KunstHausWien 2026: Samen für eine nachhaltige Zukunft

Wien (OTS) – Aus der Katastrophe keimt die Zukunft: Von der noch
laufenden
Ausstellung Normale Katastrophe von Julius von Bismarck bis zur
Gruppenausstellung Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures spannt das
KunstHausWien, ein Museum der Wien Holding, 2026 einen Bogen, der in
angespannten Zeiten den Blick auf eine ökologisch nachhaltige und
zugleich ökonomisch tragfähige Zukunft richtet. Angesichts geänderter
Handlungsspielräume ist Programm mehr denn je Position. Mit der
zweiten Ausgabe der Klima Biennale Wien setzt das Haus deshalb ein
klares Zeichen – für kulturelle Verantwortung und das konsequente
Zusammendenken von ökologischer Haltung und wirtschaftlicher
Realität.

Zwtl.: Rückblick 2025

Mit rund 121.000 Besucher*innen war 2025 für das KunstHausWien
ein erfolgreiches Jahr, in dem das Museum seine Positionierung als
Ort für zeitgenössische Kunst mit ökologischem und
gesellschaftspolitischem Fokus stärken konnte. Internationale
Gegenwartskunst, experimentelle Formate und partizipative Projekte
verschmolzen zu einem Programm, das Nachhaltigkeit, Naturverhältnisse
und globale Produktionssysteme thematisierte.

Der Kernbereich zu Friedensreich Hundertwasser wurde durch
Workshops wie Hundertwasser. Ideas for Future oder neu entwickelte
Tastbilder bereichert, die seine Werke mit allen Sinnen erfahrbar
machen und zum barrierefreien Angebot des Museums beitragen.

Die Wechselausstellungen setzten technisch wie inhaltlich
Maßstäbe: Auf Anne Duk Hee Jordans raumfüllende Tiefseelandschaft
folgte im Frühling die Einzelausstellung Antimatter Factory von Mika
Rottenberg, die mit großen Videoarbeiten, Installationen und
kinetischen Skulpturen auf humorvolle Weise Konsum, Arbeit und
Ressourcenausbeutung hinterfragte. Seit September 2025 läuft im
KunstHausWien die Normale Katastrophe – und das jedenfalls noch bis
8. März 2026. Julius von Bismarck stellt in seiner Einzelausstellung
Naturgewalten wie Sturm, Feuer und Blitz in den Mittelpunkt –
besonders spektakulär ist die Installation mit einem brennenden Baum
im Innenhof.

Sehr positiv war das Publikumsecho auf die neue Programmierung im
Projektraum Garage, der seit 2025 verstärkt prozessbasierte und
partizipative Ausstellungen bei freiem Eintritt bietet. Projekte wie
Plastic Matters , Grüne Wäsche Wien oder The Belly Knows Before the
Brain behandelten Themen wie Plastik, Greenwashing und den planetaren
Stoffwechsel. Beim Recycling von Plastik, offenen Foren zu urbaner
Nachhaltigkeit oder beim Anlegen eines gemeinsamen Komposthaufens
wurden die Besucher*innen selbst Teil des künstlerischen Prozesses.

Ein umfangreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm mit
Workshops von Künstler*innen, Ferienprogrammen, Repair-Cafés und
Diskursformaten mit Wissenschaft und Nachbarschaft machten Kunst und
Nachhaltigkeit im KunstHausWien für Kinder, Familien und Erwachsene
erlebbar.

Zwtl.: Ausblick 2026

Im Zentrum des diesjährigen Programms steht die zweite Klima
Biennale Wien von 9. April bis 10. Mai 2026 – erneut als
spartenübergreifendes Festival an der Schnittstelle von Kunst, Klima
und Gesellschaft. Initiiert von der Stadt Wien und veranstaltet vom
KunstHausWien verwandelt die Biennale den gesamten Stadtraum in ein
Labor für Kunst und nachhaltige Zukunft, wobei diesmal der
öffentliche Raum noch stärker in den Mittelpunkt gerückt wird – mit
dem Karlsplatz als Zentrum. Das Festival macht damit Klimafragen
sicht-, spür- und diskutierbar – und das mitten im Alltag der Stadt.
Neben der Festivalzentrale im KunstHausWien bilden 2026 erneut die
Partner*inneninstitutionen und Kooperationen das kreative Fundament
der Biennale. Das KunstHausWien ist als Festivalzentrale inhaltlicher
Ausgangspunkt – thematisch und visuell sichtbar durch eine umfassende
Szenographie im Haus. Im Museum selbst werden die Ausstellungen
Seeds. Reclaiming Roots. Sowing Futures und The Institute of Queer
Ecology. I Wish We Had More Time gezeigt.

Zwtl.: Das detaillierte Programm der Klima Biennale Wien 2026 wird am
23. Februar 2026 im KunstHausWien präsentiert.

Die Gruppenausstellung Seeds. Reclaiming Roots. Sowing Futures ,
kuratiert von Sophie Haslinger, schlägt Brücken zwischen Kunst,
Ökologie und Aktivismus. Im Zentrum stehen Samen als Grundlage
unseres Lebens: Die Skulpturen, Installationen, Fotografien und
Videoarbeiten der 14 internationalen Künstler*innen nehmen das
Samenkorn als Ausgangspunkt, um über das Verhältnis des Menschen zur
Erde, zu Wissen und Zukunft nachzudenken. Sie erzählen vom
Verschwinden und Bewahren, von Verlust und Regeneration, vom
poetischen wie politischen Potenzial des Sorgens und gemeinsamen
Wachsens. So wie ein Samenkorn Erbe und Potenzial, Geschichten und
Zukünfte in sich trägt, entfalten sich in der Ausstellung vielfältige
Narrative, die Verflechtungen und Komplexität der globalen Klimakrise
greifbar machen und dazu einladen, über mögliche Zukünfte zu
reflektieren. Die in Wien lebenden Künstler*innen Michaela Putz und
Christian Kosmas Mayer sowie der dänische Künstler Tue Greenfort
entwickeln für die Ausstellung neue, vom KunstHausWien
kommissionierte Arbeiten.

Mit Arbeiten von Ackroyd & Harvey, Maria Thereza Alves, Alexandra
Baumgartner, Tue Greenfort, Kapwani Kiwanga, Dominique Koch, Jumana
Manna, Christian Kosmas Mayer, Marzia Migliora, Lucía Pizzani,
Michaela Putz, Cecilia Vicuña und Munem Wasif. Die Ausstellung ist
über die Biennale hinaus bis 14. Februar 2027 zu sehen.

Im Projektraum Garage ist mit I Wish We Had More Time erstmals in
Österreich eine Einzelausstellung des Institute of Queer Ecology zu
sehen. Die von Stephan Kuss und Veronika Hackl kuratierte Schau
vereint Beiträge von Künstler*innen, Musiker*innen, Schriftsteller*
innen und Wissenschaftler*innen, die sich den vielfältigen
Bedeutungen von Verlust widmen: ökologisch, gemeinschaftlich und
relational. Durch Klimaveränderungen geraten Symbiosen und das
sensible Zusammenspiel der Arten durcheinander. Gleichzeitig
thematisiert die Ausstellung Brüche queerer Geschichte und
Erzähltraditionen, die durch gesellschaftliche Krisen wie die AIDS-
Epidemie verursacht wurden, sowie Verluste, die entstehen, wenn zwei
Lebewesen zur falschen Zeit oder am falschen Ort aufeinandertreffen –
verpasste Begegnungen und Wehmut. Die Ausstellung ist bis 9. August
zu sehen.

Ab 10. September tritt das Künstler*innen-Kollektiv Futurefarmers
in ihrer ortsspezifischen, prozessorientierten Ausstellung Neighbour*
ing aktiv in Beziehung zur prominenten Nachbarin Donau. Sie widmen
sich dem Gewässer als Subjekt wechselseitiger Einflüsse, das vom
Menschen geformt wird und zugleich das Leben um sich herum formt.
Dabei greifen sie auf die Etymologie von „neighbour“ zurück und
verdeutlichen, wie eng dieser Begriff mit Landarbeit und den
Prozessen des Wachsens und Existierens verbunden ist. Gemeinsam mit
lokalen Flussgemeinschaften – darunter Schwimmvereine,
Gemeinschaftsgärten, Imker*innen und Fischer*innen – legen sie ein
materielles Archiv aus Sedimenten an. Diese Begegnungen dienen als
Ausgangspunkt für Reflexion und Austausch. Futurefarmers nutzen
Klang, Spaziergänge und improvisierte öffentliche Aktionen, um unsere
Perspektive auf und unsere Erfahrung mit Donau zu verändern: von
etwas, neben dem wir leben zu einem lebendigen Wesen, das immer Teil
eines Netzes aus Beziehungen ist. Von 10. September 2026 bis 3.
Jänner 2027 bei freiem Eintritt, kuratiert von Stephan Kuss und
Veronika Hackl.

In der Sammlung Hundertwasser ist noch bis Ende Juni 2026 die
prominente Leihgabe „Grüne Stadt“ aus der Sammlung Christian Baha zu
sehen. Ein vertiefendes Vermittlungsprogramm widmet sich dem
ökologischen Engagement des berühmten Ausnahmekünstlers Friedensreich
Hundertwasser. (Schluss)