Wien (OTS) – Psychische Belastungen in der Arbeitswelt nehmen seit
Jahren stark
zu. Steigender Arbeitsdruck, Personalmangel und die zunehmenden
Herausforderungen der Digitalisierung beeinträchtigen die
Beschäftigten besonders. Laut Fehlzeitenreport 2025 sind bereits 11
Prozent aller Krankenstandstage auf psychische Erkrankungen
zurückzuführen. Besonders auffällig ist, dass psychische Erkrankungen
mittlerweile zu den häufigsten Ursachen für Langzeitkrankenstände
zählen.
„Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz sind seit Jahren ein
großes Thema. Umso mehr freut es uns, dass es nun endlich kostenfreie
Kassenplätze für die Behandlung gibt“, sagt Julia Stroj, Expertin im
Referat für Gesundheits- und Sozialversicherungspolitik. „Ich hoffe
auf eine rasche Besetzung dieser Plätze und möchte alle Betroffenen
ermutigen, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen“, so die
Gewerkschafterin.
Arbeitsbezogene psychische Erkrankungen als Berufskrankheit
anerkennen
Gleichzeitig betont die ÖGB-Gesundheitsexpertin, dass weitere
Schritte notwendig sind. „Wir fordern weiterhin die Anerkennung
arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen als Berufskrankheit“, so
Stroj.
„Eine solche Anerkennung würde den Betroffenen bessere
medizinische Versorgung, Unterstützung bei Umschulungen und im
Ernstfall auch eine finanzielle Absicherung, etwa durch eine
monatliche Rente, ermöglichen“, erklärt Stroj abschließend.