Grüne Wien/Huemer: Ausbauplan für gesicherte Versorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie notwendig

Wien (OTS) – „Der Ausbau für eine gesicherte Versorgung in der
Kinder- und
Jugendpsychiatrie muss bundes- und landesweit deutlich schneller
erfolgen“, fordert Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen
Wien, anlässlich des heute präsentierten Rechnungshofberichts „Kinder
– und Jugendpsychiatrie – Versorgungsplanung und Umsetzung“ .
Der Bericht zeigt massive Versorgungslücken auf – auch in Wien. So
wurden vom Bundesrechnungshof durch anonyme Testanrufe
durchschnittliche Wartezeiten von 90 Tagen auf einen
Behandlungstermin bei einer Kinder- und Jugendpsychiater:in mit
Kassenvertrag festgestellt. „90 Tage warten auf einen
Behandlungstermin ist für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche
absolut inakzeptabel. Wir brauchen dringend mehr Tempo im Aufbau
einer gesicherten Versorgung: mehr Kassenstellen und eine
funktionierende, integrative Versorgung“, so Huemer.

Massive Engpässe schon lange bekannt

Die Wiener Grünen sehen sich durch den Rechnungshofbericht in
ihrer langjährigen Kritik bestätigt. Schon 2021 stellten sie ein
Prüfansuchen an den Stadtrechnungshof zur gesundheitlichen Versorgung
psychisch und psychosomatisch erkrankter Kinder und Jugendlicher in
Wien. Dessen Ergebnisse belegten: massive Engpässe im stationären
Bereich, zu wenig Betten, zu wenig Personal, zu lange Wartezeiten
sowie wiederkehrende Unterbringung von Minderjährigen in der
Erwachsenenpsychiatrie. Darüber hinaus sind bisher nur 2 von 6 im
Versorgungsplan vorgesehenen „extramuralen Ambulatorien“ tatsächlich
in Betrieb. Besonders prekär ist die Lage für autistische Kinder und
Jugendliche: Im Kompetenzzentrum Favoriten betrug die Wartezeit auf
einen Therapieplatz zuletzt eineinhalb Jahre – und selbst dann
standen Plätze nur Kindern aus der unmittelbaren Umgebung zur
Verfügung.

„Die Berichte von Bundes- und Stadtrechnungshof zeichnen ein
klares Bild: Die Versorgung ist nach wie vor unzureichend. Die
psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen muss endlich
ernster genommen und durch konkrete Maßnahmen nachhaltig verbessert
werden“, so Huemer abschließend.