Neue Gentechnik: EU Kompromissvorschlag gefährdet europäische Ernährungssicherheit – BIO AUSTRIA fordert Kurskorrektur

Wien (OTS) – In der Nacht auf Donnerstag haben sich die
Verhandler:innen von EU-
Ratspräsidentschaft, Europaparlament und EU-Kommission auf einen
Kompromiss geinigt mit dem in Zukunft die europäische Gentechnik-
Gesetzgebung massiv ausgehöhlt werden würde: Der Großteil, der mit
neuer Gentechnik manipulierten Pflanzen, würde demnach ohne
Kennzeichnung auf unseren Tellern landen. Auch der Patentierung von
Pflanzen wird kein Riegel vorgeschoben. Damit ignoriert der
Kompromissvorschlag zentrale Forderungen, die das Europaparlament
zuvor mehrheitlich beschlossen hatte.

Zwtl.: Zukunft der Landwirtschaft und Wahlfreiheit stehen auf dem
Spiel

„ Dieser Vorschlag setzt die Ernährungssicherheit in Europa aufs
Spiel „, warnt Barbara Riegler, Obfrau von BIO AUSTRIA. „ Wir
appellieren eindringlich an die Abgeordneten des Europaparlaments und
die Agrarminister der Mitgliedstaaten: Stimmen Sie diesem
Kompromissvorschlag nicht zu und fordern Sie die notwendige
Kurskorrektur ein! “

„ Die letzte Chance diesen völlig unzulänglichen
Kompromissvorschlag zu korrigieren muss jetzt genutzt werden „,
betont Barbara Riegler. Riegler weiter: „ Es geht um nichts
Geringeres als die Zukunft der europäischen Landwirtschaft, die
Wahlfreiheit der Konsument:innen und den vorsorgenden Schutz von
Gesundheit und Umwelt. “

Zwtl.: Gentechnik bei Bio weiterhin verboten

Einzig positiv sei, dass Gentechnik bei Bio weiterhin verboten
bleibt: „ Dass neue Gentechnik, genau wie alte Gentechnik, in der
biologischen Landwirtschaft ausgeschlossen bleibt, ist richtig und
wichtig „, so Riegler.

„ Doch die geplante Deregulierung schiebt die Verantwortung und
Haftung einfach ab: auf Bäuerinnen und Bauern, auf Verarbeiter:innen
und Handel und am Ende auf die Konsument:innen. “

Zwtl.: Hintergrund Trilog Verhandlungen

Die Europäische Kommission hat 2023 einen Gesetzesvorschlag
vorgelegt, der Pflanzen mit neuen gentechnischen Verfahren (NGT)
weitgehend vom geltenden Gentechnik-Recht ausnehmen würde. Das
bedeutet, dass sie keine Riskioprüfung durchlaufen und nicht als
gentechnikverändert gekennzeichnet werden müssen. In der Nacht auf
Donnerstag einigten sich die Verhandler der EU-Ratspräsidentschaft,
des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission im sogenannten
„Trilog“ auf einen Kompromissvorschlag.

Zwtl.: Jetzt Chance für Nachbesserungen nutzen

Nun liegt der Ball beim Rat der Agrarminister und beim
Europäischen Parlament: Beide Gremien müssen noch über den
Kompromissvorschlag abstimmen. Lehnen sie ab und fordern Änderungen,
gehen die Verhandlungen in eine neue Runde.

“ Genau diese Chance müssen die Entscheidungsträger:innen jetzt
nutzen, um eine verpflichtende Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit,
den Schutz vor Patenten auf Pflanzen und damit die europäische
Ernährungssicherheit zu garantieren „, appelliert Barbara Riegler.

Über BIO AUSTRIA

BIO AUSTRIA ist das Netzwerk der österreichischen Biobäuerinnen
und Biobauern. Als größter Bio-Verband in Europa repräsentiert BIO
AUSTRIA die österreichische Bio-Landwirtschaft und vertritt die
Interessen der Biobäuerinnen und Biobauern. Zudem hat der Verband
knapp 500 Partnerunternehmen in der Wirtschaft. Nähere Informationen
unter www.bio-austria.at