Wien (OTS) – Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März
fordert Birgit
Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ),
mehr Schutz vor Gewalt, bessere soziale Absicherung und faire
Arbeitsmarktchancen für ältere Frauen. „Gewalt, Altersarmut und
strukturelle Benachteiligung sind keine Einzelfälle, sondern Ausdruck
tief verankerter Ungleichheiten. Frauen dürfen keine Angst vor dem
Älterwerden haben müssen – weder vor finanzieller Not noch vor Gewalt
im eigenen Zuhause“, betont Gerstorfer. ****
Aufklären, hinschauen, handeln
Im Fokus stehen ältere Frauen mit Pflegebedarf oder Demenz.
Gewalt passiere häufig im familiären Umfeld; Scham, Abhängigkeit und
soziale Isolation verhinderten oft, dass Übergriffe gemeldet werden.
Viele ältere Frauen erkennen psychische, körperliche oder finanzielle
Übergriffe nicht als Gewalt oder scheuen den Weg zu Beratungsstellen.
„Hier ist Aufmerksamkeit im Umfeld notwendig – bei Angehörigen,
Nachbarn, Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften. Hinschauen und
behutsam reagieren ist entscheidend“, so Gerstorfer. Ein zentraler
Faktor sei die Überforderung pflegender Angehöriger. Der PVÖ fordert
flächendeckende Informations- und Beratungsstellen, mehr leistbare
Tageszentren sowie eine Stärkung mobiler Pflege, Heimhilfe und 24-
Stunden-Betreuung.
Um 40 Prozent weniger Pension
Zudem kritisiert Gerstorfer die wirtschaftliche Benachteiligung
von Frauen: Der Equal Pension Day zeige Jahr für Jahr die massive
Pensionslücke zwischen Männern und Frauen. Frauen erhalten
durchschnittlich rund 40 Prozent weniger Pension als Männer, rund 30
Prozent der alleinlebenden Pensionistinnen sind armutsgefährdet. „Die
Ausgleichszulage liegt weiterhin unter der Armutsgrenze – das ist
nicht akzeptabel. Sie muss endlich angehoben werden“, so Gerstorfer.
Arbeitsmarkt- und Pensionspolitik zusammen denken
Als Ursachen dieser finanziellen Ungleichheiten nennt Gerstorfer
die unzureichende Bewertung von Kindererziehungszeiten, lange
Teilzeitphasen, fehlende ganztägige Kinderbetreuung sowie zunehmende
Belastungen durch steigende Lebenshaltungskosten. „Arbeitsmarkt- und
Pensionspolitik müssten endlich zusammengedacht werden, damit
Erwerbsunterbrechungen und Arbeitslosigkeit nicht automatisch in
Altersarmut münden. Der Weltfrauentag ist ein Auftrag zum Handeln“,
unterstreicht die PVÖ-Präsidentin. (Schluss)