FPÖ – Nepp/Zmuegg/Kern: Rekordzahlen täuschen – Wiener Hotellerie unter massivem Druck

Wien (OTS) – Bürgermeister Michael Ludwig spricht regelmäßig von
einem „boomenden
Wien-Tourismus“, der Arbeitsplätze sichere und die Wirtschaft der
Stadt antreibt. Dieses Bild zeichnet jedoch nur einen Teil der
Realität, erklärte Wiens FPÖ-Landesparteiobmann und Stadtrat Dominik
Nepp im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit
Branchenvertretern. „Wenn man der Stadtregierung zuhört, könnte man
glauben, in der Wiener Tourismus- und Hotelbranche sei alles bestens.
In Wahrheit kämpfen viele Betriebe mit massiv gestiegenen Kosten und
enormem wirtschaftlichen Druck ums Überleben.“

Der Wiener Hotelier Mag. Gerald Kern sprach in diesem
Zusammenhang von einem „leisen Sterben“ in der Branche. „Seit fünf
Jahren geht es für viele Betriebe nur noch darum, irgendwie die
nächsten Kosten bezahlen zu können. In Wahrheit werden laufend
Verluste gemacht – unabhängig davon, ob die Häuser gut ausgelastet
sind oder nicht“, erklärte Kern. Besonders problematisch sind die
stark steigenden Lohnnebenkosten sowie neue Belastungen rund um
pauschalierte Trinkgeldregelungen, die sowohl Mitarbeiter als auch
Betriebe zusätzlich treffen würden. „Dazu kommen enorme Provisionen
von internationalen Buchungsplattformen – bis zu 20 oder 25 Prozent
des Umsatzes gehen an Anbieter wie Booking“, so Kern.

Auch Wirtschaftsexperte Mag. Gerald Zmuegg warnte davor, sich
ausschließlich an steigenden Nächtigungszahlen zu orientieren. „Seit
2019 sind die Nächtigungen zwar gestiegen, der klassische
Hotelbereich wächst jedoch deutlich schwächer“, so Zmuegg.
Gleichzeitig stehe die Hotellerie unter massivem Preisdruck, während
Kosten für Personal, Material und Finanzierung stark gestiegen seien.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bereits deutlich sichtbar. „In
einer Vergleichsgruppe von rund 150 Hotels bilanzieren derzeit etwa
70 Prozent auch für 2024 weiterhin negativ“, erklärte Zmuegg. Zudem
verfügt rund ein Drittel der Betriebe über eine Eigenkapitalquote von
unter acht Prozent, was sie besonders krisenanfällig macht.

Für Nepp zeigen diese Zahlen klar, dass zwischen politischer
Darstellung und wirtschaftlicher Realität eine große Lücke besteht.
„Die rot-pinke Stadtregierung feiert Rekordzahlen, während viele
Betriebe in Wahrheit ums wirtschaftliche Überleben kämpfen. Der
Strippenzieher dieser Bundesregierung, Bürgermeister Ludwig, ist
dringend gefordert, sich mit dem Bund ins Einvernehmen zu setzen und
neue Regeln zu definieren. Das bedeutet: das bedeutet: Ortstaxe
abschaffen, Provisionen begrenzen und Lohnnebenkosten senken!“