Wien (OTS) – Ältere Beschäftigte haben einen großen Wissensschatz,
von dem auch
Jüngere stark profitieren können. Der heutige Bericht im Kurier über
Betriebe, die gezielt auf ältere Mitarbeiter:innen setzen, zeigt: Es
geht. Unternehmen, die den Wert von Erfahrung und Know-how erkennen,
profitieren davon.
„Diese Vorzeigebetriebe setzen neue Standards. Sie zeigen, dass
Beschäftigte über 50 Jahre keine Belastung, sondern eine große Stärke
für jedes Unternehmen sind. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre
soziale Kompetenz sind für Betriebe und für jüngere Kolleg:innen
enorm wertvoll“, betont ÖGB-Bundespensionist:innenvorsitzende Monika
Kemperle.
Gleichzeitig stellt Kemperle klar: „Es geht nicht darum, dass
Menschen weit über das Pensionsalter hinaus arbeiten. Unser Ziel ist
es, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen – nicht das
gesetzliche.“
Mehr als 116.000 arbeitslose Menschen über 50
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen dringenden
Handlungsbedarf: Im Jänner waren 116.749 Menschen ab 50 arbeitslos –
ein Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Es gibt eine große Gruppe von Menschen ab 50, die arbeiten
wollen und auch noch nicht im Pensionsalter sind – aber keinen Job
finden. Wenn wir das faktische Pensionsantrittsalter anheben wollen,
müssen diese Menschen echte Chancen am Arbeitsmarkt bekommen. Die
Diskussion zur Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters ignoriert
diese Realität“, so Kemperle.
Politik muss Rahmenbedingungen schaffen
Modellbetriebe zeigen, dass gute Arbeitsplätze für ältere
Beschäftigte möglich sind. Doch einzelne positive Beispiele reichen
nicht aus. „Wir brauchen klare gesetzliche Rahmenbedingungen, damit
ältere Arbeitnehmer:innen flächendeckend gute, sichere und faire Jobs
haben. Die Politik, aber auch die Unternehmen, stehen hier in der
Verantwortung“, fordert Kemperle.
Die wichtigsten Forderungen des ÖGB:
– Wirkungsvoller Kündigungsschutz für Arbeitnehmer:innen ab 55 Jahren
– Dauerhafte und nachhaltige Jobs, auch am zweiten Arbeitsmarkt –
nicht nur kurzfristige Maßnahmen
– Rechtsanspruch auf Altersteilzeit als fairer Übergang von der
Erwerbsarbeit in die Pension, mit gutem Wissenstransfer
– Mehr Aus- und Weiterbildung, angepasst an ältere Arbeitnehmer:innen
– Alter- und alternsgerechte Arbeitsplätze