Wien (OTS) – “Jedes Kind braucht die beste Bildung. Jedes!“, reagiert
das Netzwerk
Armutskonferenz auf die Ergebnisse der OECD-Bildungsstudie “Education
at a Glance”. 71.000 Volksschulkinder und 81.000 Kinder in der
Unterstufe leben in einkommensarmen Haushalten. „Das österreichische
Schulsystem weist einen besonders starken Zusammenhang zwischen
sozioökönomischer Herkunft und Bildungserfolg auf“, so Sozialexperte
Martin Schenk.
Die Armutskonferenz begrüßt deshalb die Einführung eines
Chancenbonus für sozial benachteiligte Schulstandorte: Für zukünftige
Finanzierung und Erfolg ist die Verankerung im Finanzausgleich
notwendig. „Denn wir wissen aus internationalen Beispielen: 1.
Schulen in kritischen Lagen verändern sich selten von sich aus. Der
Anstoß muss von außen kommen 2. Unterrichtsqualität ins Zentrum
rücken 3. Teamstrukturen aufbauen, multiprofessionelle Teams in
Schulen fördern 4. Das Grätzel, den Sozialraum um die Schule
miteinbeziehen und 5. Schule ganztägig führen. “Im Zentrum des
Turnarounds stand die Qualität des Unterrichts, das Bilden von
Lehrerteams, Ressourcen für pädagogischen Umbau und eine neue Haltung
gegenüber den Kindern: Wir trauen dir zu, dass du viel kannst,” fasst
Schenk zusammen.
Für den Erfolg zentral ist ein wertschätzendes, nicht-beschämendes
Vorgehen. Öffentliche Rankings von Schulen beschämen die Schwächeren
statt sie zu stärken – und vertiefen die Unterschiede. Zur
Schulentwicklung ist es zielführend, wenn sozial ähnlich
zusammengesetzte Schulstandorte voneinander lernen.
“Wem die humanistischen und sozialen Argumente nicht überzeugen ,
dann zumindest die ökonomischen: Die gesamtwirtschaftlichen Kosten
von Schulabbruch betragen 1,1 Mrd Euro im Jahr”, so die
Armutskonferenz abschließend.