Linz (OTS) – Im Rahmen der Generalversammlung des Verbandes
Wärmepumpe Austria
diskutierten die VertreterInnen der österreichischen Wärmepumpen-
Branche über aktuelle Entwicklungen der österreichischen Energie- und
Klimapolitik sowie deren Auswirkungen. Im Mittelpunkt standen der
erwartete Markteinbruch durch die Ausschöpfung des Kesseltausch-
Budget für 2026 und der Ausblick auf 2027 das aktuelle Doppel-Budget,
die geplanten Förderkriterien und die damit verbundenen
Herausforderungen.
Die Generalversammlung fand am 18. Juni 2026 auf Einladung des
Verbandsmitglieds Windhager – BHT statt. Mehr als 100 VertreterInnen
der heimischen Wärmepumpen-Branche aus ganz Österreich folgten der
Einladung nach Seekirchen.
Andreas Weißenbacher, CEO der BWT Holding GmbH, begrüßte die
Mitglieder des Verbands sehr herzlich. Unter dem Leitgedanken „For
You and Planet Blue“ präsentierte er seine Philosophie und
unterstrich die Bedeutung innovativer Wärmepumpentechnologien als
zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Wärmewende.
In den Fachvorträgen wurden Zukunftsthemen aufgegriffen. So
wurden die Ergebnisse der Studie „Netzdienliche Wärmepumpe der
Zukunft“, die Qualitätsanforderungen bei Wärmepumpeninstallationen
sowie die Herausforderungen des Generationenwechsels und der
Fachkräftesicherung vorgestellt.
Die Studie zeigt, dass der gesamte Wärmesektor bis 2040
konsequent von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Systeme wie
die Wärmepumpe umgestellt werden muss, um die nationalen Klimaziele
zu erreichen. Laut den Berechnungen der Studie werden bis 2040 rund
1,3 Millionen zusätzliche Wärmepumpen benötigt, darunter mehr als
eine Million Heizungswärmepumpen. Dies entspricht einem jährlichen
Ausbau von etwa 60.000 Heizungswärmepumpen.
Dies würde einen enormen Wachstumsmotor für Wirtschaft und
Gesellschaft bedeuten und eine hohe regionale Wertschöpfung sowie die
Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Regionen
ermöglichen. Durch den Austausch von Heizkesseln könnten rund 19
Terawattstunden Erdgas und Heizöl ersetzt, die Energieunabhängigkeit
Österreichs gestärkt und mehrere Millionen Tonnen CO₂ eingespart
werden. Darüber hinaus könnten volkswirtschaftliche Kosten in Höhe
von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich vermieden werden, die bei
einer Verfehlung der europäischen Klimaziele durch den Kauf
zusätzlicher Emissionszertifikate entstehen würden.
Mit der Umsetzung der geplanten Klimaziele – rund 1,3 Millionen
Wärmepumpen bis 2040 – können die heutigen nationalen Gasimporte um
bis zu 24 %, das sind 19 TWh, reduziert werden.” Dies führt zu
Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und einer unabhängigen
Wärmeversorgung zu leistbaren Preisen.
Im weiteren Verlauf führte Präsident Freimüller durch die
Generalversammlung. Neben den üblichen Tagesordnungspunkten zog er
Bilanz über die Aktivitäten und Erfolge des Arbeitsprogramms 2025 und
präsentierte die inhaltlichen Schwerpunkte für das Jahr 2026. Es
folgten Einblicke in die aktuelle Situation des rückläufigen Marktes
und die Auswirkungen des bald ausgeschöpften Förderbudget für den
Kesseltausch sowie ein Ausblick auf das Jahr 2027.
Die Branche muss langfristig von Förderprogrammen unabhängig
werden. Es muss uns gelingen, die zahlreichen Vorteile der
Technologie noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern
und die Wärmepumpe als wirtschaftlich attraktive, zukunftssichere und
nachhaltige Lösung zu positionieren.
Aus diesem Grund möchten der Verband und die Mitglieder eine
gemeinsame und abgestimmte Marketinginitiative erarbeiten. Das Ziel
ist klar: Mit unterschiedlichen Werbemaßnahmen sollen die
vielfältigen Vorteile einer Wärmepumpe verständlich und
nachvollziehbar vermittelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei jener
Nutzen, der für die Menschen besonders relevant ist, z.B. Heizung,
Kühlung und Warmwasser mit nur einer Technologie, Senkung der
Betriebs- und Energiekosten, Nutzung kostenlos verfügbarer
Umweltenergie und PV-Strom und hohe Energieeffizienz.
Mit der schrittweisen CO₂-Bepreisung fossiler Energieträger wird
die Wärmepumpe immer mehr zu einem wirtschaftlichen Vorteil für die
Haushalte.
Ergänzend berichtete Herr Freimüller über die Ergebnisse des
Berichts „Umweltinvestitionen des Bundes – Klima- und
Umweltschutzmaßnahmen 2025“. Die präsentierten Zahlen verdeutlichen
die hohe Bedeutung öffentlicher Investitionen für die Erreichung der
österreichischen Klima- und Energieziele und unterstreichen die
zentrale Rolle der Wärmepumpe.
Aus Sicht des Verbandes können die Klimaziele nur unter
Einhaltung folgender Maßgaben erreicht werden:
1. Ordnungspolitische Regelungen : Neben dem EWG für Neubauten muss
eine verpflichtende Alternativenprüfung zum Ersatz fossiler
Bestandsanlagen durch erneuerbare Heizsysteme vorgeschrieben werden.
2. Kontinuierliche Steigerung der Kosten für den Betrieb fossiler
Heizsysteme : Dazu dient die CO2-Bepreisung, die ab 2027 im Rahmen
der Erweiterung des EU-weiten Emissionshandels (EU ETS2) auch auf den
Heizungsbereich ausgedehnt werden sollte.
3. Ausreichende Förderung : Als positiver Anreiz für den Umstieg auf
erneuerbare Heizsysteme ist eine entsprechende Förderung notwendig.
Diese sollte kontinuierlich und ohne disruptive Schritte erfolgen und
von ausreichender Höhe für die Anreizwirkung.
Mit den nationalen Energie- und Klimazielen schafft Österreich
Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, reduziert CO 2 -Emissionen
und Gasimporte, steigert die Energieunabhängigkeit und vermeidet
Strafzahlungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr 2040.
Die Wärmepumpe verbindet Klimaschutz, Versorgungssicherheit,
geringste Betriebskosten und heimische Wertschöpfung. Jetzt gilt es,
die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Haushalte und
Unternehmen weiterhin in erneuerbare Heizsysteme investieren können.
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