Beschämend: SWV kritisiert Wirtschaftsbund – Schwangerschaft ist kein Hindernis für Verantwortung

Wien/Villach (OTS) – Die Vorgangsweise gegenüber Hannah Widnig,
Bezirksobfrau der
Wirtschaftskammer Villach Land, offenbart ein erschütterndes Bild:
Der Wirtschaftsbund hat aus den Gleichstellungsdebatten der letzten
Jahre nichts gelernt. Obwohl Widnig für ihre bevorstehende Karenz
eine professionelle Vertretungslösung erarbeitet hatte, wurde sie
nicht mehr nominiert – mit der realitätsfernen Begründung, eine
werdende Mutter könne keine „volle Einsatzbereitschaft“ zeigen. Diese
Logik ignoriert völlig, dass bei funktionierenden Vertretungsmodellen
die Kontinuität der Arbeit gewährleistet bleibt. Denn während man ihr
die Chance verwehrt, ihre erfolgreiche Arbeit nach der Karenz
fortzuführen, wird ihr Lebensgefährte Raimund Haberl,
Farbengroßhändler aus Villach und Spartenobmann des Handels, nicht
aufgefordert, zwei Jahre zu pausieren. Dieser Unterschied im Umgang
zeigt deutlich: Frauen werden noch immer mit zweierlei Maß gemessen.

Für den Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV) offenbart
dieser Vorgang strukturelles Versagen auf mehreren Ebenen. In Zeiten
akuten Fachkräftemangels auf qualifizierte Frauen zu verzichten, nur
weil sie Mutter werden, ist strategisch unsinnig. Der Wirtschaftsbund
schadet damit nicht nur den betroffenen Frauen, sondern untergräbt
auch seine eigene Zukunftsfähigkeit.

Petra Oberrauner , SWV-Vizepräsidentin Österreich und
Nationalratsabgeordnete, kritisiert scharf:

„Dieses Verhalten ist nichts anderes als offene Diskriminierung.
Eine qualifizierte Frau trotz konstruktiver Lösungsvorschläge
auszuschließen, nur weil sie schwanger ist, entlarvt die
Gleichstellungsrhetorik des Wirtschaftsbundes als hohle Phrase.“

Christoph Matznetter , SWV-Präsident und Abgeordneter zum
Bundesrat, ergänzt:

„Dass einer erfolgreichen Funktionärin im Jahr 2025 die Tür vor
der Nase zugeschlagen wird, weil sie ein Kind bekommt, ist
beschämend. Frauen dürfen nicht länger vor die unmögliche Wahl
zwischen Familie und beruflicher Verantwortung gestellt werden.“

Der SWV stellt unmissverständlich klar: Schwangerschaft darf
niemals zum Karrierehindernis werden. Es braucht endlich moderne und
verbindliche Rahmenbedingungen, die Mutterschutz und
Führungsverantwortung als selbstverständlich vereinbar anerkennen.