die gefährliche Rolle von
Schusswaffen bei Femiziden nicht länger ignorieren. Schusswaffen
erhöhen insbesondere im privaten Umfeld das Risiko tödlicher Gewalt
massiv. Der Nationale Aktionsplan muss Schusswaffen deshalb endlich
als Risikofaktor anerkennen und konkrete Maßnahmen gegen
Schusswaffengewalt ausdrücklich verankern“, fordert Disoski. Die
Grüne Frauensprecherin hat dazu einen Antrag im Nationalrat
eingebracht, der im nächsten Gleichbehandlungsausschuss behandelt
wird.

Im Rahmen der heutigen Fragestunde im Nationalrat fragte Disoski
Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner zudem direkt, bis wann die
Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan entsprechend nachbessern
werde. „Leider blieb die Ministerin auf diese zentrale Frage eine
konkrete Antwort schuldig“, sagt Disoski und abschließend: „Gerade
angesichts der jüngsten Femizide ist entschlossenes Handeln dringend
notwendig.“