Wien – Trautmannsdorf a. d. Leitha (OTS) – Seit vergangener Woche
steht der zweite 380/110-kV-Großtransformator
im Umspannwerk Sarasdorf nahe Bruck an der Leitha (NÖ). Der 289
Tonnen schwere Stahlkoloss wurde am Bahnhof Götzendorf für die letzte
Etappe via Straßentransport verladen und mithilfe zweier Fahrzeuge –
vorne eines zum Ziehen, hinten eines zum Schieben – innerhalb von
rund zwei Stunden zu seinem „Arbeitsplatz“ beim österreichweiten
Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG) geliefert.
Wie ihr im September 2025 gelieferter Zwilling, misst auch die
zweite Einheit in der Länge 11,5 Meter, ist 3,4 Meter breit, 4,6
Meter hoch und hat eine Leistung von 300 Megavoltampere. Die
Investitionskosten belaufen sich insgesamt auf rund 14 Millionen
Euro.
Weitere Bilder unter Das Duo ist komplett: Zweiter
Großtransformator hat APG-Umspannwerk Sarasdorf erreicht – Österreich
braucht Strom
Logistische Herausforderung
Eine besondere Herausforderung beim Transport war übrigens die
Kreuzung von der Bundesstraße B10 auf die Zufahrtsstraße zum Werk:
Zug- und Schub-Fahrzeug mussten die Position tauschen, weil Wenden
aus Platzmangel keine Option war.
Geplante Inbetriebnahme Mitte 2027
Christoph Guldner von APG berichtet: „Während Trafo Nummer 1 seit
Dezember vollständig aufgerüstet ist, erfolgt die Montage für Nummer
2 in den kommenden drei Monaten.“ Ans Netz gehen beide Mitte 2027,
zusammen mit der Inbetriebnahme der elf neuen 380-kV-Schaltanlagen
des Erweiterungsprojekts – APG baut den Standort Sarasdorf bis 2029
zu einer zentralen Strom-Drehscheibe im österreichischen
Hochspannungsnetz um: Lokal erzeugte, aber vor Ort nicht verbrauchte
Wind- und Fotovoltaikenergie kann so österreichweit verteilt werden.
Gleichzeitig kann das Brucker Becken bei Bedarf mit Strom aus dem
österreichweiten Netz der APG angespeist und sicher versorgt werden.
Zum Beispiel dann, wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint.
„Die Möglichkeit, innerhalb Österreichs erzeugten Strom aus
erneuerbaren Energien über weite Strecken zu transportieren,
reduziert die Importabhängigkeit aus dem Ausland. Damit schaffen wir
einen wichtigen Beitrag zur versorgungssicheren Energiewende,“ sagt
Guldner.
Hintergrund: Ausbau des Umspannwerks Sarasdorf
Das Umspannwerk Sarasdorf liegt im Bezirk Bruck an der Leitha,
einer der windreichsten Regionen Österreichs. Die seit Herbst 2023
laufende Erweiterung umfasst unter anderem elf neue 380-kV-
Schaltfelder und zwei Großtransformatoren. Ziel ist es, die
Anschlussleistung bis 2030 auf 900 MW zu erhöhen – genug, um bis zu
18-mal mehr Strom zu transportieren, als in der Region verbraucht
wird.
Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro
stärkt APG gemeinsam mit Netz Niederösterreich die
Versorgungssicherheit und schafft die Voraussetzungen für die
Integration von immer mehr erneuerbaren Energien ins österreichische
Stromnetz.
APG investiert bis 2034 neun Milliarden in die Netzinfrastruktur
Das Projekt ist Teil des neun Milliarden Euro schweren
Investitionsprogramms, im Rahmen dessen APG bis 2034 die
österreichweite Netzinfrastruktur ausbaut und verstärkt. Ein gut
ausgebautes Stromnetz und ausreichend Umspannwerke sind die
Voraussetzung für eine versorgungssichere, leistbare Energiewende in
Österreich.