Wien (OTS) – Die Preis-Jury unter dem Vorsitz von Ulrike Kuch,
Rektorin der
Universität für angewandte Kunst Wien, ehrte das Werk des Duos als
„eine medial vielschichtige künstlerische Praxis, die durch den
wechselseitigen Bezug ihrer Arbeiten eine präzise performative
Weiterentwicklung von Konzeptkunst, Malerei und Installation
ermöglicht. Die in den künstlerischen Arbeiten stets sichtbare,
inspirierende Thematisierung von queer-feministischen und Trans*-
Körperdiskursen weist direkte, zuweilen explizite Bezüge zur
Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentität und Sexualität in der
Moderne auf, wie sie auch das Werk von Oskar Kokoschka prägt“.
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner betonte in ihrer Ansprache
die „essentielle Bedeutung von Kunst für eine lebendige Demokratie.
Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl legen den Finger in die
Wunden gesellschaftlicher Entwicklungen und tragen mit ihrer Kunst
dazu bei, dass Augen geöffnet werden und der gegenseitige Respekt
hochgehalten wird.“
Thomas Trummer, Direktor des Kunsthaus Bregenz, skizzierte in
seiner Laudatio die Kunst von Jakob Lena Knebl und Ashley Hans
Scheirl als ein „Werk ohne Anfang und Ende, als ein Werk der Mutation
und Metamorphose, das von einem „Motiv des Dahingehens und
Weiterschreitens“ geprägt ist. „Es ist ein Werk, das immer
transgressiv & kompilatorisch ist und immer weitergeht.“
Jakob Lena Knebl studierte Mode bei Raf Simons an der Universität
für angewandte Kunst Wien und textuelle Bildhauerei bei Heimo
Zobernig an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie leitet heute
als Professorin die Abteilung für Transmediale Kunst sowie das
Institut für Bildende und Mediale Kunst der Angewandten. Ihre
Arbeiten waren zuletzt etwa im mumok, im Lentos Museum Linz oder dem
Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu sehen.
Ashley Hans Scheirl entwickelte nach Studien in Wien und London
ein umfangreiches Werk aus den Bereichen Film, Performance, Sound und
Malerei. Zuletzt war unter dem Titel In & Out of Painting* eine große
Werkschau von Ashley Hans Scheirl im Belvedere 21 zu sehen.
Gemeinsam vertraten Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl 2022
Österreich bei der 59. Biennale in Venedig und hatten weitere große
gemeinsame Ausstellungen, etwa bei der Biennale in Lyon (2019/20), im
Kunsthaus Bregenz (2020/21) sowie zuletzt im Palais de Tokyo, Paris (
2023/24).
Der Oskar-Kokoschka-Preis ist einer der wichtigsten Preise für
bildende Kunst in Österreich. Er wird alle zwei Jahre von einer
zehnköpfigen Jury unter Vorsitz der Rektorin der Universität für
angewandte Kunst Wien vergeben, ist mit 20.000 Ꞓ dotiert und wird
seit 1980 vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und
Forschung gestiftet. Dieser Preis ergeht für hervorragende Leistungen
auf dem Gebiet der bildenden Kunst an nationale oder internationale
Künstler*innen und soll statutengemäß am Geburtstag seines
Namensgebers Oskar Kokoschka verliehen werden. Der Preis wird Jakob
Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl am 26. Februar 2026 an der
Universität für angewandte Kunst Wien durch Bundesministerin Eva-
Maria Holzleitner überreicht.
Der erste Oskar-Kokoschka-Preis erging 1981 an Hans Hartung.
Seither wurden Mario Merz, Gerhard Richter, Siegfried Anzinger,
Künstler aus Gugging, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John
Baldessari, Maria Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus,
Martha Rosler, William Kentridge, Raymond Pettibon, Yoko Ono, Peter
Weibel, Andrea Fraser, Martha Jungwirth, Monica Bonvicini, Lawrence
Weiner und zuletzt 2024 Miriam Cahn ausgezeichnet.
Erst- und einmalig wurde zugleich mit dem Oskar-Kokoschka-Preis
auch das Miriam-Cahn-Stipendium verliehen. Die Schweizer Künstlerin,
die 2024 mit dem Oskar-Kokoschka-Preis ausgezeichnet worden war,
hatte ihr Preisgeld für ein Stipendium gestiftet, das einer bildenden
Künstlerin nach dem Studium zuguzte kommen soll. Mit Natalia Gurova
wurde eine Künstlerin ausgewählt, deren Praxis sich an der
Schnittstelle von Fiktion, Geschichte und sozialen Strukturen bewegt.
Sie beschäftigt sich mit Räumen und deren sozialen Dimensionen und
setzt sich dabei mit Fragen der Migration, queeren Identitäten und
Erinnerungspolitik auseinander. Natalia Gurova wurde in Belarus
geboren und lebt seit 2014 in Österreich. Zunächst studierte sie
Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien und
dann Kunst und Raum | Objekt an der Akademie der bildenden Künste
Wien. Für ihr Diplomprojekt erhielt sie 2025 den Würdigungspreis der
Akademie. Ihre Werke wurden unter anderem bei der Vienna Art Week,
der Vienna Design Week, im Österreichischen Kulturforum London, in
der Galerie Michaela Stock, im Belvedere 21 sowie im musa (Wien
Museum) ausgestellt.
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