Wien (OTS) – Einsamkeit betrifft weltweit jeden sechsten Menschen,
warnt die WHO;
weltweit werden über 871.000 Todesfälle jährlich mit sozialer
Isolation in Verbindung gebracht.
Während der Weihnachtsfeiertage, einer Zeit, in der Einsamkeit
besonders oft zur Belastung wird, erhielt Österreich internationale
Anerkennung: Die OECD nennt die Plattform gegen Einsamkeit als Good-
Practice-Modell und wichtigste nationale Kompetenzstelle im Umgang
mit Einsamkeit und sozialer Isolation. Die WHO bestätigt parallel die
enorme gesundheitliche Bedeutung des Themas.
Ao. Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos und Emil Diaconu,
Initiator:innen der Plattform gegen Einsamkeit:
„Einsamkeit ist längst ein gesellschaftliches Problem – mit
weitreichenden Folgen für Gesundheit, Teilhabe und demokratische
Prozesse. Mit der Plattform gegen Einsamkeit haben wir ein
österreichweites Netzwerk geschaffen, das Bewusstsein stärkt,
Organisationen vernetzt und konkrete Maßnahmen entwickelt, um
Betroffene wirksam zu unterstützen.“
Ao. Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos, Fachärztin für
Psychiatrie und Neurologie:
„Chronische Einsamkeit ist ein erheblicher Risikofaktor für die
körperliche und psychische Gesundheit. Neben älteren Personen sind
Jugendliche stark betroffen. Prävention, frühzeitige Unterstützung
und Enttabuisierung sind daher gesundheitspolitisch unverzichtbar.“
Die Plattform setzt zentrale Forderungen des „10-Punkte-Maßnahmen
-Pakets gegen Einsamkeit“ um, das 2023 von führenden österreichischen
Gesundheits- und Hilfsorganisationen – darunter dem Berufsverband
Österreichischer Psycholog:innen (BÖP) – erarbeitet wurde. Das Paket
empfiehlt unter anderem den Ausbau niederschwelliger
Unterstützungsangebote, die Stärkung sozialer Teilhabe, eine
verbesserte Datengrundlage sowie die Schaffung sicherer
Begegnungsräume. Viele dieser Empfehlungen fließen bereits direkt in
die Arbeit der Plattform gegen Einsamkeit ein und werden
österreichweit umgesetzt.
Bundesministerin Korinna Schumann betont:
„Die Weihnachtsfeiertage liegen hinter uns, doch das Thema Einsamkeit
endet nicht mit dem Jahreswechsel. Gerade rund um die Feiertage wird
besonders sichtbar, wie stark gesellschaftliche Erwartungen nach
Nähe, Harmonie und Gemeinschaft Menschen belasten können, deren Leben
diesen Bildern nicht entspricht. Einsamkeit ist kein individuelles
Versagen, sondern ein ernstzunehmendes gesellschaftliches und
gesundheitspolitisches Thema. Dass die OECD die Plattform gegen
Einsamkeit als internationale Good Practice und zentrale nationale
Anlaufstelle hervorhebt, bestätigt unseren Weg: Einsamkeit aus der
Tabuzone zu holen, soziale Teilhabe zu stärken und Betroffene
sichtbar zu unterstützen. Als Sozialministerium setzen wir uns
ganzjährig dafür ein, Einsamkeit präventiv zu bekämpfen, Akteur:innen
zu vernetzen und niemanden allein zu lassen.“
Aktuelle Möglichkeiten rund um die Feiertage haben wir in einem
eigenen Artikel gebündelt: https://plattform-gegen-
einsamkeit.at/blog/news-events-3/gemeinsam-statt-einsam-
begegnungsangebote-in-osterreich-rund-um-weihnachten-die-feiertage-
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