Rückenwind für Standort Österreich mit neuer Exportinitiative

Wien (OTS) – Österreichs Exportwirtschaft steht vor großen
Herausforderungen:
fragile Lieferketten, hohe Finanzierungskosten und zunehmender
globaler Wettbewerbsdruck. Um den Wirtschaftsstandort Österreich
abzusichern und zu stärken und die Exportwirtschaft bei der Rückkehr
auf den Wachstumspfad gezielt zu unterstützen, haben das
Bundesministerium für Finanzen (BMF) und die Oesterreichische
Kontrollbank AG (OeKB) gemeinsam eine neue Exportinitiative
beschlossen. Diese umfasst unter anderem die Finanzierung von
Unternehmensgründungen und -übernahmen sowie eine erweiterte
Finanzierung von Betriebsmitteln und Vorräten für sehr stark
wachsende Exportunternehmen.

„Österreich ist ein Exportland. Unsere exportierenden Betriebe
tragen seit Jahrzehnten ganz wesentlich zum Erfolg unseres Standorts
bei. Gerade in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld braucht
es für sie zielgerichtete Impulse. Mit unserer neuen Exportinitiative
schaffen wir daher einfachere und rasch wirksame Instrumente für
Unternehmen, die auf internationalen Märkten tätig sind “, so Finanz-
Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl.

Helmut Bernkopf , im OeKB-Vorstand für den Bereich Export
Services zuständig: “Gemeinsam mit dem BMF ist es uns abermals
gelungen, unsere Unterstützungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung
der aktuellen Entwicklungen zu erweitern sowie im Bereich der KMU bei
der Abwicklung von Exportfonds-Krediten Vereinfachungen im Handling
zu setzen. Wir werden uns auch weiterhin intensiv darum bemühen,
Wachstumsimpulse für die heimischen Exportunternehmen zu schaffen.
Dazu zählen beispielsweise auch Überlegungen, wie der Netzausbau für
die Exportwirtschaft unterstützt werden kann.”

Das BMF und die OeKB haben in den letzten Jahren bereits
zahlreiche innovative Produkte für Investitionen am Standort
Österreich sowie im Betriebsmittelbereich implementiert, um die
Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportunternehmen und deren
Zulieferer zu stärken.

Vorratsinvest Plus

Mit der „Vorratsinvest“ werden seit April des Vorjahres mittel-
bis langfristige Finanzierungen von Lagern sowie Zahlungen an
Lieferanten ermöglicht. Damit können die Lieferbereitschaft und die
strategische Bindung der Lieferanten sichergestellt werden, nicht
zuletzt für den Eintritt in neue Märkte und zur Absicherung der
Lieferkettenbeziehungen. Um Unternehmen mit einem sehr starken
Exportwachstum noch besser zu unterstützen, können diese mit der
„Vorratsinvest Plus“ zusätzliche 20 % der durchschnittlichen Vorräte
der letzten drei Jahre finanzieren.

Finanzierung von Unternehmensgründungen und -übernahmen

Bereits seit 2017 können mit der „Exportinvest“
Inlandsinvestitionen von österreichischen Exportunternehmen auf Basis
von Wechselbürgschaften finanziert werden, 2021 wurden diese auch für
Zulieferer von österreichischen Exporteuren geöffnet. Um Exporte zu
erhöhen bzw. abzusichern und damit Beschäftigung im Land zu halten
und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken, wird die
Möglichkeit der Finanzierung mittels „Exportinvest“ auf
Unternehmensgründungen und -übernahmen ausgeweitet.

KMU: Erleichterte Abwicklung von Exportfonds-Krediten

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bilden das Rückgrat der
österreichischen Wirtschaft. Um die Exporttätigkeit aus Österreich zu
unterstützen, stehen ihnen Exportfonds-Kredite (EF-Kredite) auf Basis
einer Wechselbürgschaft als einfach zugängliche
Betriebsmittelfinanzierung zur Verfügung. Aktuell greifen rund 1.700
KMU auf diese EF-Kredite zurück. Im Rahmen der beschlossenen
Exportinitiative wird nun der administrative Aufwand im Verfahren
reduziert. Davon profitieren sowohl KMU als auch insbesondere
Regionalbanken. Zudem wird die Möglichkeit einer Refinanzierung im
Exportförderverfahren zu attraktiven Konditionen auf
Gastronomiebetriebe in touristischen Zonen mit hohem
Ausländernächtigungsanteil ausgeweitet.

Shopping Lines und Beschaffungsmärkte

„Shopping Lines“, mit denen ausländische Geschäftspartner
flexible Finanzierungen für Einkäufe in Österreich erhalten, werden
durch zusätzliche Roadshows und der direkten Ansprache von
ausländischen Generalunternehmen forciert. Damit kann insbesondere
KMUs der Zugang zu Großprojekten auf nicht traditionellen Märkten
erleichtert werden.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in
Beschaffungsmärkten und bei kritischen Rohstoffen, wird zudem eine
neue Möglichkeit im Bereich der Lieferkettenfinanzierung geschaffen.
Dabei wird das Ziel verfolgt, den Bezug von Rohstoffen sowie
Lieferketten durch Exportgarantien und Refinanzierungen abzusichern.