WKÖ-Gastronomie-Obmann Alois Rainer: Inflation an der Wurzel bekämpfen – nicht mit populistischen Symbolmaßnahmen

Wien (OTS) – „Österreich verzeichnet seit Jahren eine Inflationsrate
deutlich über
dem EU-Durchschnitt und liegt im europaweitem Spitzenfeld. Wer diese
Entwicklung ernsthaft bekämpfen will, muss sich dringend mit ihren
Ursachen auseinandersetzen – hohen Energiepreisen, hohen
Arbeitskosten durch Lohnnebenkosten und einer überbordenden
Bürokratie“, zeigt Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie
in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), wenig Verständnis für
zuletzt kolportierte Vorschläge wie ein staatlich verordnetes
‚Sparmenü‘. „Symbolpolitik ersetzt keine strukturellen Maßnahmen“,
betont Rainer.

Die österreichische Gastronomie sei breit aufgestellt und biete
seit jeher ein vielfältiges Angebot, vom leistbaren Mittagstisch bis
zur gehobenen Küche. „Was es nicht braucht, sind zusätzliche
Vorgaben, die an Planwirtschaft erinnern“, so Rainer. „Unsere
Betriebe reagieren längst verantwortungsvoll auf die wirtschaftliche
Lage ihrer Gäste.“

Fakt ist: die heimische Gastronomie steht seit Jahren unter
massivem Kostendruck – und zwar am Ende der gesamten Kostenkette.
„Wir Wirte sind die ersten, die von steigenden Preisen betroffen
sind. Darauf müssen wir reagieren, denn Preissteigerungen sind keine
Willkür, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Jede
Wirtin und jeder Wirt muss steigende Löhne, Pacht, Wareneinkauf,
Energie, Investitionen und Rücklagen finanzieren“, erklärt Rainer.
„Gleichzeitig zeigen unsere Erhebungen klar: Über 90 Prozent der
Gastronom:innen haben ihre Preise nicht im Ausmaß der tatsächlichen
Kostensteigerungen erhöht.“

Die Folgen sind deutlich spürbar: „Über alle Betriebstypen hinweg
sind die Betriebsergebnisse seit 2019 rückläufig. Das zeigt
unmissverständlich, dass wir es mit systemischen Ursachen zu tun
haben.“ Besonders belastend seien dabei die hohen Arbeits- und
Energiekosten sowie der bürokratische Aufwand. „Gastronom:innen
verbringen im Schnitt rund zehn Stunden pro Woche mit administrativen
Tätigkeiten – Zeit, die im Betrieb und für die Gäste fehlt.“

„Wer die Inflation nachhaltig senken will, muss an echten
Stellschrauben drehen: finanzielle Entlastung, leistbare Energie und
spürbarer Abbau bürokratischer Hürden“, betont Rainer abschließend.
„Nur so können Betriebe wirtschaftlich stabil arbeiten – und das
wirkt sich auch positiv auf Angebot und Preise für die Gäste aus.“ (
PWK012/ES)