Wien (OTS) – „Der morgige Tag zeigt schonungslos auf, was zu viele
Frauen in
unserem Land tagtäglich erleben: Gleiche Leistung bedeutet in
Österreich noch immer viel zu oft weniger Geld. Laut aktueller
Berechnung auf Basis eines Gender Pay Gaps von 11,5 Prozent beim
Bruttojahreseinkommen von Vollzeitbeschäftigten arbeiten Frauen heuer
bis zum 11. Februar im Vergleich zu Männern statistisch gesehen
‚gratis‘. Das darf längst nicht mehr nur als Thema eines Aktionstags
behandelt werden, denn die traurige Wahrheit ist: Es ist ein
Alltagsthema. Die bloße Symbolik des Equal Pay Day ist zu wenig. Es
ist überfällig, den Lohnverlust und die damit einhergehenden Folgen
zu beenden. Mehr Netto, bessere Vereinbarkeit, Anerkennung von Pflege
– und Erziehungsarbeit sowie faire Strukturen am Arbeitsmarkt“,
stellte FPÖ-Frauensprecherin NAbg. Rosa Ecker anlässlich des morgigen
Equal Pay Day am 11. Februar mit Nachdruck fest.
Ecker verwies zudem auf die offiziellen EU-Vergleichszahlen:
Österreich liegt beim Gender Pay Gap auf Stundenlohnbasis (Eurostat-
Indikator) mit 18,3 Prozent im Jahr 2023 deutlich über dem EU-Schnitt
von zwölf Prozent. „Österreich kann sich diesen großen Abstand nicht
länger leisten – weder volkswirtschaftlich noch gesellschaftlich.
Diese unfaire Gesamtsituation bleibt nicht ohne Folgen. Frauen haben
weniger finanziellen Spielraum, geringere Aufstiegschancen und tragen
langfristig ein erhöhtes Risiko, etwa im Hinblick auf Altersarmut,
die in Österreich leider überwiegend weiblich ist. Besonders
alarmierend ist der Umstand, dass Frauen und Männer bei
gleichbleibendem Tempo erst im Jahr 2043 beim Einkommen tatsächlich
gleichziehen könnten. Diese Faktenlage ist nicht akzeptabel“, betonte
die FPÖ-Frauensprecherin.
In diesem Zusammenhang präsentierte Ecker ein umfassendes
Maßnahmenpaket, das direkt wirksam ist und Frauen im Alltag spürbar
entlastet:
– Mehr Netto vom Brutto, gerade für kleine und mittlere Einkommen:
Angesichts der Tatsache, dass Frauen in vielen Branchen nach wie vor
weniger verdienen, „muss der Staat mit Entlastungen dort ansetzen, wo
sie sofort wirken“, nennt die FPÖ-Frauenpolitikerin konkret „Abgaben,
Steuern und die kalte Progression – denn Arbeit muss sich auszahlen“.
– Vereinbarkeit ohne Ausreden: Echte Wahlfreiheit statt
Teilzeitfalle:
Pflege- und Familienarbeit sind in Österreich nach wie vor
überwiegend weiblich. „Auch wenn dieser Umstand seit Jahren bekannt
ist, werden Frauen dafür oftmals benachteiligt oder müssen
automatisch zurückstecken“, fordert Ecker passende, leistbare und
flexible Kinderbetreuungsangebote sowie verlässliche
Pflegestrukturen. „Diese Maßnahmen sind in Wahrheit längst
überfällig.“
– Recht auf Aufstockung und planbare Arbeitszeiten:
Viele Frauen würden gerne mehr Stunden arbeiten – wenn Dienstpläne,
Betreuung und Unternehmen mitspielen. Es braucht klare,
praxistaugliche Regeln, damit Arbeitszeitaufstockung möglich wird und
Teilzeit nicht zur Sackgasse wird.
– Faire Bezahlung durch Transparenz, ohne Bürokratiemonster:
Transparenz hilft, Diskriminierung sichtbar zu machen. Sie muss
jedoch schlank und umsetzbar gestaltet sein, damit sie nicht am Ende
Betriebe lähmt, statt Frauen zu stärken. „Das bedeutet konkret:
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss überprüfbar sein“, so Ecker.
– Aufstieg und Qualifizierung. Frauen in gut bezahlte Bereiche
bringen und dort halten:
Frauen müssen gezielt beim Einstieg in Technik, Handwerk,
Digitalisierung und Führungspositionen unterstützt werden – durch
praxisnahe Qualifizierungsangebote, bessere Rahmenbedingungen und
klare Karrierewege.
– Nulltoleranz bei echter Diskriminierung:
Wo Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechter gestellt werden, braucht
es raschere Verfahren, wirksame Sanktionen und konkrete Unterstützung
für Betroffene.