Wien (OTS) – Nach einer Umfrage von Deloitte Österreich unter 615
Unternehmensvertreter:innen werden Karrierechancen von Frauen
zunehmend pessimistisch eingeschätzt. Die Gründe dafür liegen aber
nicht in fehlender Qualifikation oder mangelnder Einsatzbereitschaft
von Frauen, sondern an der grundlegenden Einstellung von
Unternehmern: „Wenn die Wirtschaft kriselt und die Arbeitslosenzahlen
steigen, wird Frauenförderung zur Randnotiz“, kritisiert Elisabeth
Götze, Wirtschaftssprecherin der Grünen. „Wir wissen zwar
mittlerweile, dass Frauen maßgeblich den Erfolg von Unternehmen
fördern, und das ganz besonders, wenn Führungsebenen gemischt besetzt
sind – aber gerade in Krisenzeiten halten die Männernetzwerke in
Führungsetagen die gläserne Decke für Frauen geschlossen.“
„Frauen werden in einer patriarchalen Gesellschaft zur ‘stillen
Reserve’“, erklärt Götze und weiter: „In Zeiten von Arbeitskräfte-
Mangel, spricht der Wirtschaftsminister schnell mal von ‘Lifestyle-
Teilzeit’. Kriselt die Wirtschaft und werden weniger Arbeitskräfte
gesucht, dann verkommt Diversität zur Randnotiz und auch in der
Politik verliert Frauenförderung an Bedeutung.“
Das zeigt auch die mutlose Minimal-Umsetzung der Women-on-Boards-
Richtlinie, die die Regierung im Dezember auf den Weg gebracht hat:
„Statt ein starkes Signal zu setzen und in Vorstandsetagen endlich
verbindliche Frauenquoten einzuführen, hat sich die Regierung auf die
Minimalvariante einer 40%-Quote in Aufsichtsräten zurückgezogen. Das
ist keine zukunftsweisende Politik“, zeigt sich Götze enttäuscht.