VERBUND eröffnet neuen Pumpspeicher Limberg III in Kaprun

Kaprun, Wien (OTS) – VERBUND schreibt heute in Kaprun ein weiteres
Kapitel
österreichischer Energiegeschichte. Nach rund vierjähriger Bauzeit
wurde im Beisein hochrangiger Vertreter:innen aus Politik und
Wirtschaft das modernste Pumpspeicherkraftwerk Österreichs feierlich
eröffnet. Limberg III liefert durch die Bereitstellung von
hocheffizienter Flexibilität einen entscheidenden Beitrag zur
Aufrechterhaltung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit des
Landes. Mit der Erweiterung der „Grünen Batterie“ im Herzen
Österreichs wird ein wichtiger Baustein für die erfolgreiche
Energietransformation umgesetzt.

„Mit Limberg III setzen wir einen weiteren Meilenstein für die
Energietransformation in Österreich“, betont VERBUND-
Vorstandsvorsitzender Michael Strugl. „Dieses Kraftwerk ist unsere
Antwort auf die wachsenden Herausforderungen für das Stromsystem
durch den Ausbau der volatilen erneuerbaren Energien aus Wind und
Sonne und ein Schlüsselprojekt für die Versorgungssicherheit
Österreichs. Pumpspeicher sind die großtechnische Grüne Batterie der
Nation und Kaprun ist und bleibt mit diesem Ausbau ein Zentrum der
Energietransformation. Gemeinsam mit der gerade in Umsetzung
befindlichen Erhöhung der Sperre Limberg investiert VERBUND hier 572
Millionen Euro, wovon rund 75 Prozent der Wertschöpfung in Österreich
und 40 Prozent im Bundesland Salzburg bleiben.“

Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer fügt hinzu: „Eine
erfolgreiche Energiewende braucht Speicher – sie sind die zentrale
Stellschraube für Versorgungssicherheit, Netzstabilität und die
Integration Erneuerbarer Energien. Gerade für ein Land wie Österreich
mit seiner Topographie und Wasserkrafttradition ist das eine große
Chance: Speicher sind unsere natürliche Stärke und unser Beitrag zu
einem stabilen Energiesystem.

Limberg III ist ein starkes Zukunftsprojekt für den Standort
Österreich. Es steht für das, was wir brauchen: sichere Energie,
regionale Wertschöpfung und hochqualifizierte Arbeitsplätze. Mit
modernster Technologie ist dieses Kraftwerk ein Paradebeispiel für
innovative Infrastruktur, die unser Energiesystem nachhaltig,
leistungsfähig und zukunftssicher macht. Gerade in einem von
Unsicherheiten geprägten internationalen Umfeld ist klar: Eine
wettbewerbsfähige Wirtschaft braucht eine stabile, unabhängige
Energieversorgung. Pumpspeicherkraftwerke wie Limberg III sind die
Batterien der Alpen und Österreichs Beitrag zur Energiewende. Sie
sind unabdingbar für die Stabilität und Krisensicherheit des
europäischen Energiesystems und stärken die wirtschaftliche Basis
unseres Landes.“

„Das Kraftwerk in Kaprun ist eng mit der Geschichte des Landes
Salzburg verknüpft und steht für Wiederaufbau, Ingenieurskunst im
Hochgebirge und die Nutzung sauberer Wasserkraft. Diese Geschichte
wird mit dem neuen Pumpspeicherkraftwerk und dem Ausbau der Sperre
Limberg fortgeschrieben. Das Projekt Limberg III zeigt einmal mehr,
dass österreichische Unternehmen Großprojekte zügig, umweltschonend
und auf technisch höchstem Niveau umsetzen können. Damit leisten das
Land Salzburg und VERBUND einen wesentlichen Beitrag zur
Energiesicherheit in Europa“, sagt Landeshauptfrau Karoline
Edtstadler.

„ Pumpspeicher sind bis auf weiteres die einzig langfristig
erprobte und hoch-effiziente Großspeichertechnik. VERBUND betreibt
derzeit Anlagen mit 2.600 MW an Turbinen- und 2.300 MW an
Pumpleistung. Mit der im Frühjahr erfolgten Inbetriebnahme von
Reißeck II+ mit 45 MW und der heutigen Inbetriebnahme von Limberg III
mit 480 MW steigern wir unser Flexibilitätsportfolio an Pumpturbinen
um über 20 %. Mit der laufenden Erhöhung der Limbergsperre schaffen
wir zusätzliches Speichervolumen und leisten dadurch einen wichtigen
Beitrag für die zukünftige Systemstabilität in Österreich“, erklärt
COO Achim Kaspar, der im Vorstand von VERBUND für den Bereich
Wasserkraft zuständig ist.

„Mit Limberg III haben wir ein technisches Meisterwerk
geschaffen, das in Sachen Effizienz und Flexibilität neue Maßstäbe
setzt. Die Anlage kann ihre volle Leistung in Turbinen- und
Pumprichtung innerhalb weniger Minuten abrufen und ist damit perfekt
geeignet, die schwankende Erzeugung aus Wind- und Sonnenkraft
auszugleichen. So wie beim Zwillingskraftwerk Limberg II nutzen wir
das Gefälle zwischen den beiden bestehenden Hochgebirgsstauseen
Mooserboden und Wasserfallboden als Flexibilitätspotential, wobei wir
bei Limberg III die beiden Pumpturbinen drehzahlvariabel steuern, um
damit noch schneller und genauer auf die Bedürfnisse des Stromsystems
eingehen zu können. Besonders stolz sind wir darauf, dass wir dieses
komplexe Projekt trotz der herausfordernden Hochgebirgslage im Zeit-
und Kostenplan realisieren konnten“, ergänzen Michael Amerer und Karl
Heinz Gruber, Geschäftsführer der VERBUND-Wasserkraft.

Zwtl.: Feierlicher Festakt im Baulager Limberg III

Über 400 Gäste folgten der Einladung von VERBUND nach Kaprun. Die
Eröffnungsfeier für den Pumpspeicher Limberg III wurde durch die
Anwesenheit hochrangiger Persönlichkeiten aus Politik, und Wirtschaft
zu einem besonderen Ereignis. Zu den gratulierenden Ehrengästen
zählten unter anderem die Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer und
Markus Marterbauer sowie Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und
Landesrat Josef Schwaiger. Die ökumenische Segnung wurde gemeinsam
von Generalvikar Harald Mattel der Erzdiözese Salzburg und
Superintendent Olivier Dantine der Evangelischen Superintendentur
Salzburg-Tirol vorgenommen.

Zwtl.: Kraftwerksgruppe Kaprun mit neuem Pumpspeicher Limberg III

Der Pumpspeicher Limberg III ist als Erweiterung der bestehenden
Kraftwerksgruppe Kaprun konzipiert und erhöht mit 480 MW die
bestehende Turbinenleistung um 53 % auf 1.382 MW und die
Pumpenleistung um 75 % auf 1.120 MW. Das vollständig unterirdische
Kavernenkraftwerk verfügt über zwei drehzahlvariable Francis-
Pumpturbinen, die in der Turbinenrichtung eine Leistung zwischen 20
und 240 MW pro Einheit und in der Pumprichtung zwischen 100 und 240
MW pro Einheit für die Netzstabilisierung anbieten.

Die Größe der Kraftkaverne ist mit dem Mittelschiff des Wiener
Stephansdoms vergleichbar, erstreckt sich über 62 x 25 x 43 Meter (L
x B x H) und umfasst fünf Geschosse. Der Ausbruch der 530.000 m³
Material dauerte in Summe etwa acht Monate.

Nach Vorliegen des positiven Genehmigungsbescheids zur
Umweltverträglichkeitsprüfung im Juli 2017 wurde nach mehrmaliger
Prüfung der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen im März 2021
der Investitionsbeschluss für Limberg III gefasst. Mit in die
Entscheidung ging neben den Entwicklungen im Strommarkt auch die
Inbetriebnahme der Salzburgleitung ein, die eine der wesentlichen
technischen Voraussetzungen für den systemdienlichen Betrieb des
Pumpspeichers im 380 kV-Netz war.

Gemeinsam mit der Entscheidung zur Errichtung des Pumpspeichers
wurde die Umsetzung der Vergrößerung des Speichervolumens des
Hochgebirgsstausees Wasserfallboden beschlossen. Dazu wird die 1951
fertiggestellte Limbergsperre mit einer schon jetzt beeindruckenden
Höhe von 120 Metern bis 2027 zusätzliche um 8,7 Meter erhöht. Diese
technische Maßnahme lässt sich durch ausreichende Sicherheitsreserven
der Bestandssperre umsetzen, wodurch der Nutzinhalt um 12,7 Millionen
m³ auf 93,9 Millionen m³ gesteigert wird. Diese Volumenerhöhung um
rund 15,6 % bedeutet wertvolle Speicherkapazität für die Zeiten von
Stromüberschüssen.

Zwtl.: Umfassende ökologische Begleitmaßnahmen und regionales
Stakeholdermanagement

Im Rahmen der Errichtung von Limberg III wurden auch zahlreiche
ökologische Begleitmaßnahmen umgesetzt. Durch die naturnahe
Gestaltung der Bauwerke und Renaturierung ehemaliger
Baustellenflächen leistet das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zum
Erhalt der alpinen Biodiversität. So wurde der wertvolle Oberboden
schonend abgetragen, zwischengelagert und gezielt wieder eingebracht,
wodurch artenreiche Alm- und Weideflächen sowie neue Waldflächen
entstehen können. In den sensiblen Hochlagen kommt das innovative
Saat-Soden-Kombinationsverfahren mit standortgerechten
Saatgutmischungen zum Einsatz – ein Verfahren, das als
Vorzeigeprojekt im Alpenraum gilt.

Ein besonderes Highlight ist das 26 Hektar große
Europaschutzgebiet „Alpines Schwemmland Drossen“, das bis zum
Sperrenfuß der Drossensperre reicht. Dort werden besonders wertvolle
alpine Lebensräume wie Schwemmländer, Weidengebüsche, Kalkrasen und
Kalkfelsen bewahrt. Zudem wird im Bereich unterhalb der Sperre ein
Projekt umgesetzt, bei dem auch Spuren aus der Bauzeit der
1950erJahre durch Renaturierung beseitigt werden.

In Zusammenarbeit mit den Gletscherbahnen Kaprun errichtet
VERBUND eine innovative Tunnelleitanlage zum Schutz von Amphibien auf
der Zufahrtstraße zu den beiden Hochgebirgsseen im hinteren
Kaprunertal. Auf einer Länge von 580 Meter ermöglichen 18 Durchlässe
den Tieren eine sichere Überquerung der Zufahrtsstraße. Die
Schutzanlage ist seit Ende Juni 2025 in Betrieb und wird zukünftig
von VERBUND gepflegt.

Im Sinne einer gelebten Nachbarschaft startete VERBUND proaktiv
die Information zu den geplanten Bau- und Ökomaßnehmen unmittelbar
nach dem Baubeschluss. Mit der Einrichtung einer eigenen
Kontaktstelle konnten laufende Anfragen zeitnah und detailliert
beantwortet werden.