Wien (OTS) – Frauen sind in den Führungsetagen österreichischer
börsennotierter
Unternehmen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. 2026 steht kein
einziges Unternehmen im ATX unter weiblicher Führung. Auch im
erweiterten Kreis der im Wiener Börse Index (WBI) gelisteten
Unternehmen findet sich keine Frau als CEO. Und: Peter ist der
häufigste Vorname unter Österreichs Vorstandsmitgliedern. Der heute
präsentierte erste MERIT-Report macht sichtbar, wie langsam sich
gemischte Führung in Österreich entwickelt. Anders gesagt:
Strukturelle Muster wirken stärker als gute Vorsätze.
Ausgangspunkt der Analyse war eine einfache Frage: Wie kann es
sein, dass es im ATX keine Frau als CEO gibt? Die Erwartung,
zumindest im größeren Kreis der börsennotierten Unternehmen weibliche
Vorstandsvorsitzende zu finden, erfüllte sich nicht. Die Auswertung
zeigt: Unter den 55 im WBI enthaltenen österreichischen Unternehmen
steht keine Frau an der Spitze. Darüber hinaus gibt es weiterhin
zahlreiche Unternehmen, in deren Vorstand keine einzige Frau
vertreten ist. Bezeichnend auch ein Detail am Rande: Peter ist der
häufigste Vorname unter Österreichs Vorstandsmitgliedern. „Wir wollen
mit Daten und Diskurs dafür sorgen, dass gemischte Führung schneller
Realität wird. Denn wir können es uns nicht leisten, auf die Hälfte
der Talente zu verzichten“, sagt Ulrike Farnik, Gründerin und
Vorstand von MERIT Austria.
Der Bericht dokumentiert die Geschlechterverteilung in Vorständen
und Aufsichtsräten der 55 im WBI enthaltenen österreichischen
börsennotierten Unternehmen – darunter auch die ATX-Gesellschaften.
Als besonders öffentlichkeitswirksame Unternehmen kommt ihnen eine
Vorbildfunktion für den Wirtschaftsstandort Österreich zu. Mit dem
erstmals veröffentlichten Ranking liegt nun eine belastbare
Ausgangsbasis vor, anhand derer die Entwicklung in den kommenden
Jahren systematisch nachvollzogen werden kann. Der Bericht soll
künftig jährlich erscheinen. „Seit vielen Jahren zeigen seriöse
Studien, dass gemischte Teams in der Wirtschaft auf allen Ebenen
nachweislich erfolgreicher performen. MERIT will mit einer
regelmäßigen Bestandsaufnahme nicht nur Bewusstsein schaffen, sondern
auch gezielt Unternehmen ansprechen. Das unterstütze ich als
Beirätin“, betont Maria Rauch-Kallat, ehemalige Bundesministerin und
Beirätin von MERIT Austria.
Grün, Gelb, Rot: Transparenz auf einen Blick
Für Klarheit sorgt die Einteilung der MERIT-Liste in grüne, gelbe und
rote Bereiche. Sie macht auf einen Blick deutlich, welchen
Unternehmen die Umsetzung gemischter Führung bereits gelingt und wo
noch deutlicher Aufholbedarf besteht. Die Systematik orientiert sich
an der Methodik der AllBright-Stiftung und ermöglicht damit eine
Vergleichbarkeit mit Deutschland und Schweden.
Die Analyse basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen von
Unternehmenswebseiten, Geschäftsberichten und Pressemitteilungen. Im
Rahmen der Qualitätssicherung wurden sämtliche im Bericht erfassten
Unternehmen kontaktiert, um die Richtigkeit der unternehmensbezogenen
Angaben zu überprüfen.
Zwtl.: Meritokratie als Zielbild
MERIT Austria setzt sich für Meritokratie in Führung ein – also
dafür, dass Führungspositionen nach Leistung, Kompetenz und Potenzial
vergeben werden. Ziel sind ausgewogene Führungsteams aus Frauen und
Männern als Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg und
gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit. „Gemischte Führungsteams sind
kein Selbstzweck, sie verbessern Entscheidungen, erhöhen die
Resilienz von Organisationen und machen es wahrscheinlicher, dass die
besten Talente bleiben und wachsen können“, so Jakob Ehrenbrandtner,
Vorstand von MERIT Austria.
Der erste MERIT-Report markiert dafür einen Ausgangspunkt – und legt
zugleich offen, wie groß der Handlungsbedarf weiterhin ist.
Hier geht’s zum Download des Berichts: https://merit-
austria.at/report/
Zwtl.: Über MERIT Austria
MERIT Austria ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der
sich für Vielfalt, Gleichstellung und Chancengleichheit in
Führungspositionen einsetzt, insbesondere für die Stärkung von Frauen
in Vorständen und Aufsichtsräten. Mit einem jährlich erscheinenden
Report zur Geschlechterverteilung schafft der Verein Transparenz und
setzt Impulse für ausgewogene Führung in Österreich.