Haarentfernung

FPÖ – Brückl zu Wiederkehr: „Kopftuch hat an unseren Schulen generell nichts verloren“

Wien (OTS) – „Das bestehende Kopftuchverbot nur für unter 14-jährige
Schülerinnen
reicht bei Weitem nicht aus. Das Kopftuch hat an unseren Schulen
generell nichts verloren, weder bei Schülerinnen noch bei Lehrkräften
oder sonstigem Personal. Österreichs Schulen müssen Schutzräume der
Freiheit und der Sicherheit sein“, hielt heute FPÖ-Bildungssprecher
NAbg. Hermann Brückl zu den Aussagen von NEOS-Bildungsminister
Wiederkehr im Ö1-„Journal zu Gast“ fest. Brückl erinnerte daran, dass
die freiheitlichen Anträge im Nationalrat zu einem Verbot des
politischen Islam und einem generellen Kopftuchverbot an den Schulen
allesamt von den Regierungsfraktionen abgelehnt wurden.

„Die Politik der letzten Jahre – auch unter dem NEOS-
Bildungsminister – hat ein Biotop aus Respektlosigkeit,
Leistungsfeindlichkeit und Gleichgültigkeit geschaffen. Die
Hauptursache für diese bedenkliche Entwicklung ist die
Massenzuwanderung samt der gescheiterten Integrationspolitik, wobei
das symbolträchtigste Beispiel dieses Versagens in Fragen der
Integration das Kopftuch darstellt“, erklärte Brückl.

„Der erneute Vorstoß für eine sechsjährige Volksschule ist nichts
anderes als das Eingangstor zur sozialistischen Einheits- und
Gesamtschule und ein beispielloser Kniefall vor der Mittelmäßigkeit.
Damit will Wiederkehr die Differenzierung abschaffen und die Leistung
nach unten nivellieren. In Wahrheit ist das ein ideologisch
motivierter Angriff auf das bewährte und differenzierte
österreichische Schulsystem“, so Brückl.

„Der Minister fabuliert seit seinem Amtsantritt permanent von
Pilotprojekten, dabei hat er aber keine Antworten auf entscheidende
Fragen: Woher kommen die Lehrkräfte für sechs Jahre Volksschule? Wer
entwickelt die neuen Lehrpläne für die 5. und 6. Schulstufe? Von der
Einführung der sechsjährigen Volksschule über die Streichung des
Sprachunterrichts bis hin zur politischen Indoktrinierung durch
Politunterricht herrscht somit bei Wiederkehr ein völliges
‚bildungspolitisches Chaos‘“, kritisierte Brückl und weiter: „Gerade
im Bildungsbereich braucht es aber Stabilität, Verlässlichkeit und
klare Zielsetzungen statt ideologischer Schnellschüsse zulasten von
Schülern, Eltern und Lehrkräften.“

Auch bei den weiteren Reformvorhaben des NEOS-Ministers sieht
Brückl mehr Schein als tatsächliche Verbesserungen: „Der sogenannte
Chancenbonus soll ausgerechnet jenen Schulen zusätzliche Ressourcen
bringen, die mit den Folgen der gescheiterten Integrationspolitik
nicht klarkommen. Um es auf den Punkt zu bringen: Jene Schulen, an
denen über Jahre schlecht gearbeitet wurde, sollen nun zusätzlich
unterstützt werden. Die hohe Zahl an Teilnehmern an der Sommerschule
sei ebenso kein Grund zum Feiern, betonte Brückl: „Wenn immer mehr
Kinder zusätzliche Sommerschulangebote benötigen, um ausreichende
Deutschkenntnisse zu erwerben, ist das kein bildungspolitischer
Erfolg, sondern vielmehr ein Alarmsignal.“

Kritisch sieht der FPÖ-Bildungssprecher auch die weitere
Digitalisierung im Bildungsbereich: „Es braucht keine weitere
Digitalisierung in unseren Volksschulen. Kinder müssen zuerst lesen,
schreiben und rechnen lernen, bevor ihnen immer mehr digitale
Endgeräte vorgesetzt werden. Ebenso den Ausbau der Ganztagsschule
lehnt Brückl in der von Wiederkehr propagierten Form ab: „Die Schule
ist keine Betreuungseinrichtung. Die Kernaufgabe der Schule ist die
Vermittlung von Wissen, Bildung und Grundkompetenzen.“

„Die entscheidende Frage ist nun: Was ist mit Wiederkehr besser
geworden? Was ist für Schüler, Eltern und Lehrer tatsächlich besser
geworden?“, fragte Brückl. „Ja, der NEOS-Minister tut etwas, aber er
setzt die falschen Schwerpunkte. Er agiert nicht, sondern reagiert,
und zwar vielfach erst dann, wenn Probleme längst unübersehbar
geworden sind“, so Brückl weiter.

„Die wahren Herausforderungen in unserem Bildungssystem liegen
nicht im Bereich von medial inszenierten Auftritten, wie dies der
Minister wieder am kommenden Montag in einem Gymnasium vorhat,
sondern zeigen sich tagtäglich in Österreichs Klassenzimmern. Vor
allem in Wien erleben wir die Realität an den Schulen mit einem
massiven Lehrermangel, zunehmenden Sprachdefiziten bei Schülern sowie
einem System, das seine Kernaufgabe – die Vermittlung von
Grundkompetenzen – immer weniger erfüllen kann“, betonte Brückl.