166% mehr Ortstaxe ab Dezember: So vergrault das Rathaus Gäste

Wien (OTS) – Um welche Summen es bei der Ortstaxen-Debatte geht,
zeigt das
Beispiel eines Hotels mit 100 Betten und durchschnittlichen Preisen.
Es berichtet, dass die Ortstaxe auf Basis der nun vorgeschlagenen 8,5
% und aktuellen Preisen im kommenden Jahr 250.000 Euro ausmachen
würde statt 100.000 Euro heuer. Bei solchen Dimensionen geht es für
mittelständische Betriebe um Sein oder Nichtsein.

Zwtl.: Hotellerie wehrt sich: Können und wollen den Gästen nicht um
Geld nachlaufen

„Der Dezember läuft in Wien gut, daher buchen viele Gäste
frühzeitig und gehen von 3,2% Ortstaxe aus. Alle Gäste – im
vergangenen Dezember waren es 830.000 – darüber zu informieren, dass
die Stadt von ihnen Geld will und das für sie einzutreiben, ist in
der Realität nicht machbar“, warnt Walter Veit, Präsident der
Österreichischen Hotelvereinigung. Die Hotels werden in Bürokratie
untergehen: „Die Stadt gibt ohne Ende Geld aus und schiebt den Hotels
die heiße Kartoffel zu, wenn es sich hinten und vorne nicht ausgeht.
Aufgabe unserer Teams ist, Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu
bieten, sie nicht sie zu verärgern!“

Zwtl.: Grant auf Wien statt Gastfreundschaft?

Es ist etwa komplett unklar, was im Dezember gelten soll. Es gibt
keine Information über die neue „Schlüsselzahl“ zur Berechnung der
Ortstaxe, wer bei bereits abgeschlossenen Verträgen die Kosten
übernimmt oder – noch komplizierter – wenn bereits bezahlt wurde, im
schlimmsten Fall über eine Plattform: „Die großen Buchungsportale
lassen die Hotels anlaufen. Das wird zum Fiasko“, ist Veit entsetzt
über die praxisferne und planlose Geldbeschaffungs-Politik in Wien.

Zwtl.: Urlaubsgrüße vom Exekutor?

Denn was passiert, wenn Gäste nicht nachzahlen wollen? Laut
Wiener Tourismusförderungs-Gesetz haften die Hotels für die
Begleichung der Ortstaxe durch die Gäste: „Wir können den Gästen ja
nicht den Exekutor schicken! Die Kosten, der Aufwand, der
Imageschaden! Die Hotels können die Erhöhung auch nicht selbst
tragen: Bei Tausenden Nächtigungen pro Hotel allein im Dezember sind
das enorme Summen“, verweist Veit darauf, dass Gäste für Hochsaisonen
wie im Advent, die Weihnachtsfeiertage bis ins Neue Jahr in die
Ballsaison hinein und zum Song Contest vielfach Prepaid-Raten wählen:
„Weil die günstiger sind. Wenn die Stadt Wien dann einen Nachschlag
will und die Hotels dafür vorschickt, hebt das die Urlaubsstimmung
nicht.“

Zwtl.: Risiko für Kongress-Standort vermeiden, Ortstaxen-Erhöhung
absagen

Vollkommen außer Acht gelassen wird bei der unbedachten
Geldbeschaffungsaktion, dass die Verträge für Kongresse und größere
Gruppen Jahre im Voraus verhandelt, abgeschlossen und budgetiert
werden – und dass dabei um jeden Euro gefeilscht wird: „Die Stadt
weiß das genau, sie wirbt ja damit“, fehlt Veit das Verständnis
dafür. Für Hotels, die auf dieses zentrale Segment der Wiener
Tourismusstrategie spezialisiert sind, sind die Folgen fatal: Waren
sie in der vermeintlich glücklichen Lage, dank harter Kalkulation und
günstiger Preise, schon jetzt Verträge für 2026 und 2027
abzuschließen, sind die Budgets jetzt das Papier nicht mehr wert, auf
dem sie stehen. Geld nachfordern ist ein enormes Risiko, die
Mehrkosten übernehmen wirtschaftlich nicht tragbar. Fix ist nur der
Reputationsschaden für den Kongress-Standort Wien: „Ich kann nur
raten, das nochmal zu überdenken. Besser einen Fehler zugeben und
einen Rückzieher machen als sehenden Auges ins Unglück rennen“,
fordert Veit die Stadt auf, den Vorschlag zurückzuziehen: „Das ist
besser für Wien.“

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