Wien (OTS) – „Gerade die vielen kleinen und mittleren Tourismus- und
Freizeitbetriebe kämpfen seit Jahren mit einer kaum mehr
bewältigbaren Fülle an bürokratischen Auflagen – oftmals
realitätsfern, vielfach mit Doppelgleisigkeiten und im Betriebsalltag
schlicht hinderlich“, betont Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich des heute im
Ministerrat beschlossenen Entbürokratisierungspakets.
„Durch die aktuelle Vorlage des Staatssekretärs für
Entbürokratisierung, Sepp Schellhorn, wurden mehrere unserer
zentralen Forderungen nun aufgegriffen – das bringt spürbare und vor
allem sinnvolle sowie an die Digitalisierungstransformation
angepasste Verwaltungserleichterungen. Für viele Unternehmerinnen und
Unternehmer ist es eine überfällige Entlastung in einem ohnehin
herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld“, sagt Kraus-Winkler. Die
Bundessparte habe sich über viele Monate dafür eingesetzt, konkrete
Hemmnisse aufzuzeigen und praxistaugliche Lösungen vorzulegen.
Ersten Verbesserungen müssen weitere folgen
Das Paket enthalte eine Reihe von Maßnahmen, die Abläufe
vereinfachen und unnötige Dokumentationspflichten entschärfen, wie
etwa die Verlängerung der Grace Period, die Vereinfachung der
Preisauszeichnung für Beherbergungsbetriebe, die von Kraus-Winkler
schon in ihrer vorherigen Funktion als Tourismusstaatssekretärin
geforderte und für Österreich überfällige gesetzliche Grundlage für
das digitale Gästeblatt sowie die Implementierung des Grundsatzes
„Beraten statt Strafen“. „Das ist ein guter Anfang – aber eben erst
ein Anfang. Der Abbau bürokratischer Lasten ist kein einmaliges
Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Eine zügige Umsetzung ist
nun entscheidend, weitere Schritte müssen rasch folgen“, fordert
Kraus-Winkler. So sei etwa auch die rasche Umsetzung einer einfachen
und unbürokratischen Aushilfskräfteregelung mittels App-Anmeldung
noch eine der zentralen Forderungen der Tourismuswirtschaft. Kraus-
Winkler: „Unsere Betriebe wollen ihre Zeit klarerweise in Gäste und
Angebote investieren – nicht in Papierberge.“
Hotellerie-Obmann Georg Imlauer begrüßt die für die heimischen
Hotelbetriebe wichtigen Maßnahmen, weist aber auf notwendige
Präzisierungen hin: „Das digitale Gästeblatt ist ein wichtiger
Schritt zur Entbürokratisierung – allerdings nur dann, wenn damit
auch die Meldeverpflichtungen gegenüber Gemeinden und Statistik
Austria konsequent vereinfacht oder vollständig digital abgewickelt
werden, ohne Zusatzaufwand für die Betriebe. Es muss aber jedenfalls
sichergestellt werden, dass vor Einführung des digitalen Gästeblatts
auch private Vermieter einer Registrierungspflicht unterliegen. Nur
so kann ein digitales Gästeblatt auch wirklich alle
Beherbergungsbetriebe umfassen“. Zur angekündigten Überarbeitung der
Preisauszeichnung ergänzt Imlauer: „Wir erwarten Rechtsklarheit und
eindeutige wettbewerbsrechtliche Regelungen, damit
Vermittlungsplattformen und andere Intermediäre künftig keine
Provisionen auf Abgaben oder ähnliche Positionen verrechnen können.“
„Entbürokratisierung ist kein ‚nice-to-have‘, sondern
Voraussetzung für einen modernen Wirtschaftsstandort und dafür, dass
unsere Unternehmer:innen ihre Zeit in Gäste, Qualität und ihren
Betrieb investieren können und nicht in unnötige Mehrfachmeldungen
oder Doppelprüfungen. Jede Modernisierung und
Verwaltungsvereinfachung hilft unseren Betrieben, stärkt unsere
Wettbewerbsfähigkeit und sichert Arbeitsplätze in ganz Österreich.
Nun müssen die Maßnahmen rasch umgesetzt werden“, betont Kraus-
Winkler abschließend. (PWK510/ES)