Wien (OTS) – Anlässlich ihres 25. Jubiläums rief die B&C
Privatstiftung den
Textwettbewerb „Zukunft schreiben“ aus. Junge Menschen zwischen 20
und 25 Jahren waren eingeladen, ihre Visionen für die Zukunft der
österreichischen Wirtschaft zu präsentieren. Insgesamt wurden über
170 Essays eingereicht. Bei der feierlichen Preisverleihung am 7. Mai
2026 prämierte die Stiftung die fünf besten Texte und übergab je
5.000 Euro an Hannah Maria Clemens, Nikola Marie Hochedlinger, das
Duo Matthias Kargl und Anna Pichler, Manuel Peer und Lena Wagner.
Die Anzahl und die Qualität der Einreichungen übertrafen die
Erwartungen der Jury, weshalb die B&C Privatstiftung den Kreis der
Auszeichnungen erweiterte und zusätzlich 15 „Besondere Anerkennungen“
mit jeweils 500 Euro Preisgeld vergab.
Wolfgang Hofer, Mitglied des Stiftungsvorstandes der B&C
Privatstiftung, betont: „ Wirtschaft ist immer im Wandel. Darum
braucht jede neue Generation visionäre Persönlichkeiten, die diesen
Wandel gestalten und den Standort Österreich in neue Zeiten führen.
Angesichts tiefgreifender Transformationen, von Technologie über
Ökologie bis hin zu globalen Machtverhältnissen, sind frische
Visionen wichtiger denn je. Als Stiftung mit dem klaren Ziel,
österreichisches Unternehmertum zu fördern, haben wir uns daher an
junge Menschen gewandt, die diesen Wandel gestalten werden und am
meisten davon betroffen sind. Die Einreichungen zeigen ein klares
Verständnis für aktuelle Herausforderungen, immense Kreativität bei
den Lösungswegen und vor allem den starken Willen, die Zukunft selbst
in die Hand zu nehmen! “
Die Auswahl der Gewinnertexte erfolgte durch eine unabhängige
Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen
Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung: Florian Frauscher (
Sektionschef BMAW), Alexander Huber (Generalsekretär BMB), Fabian
Kasztler (Geschäftsführer Junge Industrie Wien), Christine Mayrhuber
(stellvertretende Direktorin WIFO), Rupert Sausgruber (Rektor
Wirtschaftsuniversität Wien), Christa Schlager (Leiterin Abteilung
Wirtschaftspolitik AK Wien), Hannah Wundsam (Managing Director
AustrianStartups) sowie Norbert Zimmermann (Vorstandsvorsitzender
Berndorf Privatstiftung).
Donia Lasinger, Leiterin Förderwesen und Kommunikation, sagte zum
Ergebnis des Wettbewerbs: „ Wir hatten auf 50, vielleicht 60
Einreichungen gehofft. Die über 170 Essays übertreffen alle unsere
Erwartungen, auch in ihrer Qualität. Die jungen Autorinnen und
Autoren analysieren die Wirtschaftslage, priorisieren
Herausforderungen und präsentieren konkrete Lösungsvorschläge. Darum
wäre es unzulänglich gewesen, nur fünf der Visionen zu würdigen. Es
war mir eine Freude und eine Ehre, diesen Wettbewerb umsetzen zu
dürfen, und ich gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern ganz
herzlich. Sie zeigen, dass die nächste Generation bereit ist,
Österreich zu gestalten. “
Zwtl.: Die fünf Siegerinnen und Sieger
Hannah Maria Clemens
Titel: Die wirtschaftliche Zukunft Österreichs
Hannah Maria Clemens beginnt ihre Analyse mit den Stärken des
österreichischen Standorts: der hohe Lebensstandard, die gut
ausgebaute Infrastruktur und eine Wirtschaft, „die in vielen Nischen
international konkurrenzfähig ist“. Doch eine besonders große
Herausforderung sieht sie im demografischen Wandel und dem damit
einhergehenden Fachkräftemangel. Daher plädiert sie für eine neue
Migrationspolitik, die „Integration als Investition versteht“ –
inklusive schnellerer Anerkennung von Qualifikationen und
beschleunigter Visa-Prozesse in Engpassberufen. Gleichzeitig brauche
es dabei klare Regeln für das interkulturelle Zusammenleben, um den
sozialen Zusammenhalt – für Clemens ein entscheidender Standortfaktor
– zu wahren.
„Die wirtschaftliche Zukunft Österreichs entscheidet sich nicht
an einem einzigen Reformpaket, sondern an der Fähigkeit, komplexe
Themen zusammenzudenken.“
Nikola Marie Hochedlinger
Titel: Vom Nobelpreis zur Wirtschaft: Quantenphysik als Chance
für Österreich
Nikola Marie Hochedlinger sieht für Österreich ein erhebliches,
bislang ungenutztes Potenzial im Bereich der Quantenphysik, das durch
wissenschaftliche Spitzenleistungen wie den Nobelpreis von Anton
Zeilinger international sichtbar geworden ist. Sie argumentiert, dass
insbesondere durch die Verbindung von Quantenforschung, Start-up-
Förderung und Künstlicher Intelligenz (KI) neue Märkte erschlossen,
die Wirtschaft diversifiziert und ein wettbewerbsfähiger High-Tech-
Sektor aufgebaut werden kann.
„Die moderne Welt braucht die KI und wird in naher Zukunft nicht
mehr ohne sie auskommen. Deshalb sind Investitionen in die
Kombination von Quantentechnologien und der KI besonders
zukunftsträchtig.“
Anna Pichler und Matthias Kargl
Titel: Öddysee
Anna Pichler und Matthias Kargl zeichnen das Bild von Österreich
auf einer „Öddysee“ – einer „Fahrt“ durch geopolitische,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Unsicherheiten. In ihren Augen
verfügt das Land zwar über starke Grundlagen, ist jedoch träge („gut
gebaut, aber schwer beladen“) und verliert laufend durch
Demografieprobleme und Reformstau an internationaler
Wettbewerbsfähigkeit. Um gegenzulenken, sprechen sie sich für
„schöpferische Zerstörung“ nach Joseph Schumpeter aus: Wachstum durch
mehr Wettbewerb, bei dem Althergebrachtes über Bord geworfen wird.
Österreich brauche mehr Risiko- und Reformbereitschaft, um sich wie
Odysseus erfolgreich auf offener See in einer sich wandelnden Welt zu
behaupten.
„Unsere Odyssee endet nicht, wenn wir anlegen. Sie endet, wenn O
̈sterreich gelernt hat, sich auf offener See zu behaupten. Wenn wir
Kurs halten, obwohl der Wind dreht. Wenn wir schneller bauen als wir
diskutieren. Der Weg dorthin macht uns stärker, und ein erzwungener
Aufbruch kann zur Chance für Wachstum werden.“
Manuel Peer
Titel: Symbiose aus Tradition und Technologie: Eine Vision für
den Wirtschaftsstandort Österreich
Manuel Peer betont, dass Österreich zwar über eine starke
wirtschaftliche Basis und hohe Lebensqualität verfügt, sich jedoch
durch Risikoaversion, Bürokratie und mangelnde
Innovationsbereitschaft selbst ausbremst. Er entwirft unter anderem
die Vision von Österreich als „Green Innovation Hub“, einem globalen
Zentrum für nachhaltige Technologien, wissensbasierte Wirtschaft und
digitalen Humanismus. Abschließend betont Peer, dass nur Mut zu
Veränderung den langfristigen Wohlstand sichern kann.
„Das System ändert sich nicht von selbst. Es ist ein Spiegel
unseres Denkens. Solange wir Sicherheit höher bewerten als Chance,
werden wir stagnieren.“
Lena Wagner
Titel: Wofür wir wirklich stehen. Ein Essay über den Willen zum
Wandel
Lena Wagner analysiert, dass Österreich zwischen Stabilität und
Innovationsstau gefangen ist und dass vor allem eine ausgeprägte
„Skepsis gegenüber dem Neuen“ den notwendigen Wandel hemmt. Sie
entwickelt daraufhin die Vision eines zukunftsfähigen
Wirtschaftsstandorts. Unter anderem schlägt sie vor, dass
Schülerinnen und Schüler einen Tag pro Woche an echten
Betriebsprojekten arbeiten, neue steuerliche Anreize für
Unternehmensbeteiligungen von Beschäftigten entwickelt werden und die
Digitalisierung das Gesundheitssystem entlastet. Insgesamt ermutigt
sie Österreich zu mehr Risikobereitschaft, aber auch zu mehr
Vertrauen und Zusammenarbeit.
„Vertrauen senkt Transaktionskosten. Mut schafft neue Märkte.
Offenheit lockt Talente. Unsere Ideen, unser Wissen und unser Wille
sind das Fundament, auf dem das Jahr 2050 steht. Investieren wir in
junge Ideen nicht aus Nächstenliebe. Investieren wir, weil wir den
Wandel nicht als Bedrohung sehen, sondern als Werkzeug.“
Zwtl.: 15 „Besondere Anerkennungen“
Natalie Bertl | Es ist 6 nach 8 in der Bildungspolitik:
Allokationsprozesse im Bildungssystem und ihre volkswirtschaftlichen
Folgen
Die Autorin beschreibt eine Berufsorientierungssituation in einer
Mittelschule in Wien um 8:06 Uhr und nutzt sie als Ausgangspunkt für
eine grundlegende Kritik am österreichischen Bildungssystem, für das
sie unter anderem ein systematisch verankertes Orientierungssemester
mit realen Betriebserfahrungen sowie eine stärkere Einbindung von
Fachkräften aus nicht-akademischen Berufen fordert.
Anna Birglechner | Für welche Zukunft soll ich unterrichten?
Birglechner fordert stabile Lebensbedingungen für junge Menschen,
mehr Wertschätzung für Fürsorgearbeit und ein Bildungssystem, das
Menschen als Persönlichkeiten stärkt.
Oguzhan Ezim | Fachkräfte behalten statt abwerben
Nur durch effiziente Verwaltung, klare Prozesse und gezielte
Zuwanderung kann Österreich wettbewerbsfähig bleiben und langfristig
stabile Perspektiven bieten, so Ezim.
Paula Filzwieser | Liebe ‚Gen-Z‘!
Paula Filzwieser lobt die Krisenresilienz und Anpassungsfähigkeit der
„Gen Z“ und sieht deren Bildung, wirtschaftliche Kompetenz und
politische Mitbestimmung als zentrale Hebel für die Stärkung des
Standorts.
Rita Fussenegger | Aktivieren statt Verwalten: Wie Österreich
seine wirtschaftliche Zukunft sichern kann
Fussenegger plädiert für eine Wirtschaft, in der Menschen sich
gebraucht fühlen und Verantwortung übernehmen.
Daniel Graf | Einen Schritt zurück – und damit weiter als andere
Graf setzt für seine Vision auf erneuerbare Energien, hochwertige
Landwirtschaft, Bildung und wissensbasierte Wirtschaft als Fundament.
Leopold Hamtil-Sillaber und Tobias Kolar | Österreich 2050 – Vom
Wohlstandsverwalter zum europäischen Visionär
In ihrer Vision für 2050 beschreiben die Autoren Österreich als
Innovations-, Industrie- und Forschungsstandort Europas. Wien soll
Zentrum für Skalierung, Kultur und Technologie werden, Österreich
zugleich finanzielle und logistische „Brücke“ zwischen europäischen
Märkten durch seine besondere Lage im Herzen des Kontinents sein.
Moritz Jeitler | Mutig in die neuen Zeiten. Durchwurschteln adé
Jeitler skizziert einen Staat, der schneller entscheidet, Bürokratie
abbaut und Innovation ermöglicht. Bildung, Arbeitsmarkt und
Familienpolitik wären dabei stärker leistungs- und erwerbsorientiert
gestaltet.
Milan Jovetic | Der „Karlsplatz-Effekt“: Vom falschen Ausgang zur
Standortstrategie 2050
Anhand einer persönlichen Erfahrung am Wiener Karlsplatz zeigt
Jovetic, wie unklare Wege, fehlende Orientierung und ineffiziente
Strukturen Zeit und Energie kosten können. Dieses Prinzip überträgt
Jovetic auf die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs bis 2050, er
plädiert dabei unter anderem für eine klare strategische
Spezialisierung der Industrie.
Karin Kaufmann | Zwischen Croissant und Karriere: Eine Vision für
Österreichs Wirtschaftsstandort
Kaufmann zeichnet das Bild eines Standorts, der Vertrauen schafft,
Unsicherheit reduziert und Menschen befähigt, aktiv an der Zukunft
mitzuwirken.
Paul Kraker und Niklas Kapeller | Dossier: Österreichs Wirtschaft
2025-2050. Lehren aus einer Erfolgsgeschichte
Die beiden Autoren skizzieren ein Österreich im Jahr 2050, das durch
Wandlungsfähigkeit, Pragmatismus und eine konsequente
Industriestrategie ein führender Standort in einem starken Europa
werden konnte.
Emma Lipka | Ressource Mensch – die wichtigste überhaupt
Der Mensch und die unterschiedlichen Bedürfnisse sind für Lipka die
wichtigsten wirtschaftlichen Ressourcen, die durch Bildung
weiterentwickelt werden müssen.
Florian Rivalta | Quantenlabor Österreich – Zwischen
Forschungsruhm und verpassten Chancen für den Wirtschaftsstandort
Rivalta fordert mehr Risikokapital, staatliche Pilotprojekte und mehr
Bewusstsein dafür, dass aus wissenschaftlichem Ruhm auch
wirtschaftliche Stärke entstehen muss.
Iza-bella van der Veen | Das Update für die Alpenrepublik. Warum
wir unsere Sicherheit riskieren müssen, um sie zu behalten
Für 2050 entwirft van der Veen die Vision Österreichs als „Trust
Leader“, der durch Ethik, Rechtssicherheit und Vertrauen im digitalen
Zeitalter Wettbewerbsvorteile schafft.
Patrick Zeitlhofer | Österreich 2050: Eine Zukunft, die wir
gestalten!
Zeitlhofer betont, Österreich könne durch Qualität „Made in Austria“,
klare Ziele und stabile Rahmenbedingungen wieder eine führende Rolle
einnehmen, sofern Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gemeinsam
gedacht werden.
Alle 20 Siegestexte finden Sie hier : www.zukunftschreiben.at
Über die B&C Privatstiftung
Die B&C Privatstiftung ( www.bcprivatstiftung.at ) ist eine
unabhängige Stiftung, die seit dem Jahr 2000 ihren Stiftungszweck der
Förderung des österreichischen Unternehmertums verfolgt. Die
Förderung erfolgt insbesondere durch wertsteigerungsorientierte
Unternehmensbeteiligungen ihrer Holdinggesellschaften, der B&C-Gruppe
( www.bcgruppe.at ). Zu ihren Beteiligungen zählen die
börsennotierten Unternehmen AMAG Austria Metall AG, Frequentis AG,
Gabler Group AG, Lenzing AG, Semperit AG Holding, Steyr Motors AG und
die Zumtobel Group. Darüber hinaus ist die B&C-Gruppe an
außerbörslichen Unternehmen wie der TTTech Computertechnik AG sowie
über die B&C Innovation Investments (BCII, www.innovation-
investments.at ) an ausgewählten IndustrialTech-Scale-ups beteiligt.
Außerdem leistet die B&C Privatstiftung durch Förderungen und
Initiativen wie den Houskapreis ( www.houskapreis.at ), die
Standortforschungsinitiative eXplore! ( www.explore.university ) und
die MEGA Bildungsstiftung ( www.megabildung.at ) wesentliche Beiträge
zur Stärkung des Wirtschafts- und Unternehmensstandortes Österreich.