Zierfuß: Wiener Bildungssystem an der Kippe – Fast jeder zweite Schüler ohne deutsche Umgangssprache

Wien (OTS) – „Die aktuellen Zahlen des Österreichischen
Integrationsfonds
bestätigen schwarz auf weiß, was wir in Wien seit Jahren beobachten:
Unser Bildungssystem steht an der Kippe. Fast die Hälfte der Wiener
Schülerinnen und Schüler spricht zu Hause nicht Deutsch, und bei den
Erstklässlern an Volksschulen ist mittlerweile fast jedes zweite Kind
außerordentlicher Schüler, weil es nicht genug Deutsch kann, um dem
Unterricht zu folgen. Wer da noch behauptet, alles sei im grünen
Bereich, verschließt bewusst die Augen vor der Realität“, so Harald
Zierfuß, Klubobmann und Bildungssprecher der Wiener Volkspartei.

Besonders besorgniserregend sei der rasante Anstieg bei den
außerordentlichen Schülern. Eine dramatische Entwicklung, auf die die
Wiener Volkspartei seit jeher kritisch hingewiesen hat. „Innerhalb
von zwei Jahren ist der Anteil in Wien von 36 auf fast 45 Prozent bei
den Erstklässlern gestiegen. In Bezirken wie Margareten, Favoriten
oder der Brigittenau sprechen wir sogar von mehr als zwei Dritteln
der Kinder. Das zeigt deutlich: Wien hat bei der Sprachförderung im
Kindergarten vollkommen versagt“, kritisiert Zierfuß.

Die Wiener Volkspartei fordert daher ein klares Maßnahmenpaket.
Dieses sieht vor allem verpflichtende Sprachstandserhebungen für alle
Dreijährigen sowie eine ganztägige Kindergartenpflicht für alle
Kinder mit Deutschförderbedarf vor. Da Deutschförderung im
Kindergarten vor allem alltagsintegriert passiert, brauche es auch
endlich die Einführung eines Stufenplans zur Erhöhung des Fachkraft-
Kind-Schlüssels sowie eine Sprachförderausbildung und ein C1-
Sprachniveau beim gesamten Kindergartenpersonal. Weiters führe auch
kein Weg daran vorbei, in Wien die Kindergartenförderung an die
Qualität der Deutschförderung in den Kindergärten zu koppeln.

„Die SPÖ/Neos-Stadtregierung muss endlich handeln. Wir brauchen
eine klare Integrationspolitik mit Deutsch als Schlüssel zur Bildung
– nicht Ausreden und Schönfärberei. Und vor allem kein stetiges
Abwälzen der Verantwortung, wie es vor allem aktuell seitens Stadtrat
Hacker praktiziert wird.“, so Zierfuß abschließend.