Wien (OTS) – Grätzlbetriebe in Erdgeschoßzonen prägen das Wohn- und
Lebensgefühl
in der Stadt Wien. Dass gezielte Unterstützung spürbare Wirkung
zeigt, beweist das Pilotprojekt Grätzlinitiative Wien. Die positive
Bilanz nach 36 Monaten in den Fokusgebieten Ottakring, Brigittenau
und Leopoldstadt: Insgesamt wurden 132 Projekte gefördert. Rund
940.000 Euro an zugesagten Fördermitteln lösten dabei Investitionen
von mehr als 5,8 Millionen Euro aus.
Im Gebiet der Grätzlinitiative 20+2 arbeiteten das
Stadterneuerungsprogramm WieNeu+ und die Wirtschaftsagentur Wien in
enger Kooperation, um Kleinunternehmen und Gründer*innen zu stärken,
Geschäftslokale aufzuwerten, Leerstände zu reduzieren und die lokale
Nahversorgung zu sichern. Auf diesen Erfolgen aufbauend entwickeln
die Stadt Wien und die Wirtschaftsagentur Wien ihre Angebote für die
Wiener Grätzl konsequent weiter, um Betriebe im Erdgeschoß
maßgeschneidert zu unterstützen und dadurch den Wirtschaftsstandort
nachhaltig zu stärken.
„Die Grätzl-Offensive der Stadt Wien ist ein hocheffizienter
Hebel für unsere Stadtteile. Indem wir gezielt dort ansetzen, wo die
Wienerinnen und Wiener leben und arbeiten, stärken wir das lokale
Unternehmertum, sichern Arbeitsplätze und erhalten die
wirtschaftliche Dynamik direkt im Grätzl“, so Vizebürgermeisterin
Barbara Novak.
„Die WieNeu+-Stadterneuerungsgebiete stehen nicht nur für die
nachhaltige Sanierung der Gebäude. Die Wiederbelebung der Grätzl ist
ein integraler Bestandteil der sanften Stadterneuerung. Eine belebte
Erdgeschoßzone fördert den Austausch und dadurch den sozialen
Zusammenhalt. Die gemeinsame Grätzlinitiative mit der
Wirtschaftsagentur Wien ist dabei ein wunderbares Instrument, um
Initiativen zu fördern, das Geschäftsleben anzukurbeln und neue
Aktivitäten im Grätzl anzusiedeln“, so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-
Torsch.
Zwtl.: Stadt Wien baut Grätzlangebote gezielt gegen Leerstand aus
Die Stadt Wien entwickelt ihre Grätzlmaßnahmen konsequent weiter,
um gezielt gegen Leerstand in der Stadt vorzugehen. Als zentrale
Anlaufstelle für die Aktivierung leerstehender Erdgeschoßflächen
vergibt die Wirtschaftsagentur Wien dabei nicht nur Förderungen,
sondern begleitet Projekte auch durch ein Beratungsteam, das
Unternehmen in allen Bezirken direkt vor Ort unterstützt. So wird
Leerstandsaktivierung nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil
einer aktiven Standort- und Grätzlentwicklung verstanden. Durch die
Bündelung bestehender Angebote in einem Gesamtpaket werden
wirtschaftlich tragfähige, klimaschonende und innovative Projekte
lokaler Betriebe treffsicher unterstützt.
„Die Grätzlinitiative Wien hat eindrucksvoll bewiesen, wie effektiv
zielgerichtete Unterstützung wirkt. Mit Instrumenten wie der
Förderung ‚Lebendiges Grätzl‘ gehen wir nun den nächsten Schritt hin
zu einem breit gefächerten Angebot, das Unternehmen in allen
Entwicklungsstufen begleitet. Das stärkt den Branchenmix sowie die
Aufenthaltsqualität und sichert die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe
durch gezielte Modernisierung und Digitalisierung“, betont Dominic
Weiss, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.
Zwtl.: Best Practice und Grätzl-Treffpunkt im 20. Bezirk:
Boulderhalle „das flash“
Ein erfolgreiches Beispiel aus der Praxis ist der Betrieb
Mauerläuferin GmbH, der mit Unterstützung der Grätzlinitiative 20+2
das Projekt Café und Boulderhalle „das flash“ im 20. Bezirk
erfolgreich umsetzen konnte. Die Gründer verwandelten eine
leerstehende Fabrikhalle in einen Sport- und
Nachbarschaftstreffpunkt, der das gesamte Grätzl spürbar bereichert
und neue Frequenz ins Viertel bringt.
„Die Grätzlinitiative 20+2 hat das Nahversorgungs- und
Freizeitangebot im Stadtteil spürbar bereichert, das sieht man bei
der Boulderhalle ‚das flash‘ als Beispiel für reaktivierte
Leerstände, die zu echten Gewinnbringern für die Nachbarschaft
werden. Oder auch bei ,Bücher Wittmann‘, die mit der Förderung ein
Beisl im Erdgeschoß zu einem Buchgeschäft für das Grätzl
transformieren konnten“, so Christine Dubravac-Widholm,
Bezirksvorsteherin Brigittenau.
Für Ivo Friedl, Mitgründer der Boulderhalle, war die
Grätzlinitiative der entscheidende Startimpuls: „Wir wollten einen
Ort schaffen, der Bewegung und soziales Miteinander verbindet. Die
Förderung war in der kritischen Gründungsphase essenziell, um das
finanzielle Risiko beim Umbau des Leerstands abzufedern. Heute bringt
dieser neue Treffpunkt täglich positive Energie und Leben in das
gesamte Grätzl.“
Zwtl.: Über die Grätzl-Angebote der Wirtschaftsagentur Wien
Die Wirtschaftsagentur Wien ist die Standortagentur der Stadt und
gestaltet die wirtschaftliche Zukunft Wiens. Ein gezielter
Schwerpunkt ist die Stärkung von Betrieben in den Grätzln. Neben der
neuen Förderung „Lebendiges Grätzl“ können Unternehmen aktuell die
Förderung „Innovatives Handwerk und Gewerbe“ nutzen, die Betriebe in
der Nahversorgung bei der Entwicklung neuer Produkte und Prozesse mit
bis zu 75.000 Euro pro Vorhaben fördert. Ergänzend begleitet das
mobile Beratungsteam der Wirtschaftsagentur Wien Unternehmen in allen
Bezirken von der Idee bis zur Umsetzung und zum Wachstum, um lokale
Zentren zu stärken und Leerstand entgegenzuwirken.
Zwtl.: Über die Grätzlinitiative 20+2
Die „Grätzlinitiative 20+2“ war von 2024 bis 2025 im WieNeu+
Programmgebiet „Grätzl 20+2“ laufend beantragbar. Unternehmer*innen,
die eine seit mindestens drei Monaten leerstehende Geschäftsfläche
anmieten und mit ihrer Geschäftsidee neu beleben wollten, konnten bis
zu 10.000 Euro Förderung in Anspruch nehmen. Auch die Optimierung
bestehender Geschäftslokale wurde im Rahmen der Förderung durch die
Stadt Wien finanziell unterstützt.
Die Bilanz nach 24 Monaten: Insgesamt wurden 49 Projekte von 41
Unternehmen gefördert. Mit den zugesagten Förderungen von rund
395.000 Euro wurden Investitionen in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro
ausgelöst. Die Förderzusagen waren dabei auf beide Bezirke im WieNeu+
Programmgebiet nahezu gleich verteilt: 24 Projekte von 19 Unternehmen
sind im 2. Bezirk angesiedelt, 25 Projekte von 22 Unternehmen im 20.
Bezirk.
Zwtl.: Über das Stadterneuerungsprogramm WieNeu+
WieNeu+ ist ein auf zehn Jahre angelegtes
Stadterneuerungsprogramm der Stadt Wien. Es soll durch innovative
Maßnahmen dazu beitragen, Wiens Grätzl klima- und zukunftsfit zu
machen. Das Programm arbeitet in ausgewählten Gebieten gemeinsam mit
lokalen Akteur*innen, Unternehmen, Eigentümer*innen und Anrainer*
innen. Gewonnene Erkenntnisse werden in Folge auf die gesamte Stadt
übertragen. Für Eigentümer*innen, Bewohner*innen und Unternehmen
stehen attraktive Förderungen zur Verfügung.
WieNeu+ startete 2021 in Favoriten, ab 2023 war es im 2.
Programmgebiet „Grätzl 20+2“ aktiv. Das bezirksübergreifende WieNeu+
Programmgebiet „Grätzl 20+2“ fasst das Gebiet im 20. Bezirk bis
Donaukanal und Stromstraße mit dem Volkert- und Alliiertenviertel im
2. Bezirk zusammen, mit der Nordwestbahnstraße als Verbindung. Seit
2025 ist WieNeu+ im dritten Gebiet „Hernals“ tätig. Das Programm soll
planmäßig bis 2030 laufen.
Weitere Informationen zu den Grätzlangeboten der Wirtschaftsagentur
Wien unter: wirtschaftsagentur.at/graetzelliebe/
Weitere Informationen zu WieNeu+ unter: wieneuplus.wien.gv.at
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