Wien (OTS) – Die Down-Syndrom-Ambulanz der Klinik Favoriten ist die
einzige
spezialisierte Ambulanz für Kinder und Jugendliche mit Trisomie 21 in
Österreich und begleitet Familien interdisziplinär von der
Schwangerschaft bis ins Erwachsenenalter. Medizin, Psychologie und
Sozialarbeit arbeiten hier eng zusammen, um Betroffene und Angehörige
umfassend zu unterstützen. 2025 hat das Team über 200 Patient*innen
und Familien begleitet. „Für viele Familien ist die Diagnose zunächst
mit Sorgen und Unsicherheit verbunden. Uns ist wichtig, einen
geschützten Raum zu schaffen, in dem Ängste ernst genommen werden und
Familien langfristige und professionelle Unterstützung erfahren“, so
Anna Gur, Psychologin in der Down-Syndrom Ambulanz der Klinik
Favoriten. Das Spektrum der Patient*innen ist ebenso vielfältig wie
ihre Lebensrealitäten – von Neugeborenen über nonverbale Kinder bis
zu Jugendlichen, die ihren Alltag weitgehend eigenständig meistern.
Die steigenden Patient*innenzahlen in der Ambulanz zeigen den
großen Bedarf an spezialisierten Angeboten:
– 2024 wurden 180 Patient*innen in insgesamt 290 Terminen betreut,
darunter neun pränatale Beratungen und 26 Neugeborene.
– 2025 stieg die Zahl bereits auf 201 Patient*innen mit 349 Terminen,
darunter sechs pränatale Beratungen und 19 Neugeborene.
Auch sprachlich ist die Ambulanz breit aufgestellt: Das Team
betreut Familien unter anderem auf Deutsch, Englisch, Französisch,
Arabisch, Rumänisch und Ungarisch. Damit wird sichergestellt, dass
Beratung und Unterstützung möglichst in der jeweiligen Muttersprache
stattfinden können. Ergänzend wird mit Dolmetscher*innen gearbeitet.
Zwtl.: Zusammenarbeit ist der Weg zum Erfolg
Ein besonderes Merkmal der Ambulanz ist der Berufsgruppen-
übergreifende Ansatz: Familien werden beim Ersttermin gleichzeitig
von einer Ärztin, einer Psychologin und einer Sozialarbeiterin
betreut. Dadurch müssen Eltern ihre Geschichte nur einmal erzählen
und das gesamte Team ist von Beginn an umfassend informiert. Das
spart Zeit, reduziert Belastungen und schafft Vertrauen.
Das interdisziplinäre Angebot umfasst:
– medizinische Betreuung, etwa bei organischen Erkrankungen,
Infektionen und Übergewicht,
– psychologische Unterstützung, beispielsweise bei Angstbewältigung
oder in belastenden Familiensituationen,
– sozialarbeiterische Beratung bei Förderansuchen, Schul- oder
Therapieplatzsuche.
„Gerade im Alltag stoßen Familien oft auf organisatorische und
bürokratische Hürden. Wir helfen dabei, passende Förderungen, Schul-
oder Therapieplätze zu finden, damit Eltern entlastet werden und sich
auf das Wesentliche konzentrieren können – ihr Kind“, so Teresa
Scheed, Sozialarbeiterin in der Down-Syndrom Ambulanz.
Zwtl.: Individuelle Betreuung für Kinder und Familien
Besonders wichtig ist dem Team auch der persönliche Zugang. Viele
Familien werden über Jahre hinweg begleitet. Dadurch entsteht eine
vertrauensvolle Beziehung.
Wie wertvoll diese ganzheitliche Betreuung sein kann, zeigt etwa
die Geschichte von Lukas (Name geändert): Der heute achtjährige Bub
kam bereits als Neugeborener in die Ambulanz. Anfangs waren seine
Eltern vor allem mit medizinischen Fragen und Zukunftssorgen
konfrontiert. Die enge Begleitung des Teams empfiehlt Therapien,
reduziert Ängste vor Untersuchungen wie Blutabnahmen und findet
passende Unterstützungsangebote. Heute besucht Lukas eine Schule, in
der er sich wohlfühlt, und seine Familie weiß, dass sie jederzeit auf
ein erfahrenes Netzwerk zurückgreifen kann.
„Menschen mit Trisomie 21 brauchen keine Betreuung nach Schema F.
Jede Patientin und jeder Patient bringt individuelle medizinische und
persönliche Bedürfnisse mit – genau darauf gehen wir als
interdisziplinäres Team gemeinsam ein“, betonen Emese Szent-Iványi
und Samira Lezoul, Ärztinnen in der Down-Syndrom-Ambulanz.
Zusätzliche Informationen zur Down-Syndrom-Ambulanz:
https://klinik-favoriten.gesundheitsverbund.at/leistung/down-syndrom-
ambulanz/
Im Klinikkosmos redet Anna Gur, Psychologin der Down-Syndrom
Ambulanz über ihre Erfahrungen.