Haarentfernung

Europäische Industriegewerkschaften sagen: Jetzt reicht’s!

Wien (OTS) – Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Jetzt reicht’s!
Europas
Industrie, Europas Arbeitsplätze, Unsere Zukunft“ geben die
österreichischen Gewerkschaften PRO-GE und GPA gemeinsam mit der
deutschen IG-Metall am 21. September den Startschuss zur großen
„Enough is enough“-Kampagne des Gewerkschaftsdachverbands industriAll
Europe. In ganz Europa sind Industriebeschäftigte mit
Personalkürzungen und Werkschließungen konfrontiert. Für die
europäischen Gewerkschaften ist klar, dass diese Entwicklung gestoppt
werden kann und muss. „Die multiplen Krisen der letzten Zeit zeigen
überdeutlich auf, wie wichtig eine stabile industrielle Basis für den
Kontinent ist“, erklären dazu PRO-GE Vorsitzender Reinhold Binder und
GPA-Bundesgeschäftsführer Mario Ferrari. Die Voraussetzungen sind
gegeben, nicht zuletzt durch bestens ausgebildete und motivierte
Arbeitskräfte. „Was wir aber brauchen, ist ein Bekenntnis von
politischer und unternehmerischer Seite zu Investitionen in die
europäische Produktion, mit dem Ziel qualitative Jobs zu sichern,
anstatt sie in andere Kontinente zu verschieben“, so Binder und
Ferrari.

Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, die Produktion in
Europa zu stärken, um die Außenabhängigkeiten zu senken. „Made in
Europe“ ist nicht nur wichtig als Qualitätssiegel nach außen. Es muss
bedeuten, die Wirtschaftskreisläufe in Europa selbst zu stärken und
so dauerhaft gute Arbeitsplätze in Europa zu schaffen. Die
Gewerkschafter begrüßen diesbezüglich ausdrücklich den Industrial
Accelerator Act (IAA) der EU, der erstmals verbindliche „Made in
Europe“-Bestimmungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge und
Förderungen regelt, sprechen sich aber klar gegen eine Aufweichung
aus: „Der IAA darf nicht zum ‚Kauf nicht in China‘-Gesetz verkümmern.
Wo ‚Made in Europe‘ draufsteht, muss europäische Wertschöpfung drin
sein“, so Binder. Darüber hinaus sollen öffentliche Gelder nicht ohne
Gegenleistungen vergeben werden, fordern die europäischen
Gewerkschaften. In der Krise haben die Regierungen Europas der
Industrie mit Milliardenhilfen unter die Arme gegriffen, so gut wie
immer ohne Auflagen, den Standort zu erhalten und ohne Beschränkung
von Dividendenzahlungen. Für den PRO-GE Vorsitzenden steht daher
fest: „Wer öffentliches Geld erhält, soll sich künftig dazu
verpflichten müssen, Arbeitsplätze in Europa zu erhalten, unter
Einhaltung aller sozialen, arbeitsrechtlichen und umwelttechnischen
Standards.“

Es muss außerdem Schluss sein mit dem Schlechtreden der
europäischen Industrie. Österreich hat – wie andere europäische
Länder auch – äußerst innovative Fachkräfte, die das Rückgrat unseres
Wohlstands sind. Anstatt die Schwächen im Blick zu haben, sollte
gemeinsam an Zukunftsperspektiven gearbeitet werden. Neben der
Politik fordert die industriAll-Kampagne auch von den Unternehmen
mehr Verantwortung ein. Denn die Investitionsflaute der letzten Jahre
ist nicht alleine der schwachen Konjunktur geschuldet. „Das Geld war
sehr wohl vorhanden, floss aber viel zu oft zu den Aktionärinnen und
Aktionären statt in Investitionen“, kritisiert GPA-
Bundesgeschäftsführer Ferrari. „Der globale Wettbewerb darf nicht
länger als Vorwand für Jobabbau missbraucht werden. Europa hat alles,
um wirtschaftlich bestehen zu können, aber dazu muss die Produktion
vor Ort vorangetrieben statt ständig nur schlecht geredet werden.“