Moosbrugger zu Mercosur: EU setzt Bauern-Vergrämungspolitik fort

Wien (OTS) – LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger betont zum
geplanten
Mercosur-Handelsabkommen: „Sich in diesen weltpolitisch unsicheren
Zeiten bei zentralen Lebensgrundlagen wie Nahrungsmitteln weiter von
Übersee abhängig zu machen und eigene Versorgungsstrukturen
zusätzlich unter Druck zu bringen, ist ein mehr als gefährlicher
Irrweg. Die EU-Kommission wird ihren Kurs dringend korrigieren und
sich etwas Substanzielles für die Bäuerinnen und Bauern überlegen
müssen. Ansonsten wird sie weitere massive Protestaktionen
provozieren, wie jüngst in Brüssel und anderen europäischen Städten.“

Existenzsorgen der Bäuerinnen und Bauern konstant ignoriert

„Die EU-Kommission, die zumindest kommunikativ alles unternommen
hat, um eine qualifizierte Mehrheit für Mercosur zu erreichen, setzt
ihre Bauern-Vergrämungspolitik unbeirrt fort und ignoriert die
Existenzsorgen der Bäuerinnen und Bauern komplett. Immer mehr
Bürokratie, immer mehr Auflagen und immer mehr Importe zu miesen
Produktionsstandards, die wir in Österreich selbst nicht haben
wollen, gefährden Europas Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln und
somit Sicherheit“, warnt der LKÖ-Präsident.

Zeitlicher Vorgriff auf Mittel ist keine Verbesserung, sondern
weitere Provokation

„Die EU-Kommission plant unverändert massive Kürzungen des EU-
Agrarbudgets. Der Vorschlag für einen zeitlichen Vorgriff auf die
Mittel ist keine echte Verbesserung und keine nachhaltige Lösung für
die Bäuerinnen und Bauern, sondern vielmehr eine weitere Provokation.
Das ist nicht mehr als ein unwirksames Schmerzpflaster der EU-
Kommission, das die Bauern längst durchschaut haben“, kritisiert
Moosbrugger, der für die europäische Landwirtschaft keine Vorteile
durch Mercosur erkennen kann – im Gegenteil. „Die europäische Politik
hat in den letzten Jahren mit ihrem „Green Deal“ die
Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft deutlich
geschwächt. In diesen und weiteren Fällen tragen wiederholt die
Bäuerinnen und Bauern die Kosten. Das darf nicht so weiter gehen“,
warnt der LKÖ-Präsident.

Zentrale regionale Versorgungsstrukturen absichern, nicht
zerstören

„Gerade in Zeiten, in denen weltweit ein neuer Imperialismus
aufkommt und die Klimakrise voranschreitet, sollten zentrale
regionale Versorgungsstrukturen – allen voran unsere bäuerlichen
Familienunternehmen – keinesfalls anderen Sektoren geopfert, sondern
vielmehr gestärkt und abgesichert werden“, so Moosbrugger, der einen
massiven Kurswechsel von der EU-Kommission mit echten, nachhaltigen
Zukunftsperspektiven sowie deutliche Entlastungen bei Kosten,
Auflagen und Bürokratie für die bäuerlichen Familienunternehmen
fordert.