Wien (OTS) – Das heute präsentierte Mittelfristgutachten der
Alterssicherungskommission zeigt einmal mehr, dass Österreich beim
Thema Pensionen mit Vollgas auf eine finanzielle Wand zusteuert. Die
Zuschüsse des Bundes zur gesetzlichen Pensionsversicherung steigen
bis 2030 erstmals über 4 % des BIP (4,23 %). Rechnet man die
Beamtenpensionen hinzu, liegt der Anteil sogar bei 7,25 % des BIP –
Tendenz steigend.
Damit bestätigt das Gutachten die Entwicklung, vor der die Aktion
Generationengerechtigkeit seit Jahren warnt: Das System gerät immer
stärker unter Druck. „ Das Pensionssystem ist ohne Maßnahmen zu einem
Fass ohne Boden geworden “, warnt Obmann Georg Feith.
Zwtl.: 120.000 neue Pensionisten bis 2030 – und das ist erst der
Anfang
Laut Mittelfristgutachten wird die Zahl der Pensionistinnen und
Pensionisten bis 2030 um rund 120.000 Personen steigen. Das liegt
zwar etwas unter dem tatsächlichen demografischen Zuwachs, weil die
Anhebung des Frauenpensionsalters dämpfend wirkt, doch der Trend ist
eindeutig: Der demografische Druck verschärft sich weiter. Nach den
Prognosen der Statistik Austria wird die Zahl der über 65-Jährigen
zwischen 2030 und 2040 um weitere 330.000 Personen steigen. Schon bis
2030 entstehen dadurch zusätzliche Kosten von 7,2 Milliarden Euro.
Gelder, die für Investitionen in die Zukunft dringend gebraucht
werden. Bei gleichbleibender Entwicklung droht in der nächsten Dekade
ein weiterer Anstieg der Finanzierungslücke um bis zu 20 Milliarden
Euro (gerechnet in Preisen von 2030).
Zwtl.: Warnsignale dürfen nicht länger ignoriert werden
„ Wir müssen endlich die Bremse ziehen. Es reicht nicht, bis zum
Jahr 2032 zu warten. Reformen brauchen auch Vorlaufzeit und müssen
den Vertrauensgrundsatz berücksichtigen. Wer jedoch weiter abwartet,
verspielt die Zukunftsfähigkeit des Systems “, warnt Georg Feith,
Obmann der Aktion Generationengerechtigkeit.
Zwtl.: Der demografische Sturm trifft mit voller Wucht
„ Das Gutachten zeigt schwarz auf weiß: Wir geben jedes Jahr
Milliarden mehr für Pensionen aus, ohne dass sich an den Ursachen
etwas ändert. Der demografische Wandel steht nicht bevor, wir sind
mittendrin. Ohne eine echte Pensionsreform wird das System
unfinanzierbar “, betont Heike Lehner, Generalsekretärin der Aktion
Generationengerechtigkeit.
Zwtl.: Reform jetzt: Nachhaltigkeit statt Stillstand
Österreich braucht endlich einen ehrlichen Reformkurs, der
Generationengerechtigkeit über kurzfristige Interessen stellt. Die
Aktion Generationengerechtigkeit fordert daher dringend zu handeln:
–
Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters und Kopplung an
die Lebenserwartung, um langfristig Planungssicherheit und Fairness
zu schaffen.
–
Stärkung der zweiten Säule der betrieblichen Altersvorsorge und
steuerliche Anreize für die dritte private Säule, damit die Menschen
eigenverantwortlich vorsorgen können.
–
Rücknahme aller außerordentlichen Pensionserhöhungen der letzten
zehn Jahre, die den Druck auf das Budget zusätzlich erhöht haben.
–
Langfristige Budgetdisziplin: In Zukunft nur mehr
Pensionserhöhungen, die sich an der Lohnentwicklung der aktiven
Erwerbstätigen orientieren und die Inflation nicht übersteigen.
Zwtl.: Das Offensichtliche aussprechen
„ Zu einem wettbewerbsfähigen und produktiven Land gehört auch
eine ausreichend große Erwerbsbevölkerung. Nur wenn wir länger
arbeiten und gleichzeitig mehr Menschen in Beschäftigung bringen,
kann das Pensionssystem langfristig halten “, so Lehner abschließend.
Feith ergänzt: „ Es geht nicht um Panikmache, sondern um
Realitätssinn. Wer die Warnsignale ignoriert, handelt
verantwortungslos gegenüber den kommenden Generationen. “
Über Aktion Generationengerechtigkeit
Die Aktion Generationengerechtigkeit ist ein Verein, der sich für ein
nachhaltiges, gerechtes und vor allem gesichertes Pensionssystem
einsetzt.
http://www.gerechte-pensionen.at/