LH-Stellvertreter Landbauer: ÖBB-Chaos auf Niederösterreichs Bahnstrecken – Pendler zahlen den Preis für totales Managementversagen

St. Pölten (OTS) – „Was die ÖBB derzeit Niederösterreichs Pendlern
und Schülern zumuten,
ist untragbar. Zugausfälle, Störungen und Fahrzeugmangel sind seit
Wochen täglicher Normalzustand. Das hat mit einem verlässlichen
öffentlichen Verkehr nichts mehr zu tun. So kann es nicht
weitergehen“, übt Niederösterreichs Verkehrslandesrat LH-
Stellvertreter Udo Landbauer scharfe Kritik an der schlechten
Betriebsqualität. „Nerven sparen, Bahn fahren“ war einmal, heute
heißt es einfach nur noch: bitte warten.“

Seit Anfang Jänner erleben tausende Niederösterreicher Tag für
Tag dieselbe Misere: gestrichene Züge, massive Verspätungen,
überfüllte Garnituren und völlige Planlosigkeit im Betrieb. „Wenn auf
den Anzeigetafeln mehr Ausfälle stehen als Abfahrten, dann ist das
kein funktionierender Bahnbetrieb mehr. Es gibt hier offensichtlich
einen totalen Kontrollverlust. Die ÖBB müssen endlich wieder in die
Spur finden. Unsere Pendler brauchen Verlässlichkeit, keine
Durchhalteparolen“, sagt Landbauer.

In den letzten Tagen kam es zu mehr als 100 Zugausfällen pro
Werktag. Besonders betroffen sind Regionalbahnen genauso wie zentrale
Strecken im Land:

Im Traisen- und Gölsental wird ein Schülerzug seit letzter Woche
nur noch mit einem kleinen Triebwagen statt mit vier Wagen geführt.
Schüler müssen auf Schienenersatzverkehrsbusse umsteigen, wenn der
Zug voll ist und der Bus überhaupt kommt. Auch im Piestingtal gibt es
massive Probleme: Beim Schülerzug nach Wiener Neustadt fällt
regelmäßig eine der notwendigen Garnituren aus.

Auf der Nordwestbahn Richtung Retz und Hollabrunn ist die Lage
völlig außer Kontrolle. Statt vier bis sechs Verbindungen gibt es oft
nur noch ein bis zwei Züge in Stundenabständen. Auch auf der Südbahn
spitzt sich die Situation dramatisch zu. Pendler Richtung Wiener
Neustadt oder Payerbach-Reichenau werden regelmäßig hängen gelassen.
Zusätzlich kommt es zu vielen Verspätungen und Störungen.

„Wenn der Zugausfall zur Normalität wird, dann kann man nicht
einfach zur Tagesordnung übergehen. Die Betriebsqualität der ÖBB ist
derzeit schlicht nicht akzeptabel“, hält Landbauer fest. Dabei ist
für den Verkehrslandesrat eines klar: „Meine Kritik richtet sich
ausdrücklich nicht an die Mitarbeiter, die unter diesen Bedingungen
den Betrieb überhaupt noch am Laufen halten. Die Verantwortung liegt
beim ÖBB-Management, das offensichtlich den Draht zum normalen
Fahrgast verloren hat.“

Landbauer fordert daher umgehend konkrete Maßnahmen: „Es braucht
sofort mehr verfügbare Garnituren, stabile Fahrpläne und ein Ende
dieser täglichen Improvisation auf dem Rücken der Pendler. Wer jeden
Tag auf die Bahn angewiesen ist, hat ein Recht darauf, auch
tatsächlich befördert zu werden. Es geht hier nicht um Luxus. Unsere
Landsleute wollen einfach pünktlich und verlässlich ans Ziel kommen.
Das darf nicht zu viel verlangt sein.“