Wien (OTS) – Die Bedeutung eines differenzierten Schulsystems und die
Notwendigkeit, Bildung an die Herausforderungen der heutigen Zeit
anzupassen, betonte heute, Mittwoch, ÖVP-Bildungssprecher Abg. Nico
Marchetti in der Aktuellen Stunde des Nationalrats. “Bildung wird
immer ein emotionales Thema sein, und es ist auch in Ordnung, dass
jeder seine ideologischen Vorstellungen hat. Wichtig ist, dass wir
uns den Veränderungen der Zeit stellen und neue Technologien sowie
Möglichkeiten in den Schulen aufzeigen”, so Marchetti. Die
Volkspartei stehe aber voll hinter dem differenzierten Schulsystem,
das durch unterschiedliche Disziplinen, Schwerpunkte und Schulformen
geprägt sei. “Die Zustimmung zu diesem System ist in den letzten zehn
Jahren gestiegen, und das Gymnasium – hinter dem wir zu 100 Prozent
stehen – ist eine effiziente und beliebte Schulform. Es hat definitiv
Zukunft und gehört weder geschwächt noch abgeschafft”, unterstrich
Marchetti.
Lehrpläne auf den Prüfstand stellen und Digitalisierung vorantreiben
“Das Regierungsprogramm sieht vor, die Lehrpläne zu reformieren
und Themen wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz stärker zu
integrieren”, weil es wichtig sei. “Es geht aber nicht nur darum, die
Funktionsweise von sozialen Medien und Algorithmen zu verstehen,
sondern auch um eine gute Allgemeinbildung und sprachliche Bildung.
Gerade angesichts der aktuellen Weltlage halte ich diese Aspekte für
wichtiger denn je.”
Integration als Herausforderung im Bildungssystem
Ein zentrales Anliegen sei die Integration, insbesondere in Wien,
wo laut Marchetti die Hälfte der eingeschulten Kinder kein Deutsch
spreche. “Hier müssen wir dringend handeln, denn Sprache ist die
Grundlage für Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.” Auch im
ländlichen Raum sei es wichtig, Schulen als gesellschaftlichen Anker
zu stärken, um Abwanderung zu verhindern und Bildung vor Ort zu
sichern.
Reformen mit Einbindung aller Beteiligten
Marchetti betonte, dass Bildungsreformen nur dann erfolgreich
sein können, wenn sie gemeinsam mit Schülern, Elternvertretern,
Lehrern, Experten und politischen Parteien erarbeitet werden. “Wir
werden die Lehrpläne auf den Prüfstand stellen und verhandeln, was
das Beste ist. Reformen dürfen nicht bloß Veränderungen sein, sondern
müssen echte Verbesserungen bringen”, verwies Marchetti unter anderem
auch auf Unterstützung bei besonderen Herausforderungen wie in der
Sonderpädagogik hervor.
Abschließend kritisierte Marchetti die FPÖ für mangelnde
Verantwortung: “Ich diskutiere lieber mit den NEOS über Lehrpläne,
als mit der FPÖ über den EU-Austritt. Gemeinsam mit allen Beteiligten
werden wir daran arbeiten, dass unsere Schulen den Herausforderungen
der heutigen Zeit gewachsen sind und eine gute Bildung für alle
ermöglichen.“ (Schluss)