Wien (OTS) – „Die abgesagte Umsetzung der verpflichtenden
Hebammenberatung
bedeutet einmal mehr Sparen an der falschen Stelle. Die Leidtragenden
sind dieses Mal Schwangere und junge Familien, aber auch eine
hochkompetente Berufsgruppe, deren Kompetenz einmal mehr nicht
ausreichend gewürdigt wird“, kritisiert Ralph Schallmeiner,
Gesundheitssprecher der Grünen, die Entscheidung von
Familienministerin Claudia Plakolm und Gesundheitsministerin Korinna
Schumann, die verpflichtende Hebammenberatung im neuen Eltern-Kind-
Pass zu streichen. „Diese Entscheidung gefährdet die Gesundheit von
Müttern und Kindern – besonders bei all jenen, die unsere
Unterstützung am dringendsten brauchen“, betont Schallmeiner.
Auch Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, zeigt sich
entsetzt: „Es ist völlig unverständlich, warum ausgerechnet bei
jungen Familien und schwangeren Frauen gespart wird. Eine
verpflichtende Hebammenberatung schützt gerade jene Frauen, die in
besonders herausfordernden Lebenslagen sind. Wer dieses
Unterstützungsangebot streicht, nimmt in Kauf, dass Probleme
unentdeckt bleiben – mit schweren Folgen für Betroffene. Das ist
frauenpolitisch verantwortungslos.“
„Hebammen erkennen oftmals früh Rahmenbedingungen wie
psychosoziale Belastungen, Gewalt oder depressive Symptome. Es bleibt
daher zu befürchten, dass viele dieser Probleme weiterhin ohne
verpflichtende Beratung unentdeckt bleiben. Genau das trifft Frauen
und junge Familien in prekären Lebenslagen am härtesten. Freiwillige
Angebote erreichen diese Gruppen oftmals schlicht nicht“, verweist
Schallmeiner auf jahrelange Vorarbeiten von Expert:innen, die klar
zeigen, wie essenziell ein verpflichtender Hebammentermin in der
Frühschwangerschaft ist. „Nicht umsonst haben sich die eingerichteten
Arbeitskreise und Expert:innen immer für die Verpflichtung im Rahmen
des Eltern-Kind-Passes ausgesprochen“, so Schallmeiner.
Schallmeiner und Disoski fordern die verantwortlichen
Ministerinnen entschieden auf, die geplante Nichtumsetzung der
Verpflichtung umgehend rückgängig zu machen: „Dass die verpflichtende
Hebammenberatung aus Budgeterwägungen einfach gekippt wird, ist nicht
nur fachlich unhaltbar, sondern auch gesundheits- und sozialpolitisch
fahrlässig. Die Gesundheit von Frauen und jungen Familien darf kein
Sparposten sein. Jede verpasste frühe Unterstützung kostet am Ende
mehr – menschlich und volkswirtschaftlich. Gesundheitsministerin
Schumann und Familienministerin Plakolm müssen jetzt handeln und den
verpflichtenden Hebammentermin im Eltern-Kind-Pass wieder verankern.
Gerade bei diesem Thema ist es eine Frage des Wollens und nicht eine
Frage des Könnens.“