Wien (OTS) – Eine Preis-Allianz der Bundesregierung mit dem
Lebensmitteleinzelhandel für „faire“ Preise stößt auf massive Kritik
aus der Lebensmittelindustrie. Mit diesem Schulterschluss zwischen
Bundesregierung und Handel sollen künftig Preiserhöhungen,
insbesondere bei Grundnahrungsmitteln, verhindert werden. „Ein ,Preis
-Stopp‘ bei Grundnahrungsmitteln wie Milch, Brot, Fleisch, Mehl,
Zucker, Eiern und vieles mehr ist ein Schulterschluss gegen die
heimischen Lebensmittelhersteller und den Produktionsstandort
Österreich“ , erklärt Mag. Katharina Koßdorff , Geschäftsführerin des
Fachverbands der Lebensmittelindustrie, anlässlich der jüngsten
medialen Berichterstattung. „Die Lebensmittelhersteller, ganz
besonders Hersteller von Grundnahrungsmitteln wie Molkereien, Mühlen,
Bäckereien, Fleisch- oder Zuckerhersteller sowie die gesamte
vorgelagerte Wertschöpfungskette – von der Landwirtschaft über die
Verpackung bis zur Logistik – blieben auf steigenden Kosten bei
Energie, Personal, Rohstoffen und Bürokratie sprichwörtlich sitzen.
Das würde unsere Lebensmittelhersteller noch weiter in ihrer
Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Das kann unsere Regierung, die laut
Regierungsprogramm ‚jetzt das Richtige tun‘ will, doch unmöglich
ernsthaft beabsichtigen“ , so Koßdorff.
Zwtl.: Preisdeckel bedroht Qualität und Versorgungssicherheit
Wenn bei Lebensmitteln keine wirtschaftlich notwendigen
Preisanpassungen mehr möglich sind, trifft das direkt alle
österreichischen Produzenten entlang der Agrar- und
Lebensmittelkette. Die Folge: Die Versorgungssicherheit in Österreich
mit Lebensmitteln „Made in Austria“ wäre gefährdet – wie das Beispiel
Ungarn zeigt, wo staatlich gedeckelte Preise zu leeren Regalen
führten.
Auch wäre eine solche Preis-Allianz kartellrechtlich bedenklich
und würde die Position des bereits marktstarken, hochkonzentrierten
heimischen Lebensmitteleinzelhandels gegenüber den österreichischen
Lebensmittelherstellern weiter verstärken. Nur vier Handelsketten in
Österreich decken über 90 Prozent des heimischen Marktes ab.
Zwtl.: Faire Preise für alle ist nur durch Bekämpfung der Ursachen
der Inflation möglich
Die geplante Preis-Allianz „Bundesregierung mit
Lebensmitteleinzelhandel“ zur Verhinderung von notwendigen
Preisanpassungen bei Lebensmitteln, insbesondere bei
Grundnahrungsmitteln, gefährdet die gesamte Agrar- und
Lebensmittelbranche und damit die Versorgung mit heimischen
Lebensmitteln höchster Qualität. Die Lebensmittelindustrie fordert
daher faire Preise für alle in der Wertschöpfungskette. Koßdorff:
„Faire Preise – und zwar für alle – entstehen nur durch die
Bekämpfung der wahren Ursachen der Inflation: hohe Energie-, Personal
– und Bürokratiekosten“.
Zwtl.: Beiträge der Wissensplattform „Österreich isst informiert“
klären über Lebensmittelpreise auf
Wer bestimmt eigentlich den Lebensmittelpreis?
Was kostet ein Lebensmittel in der Herstellung?
Zwtl.: Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich
Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen
Österreichs. Sie garantiert tagtäglich die Versorgung von Millionen
Menschen mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die
rund 200 Unternehmen mit ihren 27.500 direkt Beschäftigten
erwirtschaften jährlich ein Produktionsvolumen von rund 12 Mrd. Euro.
Rund 10 Mrd. Euro davon werden im Export in über 180 Länder
abgesetzt. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch
Information, Beratung und internationale Vernetzung.