Wien (OTS) – In der eben erschienen Ausgabe des Profils wird einmal
mehr deutlich,
dass der ÖVP-Wirtschaftsbund trotz des massiven Unmuts, der in den
letzten Tagen deutlich wurde, weiter macht mit den Täuschungsmanövern
über die Vermögenssituation der WKÖ. Auf der Website der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wurde in einem Faktencheck zwar
erstmalig öffentlich eingeräumt, dass die Rücklagen – wie in der
Vergangenheit von der Grünen Wirtschaft mehrfach thematisiert –
tatsächlich über 2 Milliarden Euro betragen. Gleichzeitig präsentiert
die WKÖ erneut Berechnungen, die die tatsächliche finanzielle Lage
vertuschen und den frei verfügbaren Teil kleiner erscheinen lassen.
Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft:
„Dass die tatsächliche Höhe der Rücklagen nun bestätigt wird, ist ein
längst überfälliger Schritt. Doch gleichzeitig wird erneut versucht,
ein verzerrtes Bild darzustellen. Die Kammer ist deutlich flüssiger,
als sie zugibt – und sie rechnet ihre Milliardenreserven systematisch
klein.“
Im aktuellen Faktencheck wird zwischen gebundenen und
ungebundenen Rücklagen unterschieden und betont, zwei Drittel seien
„nicht verfügbar“. Dabei wird jedoch nur ein Teil der Organisation
abgebildet: Die Darstellung umfasst ausschließlich die Kammern,
während die Fachorganisationen – die ebenfalls über beachtliche
Mittel verfügen – nicht berücksichtigt werden.
Gleichzeitig bleibt unerwähnt, dass auch gebundene Mittel
Rücklagen sind: Immobilien können verkauft oder zur Sicherung von
Darlehen genutzt werden. Selbst wenn sämtliche gebundenen Mittel
abgezogen werden, verfügt die gesamte WKÖ weiterhin über mehr als 1,3
Milliarden Euro an tatsächlich ungebundenen, frei verfügbaren
Rücklagen.
Milliardenrücklagen wachsen – Wirtschaft stagniert
Besonders deutlich wird die Schieflage im langfristigen Vergleich:
Seit 2019 sind die Rücklagen der WKÖ um 18,9 Prozent gestiegen – im
selben Zeitraum ist das österreichische BIP lediglich um 1,95 Prozent
gewachsen.
„Wenn die Rücklagen der Kammer fast zehnmal so stark wachsen wie
die Wirtschaftsleistung, zeigt das, wie unsinnig die Systematik der
Kammereinnahmen ist. Der ÖVP-Wirtschaftsbund hat sich hier eine
stetig anwachsende Einnahmequelle zur Beeinflussung der öffentlichen
Meinung geschaffen“ , so Jungwirth.
Verändern statt Beschönigen
Angesichts dieser Schieflage braucht es dringend konkrete Maßnahmen
statt weiterer kosmetischer Manöver. Die Grüne Wirtschaft fordert
daher:
· Eine Senkung der Beiträge zur Entlastung der Pflichtmitglieder
· Einen Abbau der Rücklagen
· Vollständige Transparenz bei den Kammerfinanzen
· Eine Freigabe der Mittel, damit sie dort wirken, wo sie gebraucht
werden
Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft:
„Es gibt keinen Grund, Milliarden zu bunkern, während viele
Unternehmen kämpfen. Die Rücklagen gehören den Mitgliedern – und sie
müssen endlich für die Entlastung der Mitglieder verwendet werden.“
Eine ausführliche Aufbereitung der Zahlen inklusive Grafiken finden
Interessierte hier im Rahmen des Formats „Wirtschaftskammer Glasklar“
der Grünen Wirtschaft.