Wien (OTS) – foodwatch-Geschäftsführerin Indra Kley-Schöneich steht
der geplanten
Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel grundsätzlich
positiv gegenüber, fordert jedoch eine klare gesundheitspolitische
Leitlinie: “Begünstigt werden müssen jene Lebensmittel, die laut
offiziellen Ernährungsempfehlungen vermehrt auf den Tellern landen
sollen – insbesondere pflanzliche Produkte. Gleichzeitig darf es
keine pauschale Verbilligung von Fleisch und anderen tierischen
Produkten geben, deren empfohlener Konsum zuletzt deutlich nach unten
korrigiert wurde.”
„Die angekündigte Mehrwertsteuersenkung ist ein Schritt in die
richtige Richtung – entscheidend ist nun, welche Lebensmittel
tatsächlich begünstigt werden. Es braucht eine gesunde, nachhaltige
und sozial gerechte Definition von Grundnahrungsmitteln. Richtig
umgesetzt kann die Maßnahme einkommensschwache Haushalte spürbar
entlasten, eine gesunde Ernährung leistbarer machen und so
langfristig auch das Gesundheitsbudget schonen.“
Für foodwatch steht fest, dass sich die Definition von
Grundnahrungsmitteln nicht nur an gängigen Konsumgewohnheiten
orientieren soll, sondern an gesundheitspolitischen Zielen.
Andernfalls drohen langfristig steigende Krankheitskosten statt
Entlastung. Vor diesem Hintergrund warnt foodwatch ausdrücklich vor
einer pauschalen Verbilligung von Fleisch und anderen tierischen
Produkten – zumal die Bundesregierung selbst den empfohlenen Konsum
dieser Lebensmittel mit der Reform der Ernährungsempfehlungen 2024
deutlich gesenkt hat.
„Wir erwarten nun von der Regierung, dem Lobbying der
Branchenverbände standzuhalten und gezielt Produkte zu vergünstigen,
die Konsument:innen und die Umwelt stärken – und nicht die Profite
von Großkonzernen. Daher werden wir der Regierung weiter genau auf
die Finger sehen und uns dafür einsetzen, dass jene Lebensmittel
leistbarer werden, von denen wir alle profitieren und nicht wieder
vor allem die Großindustrie” , so Indra Kley-Schöneich weiter.
Die nun geplante Umsetzung ist ein wichtiger Schritt in Richtung
einer Forderung, die für foodwatch künftig alternativlos ist. Damit
Konsument:innen auch in Zukunft eine selbstbestimmte Auswahl treffen
können, braucht es zudem die von der Regierung versprochene
Nährwertkennzeichnung Nutri-Score. „Dieser muss rasch umgesetzt
werden und kann die Basis für eine langfristige Umstrukturierung des
Mehrwertsteuersystems bilden – weg von günstigen Energydrinks und hin
zu gesunden und nachhaltigen Produkten“ , zeigt sich Indra Kley-
Schöneich überzeugt.