Wien (OTS) – ORF III krönt das Republiksjubiläen-Jahr 2025 mit dem
großen Finale
des bisher umfassendsten History-Dokumentationsprojekts des ORF:
„Österreich – Die ganze Geschichte“. Als Highlight des diesjährigen
Weihnachtsprogramms ist ab Sonntag, dem 28. Dezember, die vierte und
letzte Staffel mit zehn neuen Folgen der insgesamt 40-teiligen
multimedialen Prestigeproduktion über die Historie des Landes zu
sehen. Diese spannt den Bogen von der Unterzeichnung des
Staatsvertrags 1955 bis zum EU-Beitritt 1995. An insgesamt fünf
Abenden – am 28., 29. und 30. Dezember 2025 sowie am 3. und 4. Jänner
2026, jeweils in Doppelfolgen um 20.15 und 21.05 Uhr in ORF III und
auf ORF ON – beleuchten die rund 48-minütigen Filme die prägenden
Krisen und Höhenflüge der Zweiten Republik: vom Wirtschaftswunder der
1950er und 1960er Jahre, über die verschleppte Aufarbeitung der NS-
Vergangenheit, die Reformfreude der Ära Kreisky und das Erwachen
einer engagierten Umweltbewegung bis hin zur Mitgliedschaft in der
Europäischen Gemeinschaft. Regie führten Magda Jöchler, Monika Lucia
Müller, Thomas Grusch und Florian Riedelsperger, die Drehbücher
verfassten Angelika Faissner, Monika Lucia Müller, Thomas Grusch,
Florian Riedelsperger und Burkhard Stanzer. Wie schon in den drei
Staffeln zuvor führen auch diesmal Andreas Pfeifer und Mariella
Gittler als Präsentatoren das Publikum durch Österreichs spannende
Geschichte, u. a. anschaulich dargestellt durch aufwendige
Reenactments oder Augmented-Reality-Grafiken sowie fachkundig
begleitet durch die Kommentare eines hochkarätigen wissenschaftlichen
Beirats, dem u. a. renommierte Historikergrößen wie Oliver Rathkolb,
Barbara Stelzl-Marx, Hannes Leidinger oder Ernst Langthaler
angehören.
Barbara Stelzl-Marx, Uni Graz und Leiterin Ludwig Boltzmann
Institut für Kriegsfolgenforschung: „Spannend wie ein Krimi: Die
finale Staffel von ‚Österreich – Die ganze Geschichte‘ spannt einen
großen erzählerischen Bogen vom ,Wunder des Staatsvertrags‘ 1955 bis
zum EU-Beitritt Österreichs 1995. Zeitdokumente, Interviews und
Reenactments lassen zentrale Meilensteine der österreichischen
Zeitgeschichte lebendig werden. Die einzelnen Folgen laden dazu ein,
vertraute Narrative neu zu hinterfragen und die Zweite Republik in
ihrer historischen Vielschichtigkeit zu begreifen. Gerade heute, wo
Begriffe wie Krieg und Krise allgegenwärtig sind, wird deutlich, wie
unerlässlich ein reflektierter Umgang mit unserer Geschichte für die
Zukunft ist. Ich wünsche dieser extrem bedeutenden und
hochinteressanten Dokumentation von ORF III viel Erfolg!“
Oliver Rathkolb, Uni Wien/Institut für Zeitgeschichte: „In zehn
Folgen werden die prägenden Ereignisse und Persönlichkeiten der
Zweiten Republik seit 1955 anschaulich und auch kritisch präsentiert
– mit vielen neuen Erkenntnissen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und
Gesellschaft.“
Auftaktfolgen am 28. Dezember und weitere Sendungen im Überblick
Die erste Folge der vierten Staffel von „Österreich – Die ganze
Geschichte“ am 28. Dezember um 20.15 Uhr beleuchtet die Jahre vom
Staatsvertrag 1955 bis zum Ende der 1960er. In dieser Phase zwischen
Verdrängung und Neubeginn versucht Österreich, unterstützt von
Journalisten und Kulturschaffenden, eine neue nationale Identität zu
finden. Trotz Aufbruchsstimmung und politischen Neubeginns bleiben
die Erfahrungen von Diktatur, Krieg und Besatzungszeit als schwere
Last zurück – werden jedoch zunächst von Vielen bewusst
beiseitegeschoben. „Auf neutralem Boden“ bewegt sich die gleichnamige
zweite Episode um 21.05 Uhr: Die 1955 erklärte immerwährende
Neutralität wird aufgrund internationaler Unstimmigkeiten zunehmend
auf die Probe gestellt. Im Fokus stehen zwei zentrale
Persönlichkeiten jener Zeit: Rudolf Kirchschläger, Jurist, Diplomat
und späterer Bundespräsident, sowie Martha Kyrle, die als Tochter
Adolf Schärfs an dessen Seite als First Lady das Land nach außen hin
stilvoll und selbstbewusst vertritt. Die weiteren Ausgaben
thematisieren „Mythos Wirtschaftswunder“ und „Reformen, Reformen,
Reformen“ (Montag, 29. Dezember), „Ökos und Betonierer“ und
„Skandale, Szene, Sensationen“ (Dienstag, 30. Dezember), „Zwischen
Ost und West“ und „Schatten der Vergangenheit“ (Samstag, 3. Jänner)
sowie „Willkommen in Österreich?“ und „Austria goes Europe“ (Sonntag
4. Jänner) – jeweils um 20.15 und 21.05 Uhr.
Mehr Inhalt zu Folgen 1 und 2:
Folge 1: „Österreich ist frei“: Sonntag, 28. Dezember 2025, 20.15
Uhr, ORF III
Buch: Angelika Faissner, Regie: Magda Jöchler
Österreich im April 1955: In der Redaktion des „Neuen Kurier“
geht ein Anruf aus Moskau ein – Österreich erhält den Staatsvertrag.
Der junge Journalist Hugo Portisch schreibt sofort einen Artikel,
doch das Extrablatt mit der Schlagzeile „Österreich wird frei!“
verkauft sich schlecht. Viele halten die Nachricht für zu schön, um
wahr zu sein. Erst allmählich wird klar, dass das Land tatsächlich
frei sein wird, doch die Vergangenheit mit Diktatur, Krieg und
Besatzung hinterlässt tiefe Spuren, die jedoch vorerst von den
meisten verdrängt werden. Österreich muss sich neu orientieren, doch
wie könnte eine rot-weiß-rote Identität in Zukunft aussehen? Medien
und Kultur spielen von Anfang an eine wichtige Rolle bei der
Beantwortung dieser Frage. Hugo Portisch wird zu einem prägenden
Journalisten und begleitet den politischen Neuanfang der nunmehr
neutralen und souveränen Republik. Heimatfilme wie die „Sissi“-
Trilogie, in der Romy Schneider Kaiserin Elisabeth spielt, sollen an
eine vermeintlich „gute alte Zeit“ erinnern, und das Land in die
Tradition der untergegangenen Habsburgermonarchie stellen. Die
Kostüme von Gerda Iro, bekannt als Gerdago, tragen zum Erfolg der
Filmreihe bei. Trotz ihrer Verfolgung als Jüdin in der NS-Zeit muss
sie nun mit Menschen, die während des Nazi-Regimes Karriere gemacht
haben, eng zusammenarbeiten.
Folge 2: „Auf neutralem Boden“: Sonntag, 28. Dezember 2025, 21.05
Uhr, ORF III
Buch und Regie: Monika Lucia Müller
1955 erklärt Österreich die immerwährende Neutralität. Auch wenn
es für dieses Konzept damals noch keine klare Gebrauchsanweisung
gibt, wird es das politische Selbstverständnis des Landes in den
Folgejahrzehnten entscheidend prägen und wesentlicher Bestandteil
seiner neuen Identität werden. Kaum ausgesprochen, wird die
Neutralität nach 1955 bald in internationalen Krisen auf die Probe
gestellt. 1956 rollen sowjetische Panzer in Ungarn ein, 1968 wird mit
dem „Prager Frühling“ in Österreichs unmittelbarer Nachbarschaft ein
Aufstand von Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten gewaltsam
niedergeschlagen. Trotz der Spannungen gelingt es der Republik, sich
außenpolitisch zu positionieren – als verlässlicher Standort
internationaler Organisationen und Bühne für diplomatische
Begegnungen zwischen Ost und West. Ein deutliches Signal dieser
Funktion: das historische Gipfeltreffen zwischen US-Präsident John F.
Kennedy und dem sowjetischen Machthaber Nikita Chruschtschow 1961 in
Wien, mitten im Kalten Krieg.
Weitere Details zu „Österreich – Die ganze Geschichte“ sind in der
Pressemappe unter presse.orf.at bzw. auf tv.ORF.at/orf3 abrufbar.