Abschiebungen im abgelaufenen Jahr auf Höchstwert

Wien (OTS) – Innenminister Gerhard Karner, Generaldirektor für die
öffentliche
Sicherheit, Franz Ruf, und der Direktor des Bundesamts für
Fremdenwesen und Asyl (BFA), Gernot Maier, präsentierten am 23.
Jänner 2026 die Asylbilanz für das Jahr 2025.

„Ein Asylsystem kann nur dann funktionieren, wenn es streng, hart
und damit auch gerecht ist. Das heißt ganz konkret: Null Toleranz bei
Missbrauch, konsequente Abschiebung von Straftätern und Schutz vor
Überlastung des Systems“, betonte der Innenminister. und ergänzt:
„Fast 40 Personen pro Tag mussten Österreich letztes Jahr verlassen –
so viele wie noch nie“. Generaldirektor Franz Ruf: „Die Zahlen zeigen
ganz klar: Wir setzen Ressourcen flexibel und zielgerichtet ein,
erhöhen damit die Sicherheit in unserem Land und stärken den
international abgestimmten Grenzschutz.“

Österreich liegt – gemessen an der Bevölkerungsanzahl –
europaweit nur mehr auf Platz zwölf bei den Asylanträgen. Im Jahr
2025 wurden in Österreich 16.284 Asylanträge gestellt. Das ist der
niedrigste Wert seit 2020 und bedeutet einen Rückgang um 36 Prozent
gegenüber 2024 (25.360 Anträge).

Besonders stark zurückgegangen ist die Zahl der originären
Anträge. 2025 wurden 6.849 sogenannte Erstanträge gestellt. Damit
stammen nur vier von zehn Anträgen von Menschen, die zum ersten Mal
einen Asylantrag in Österreich eingebracht haben. Alle anderen
Anträge betreffen Neugeborene und Folgeanträge, beispielsweise von
afghanischen Frauen, die bereits subsidiären Schutz in Österreich
hatten und aufgrund eines EUGH-Urteils nunmehr Asyl erhalten haben.
Im Vergleich zu 2023 entspricht das einem Rückgang von 84 Prozent.

Maßnahmen zeigen Wirkung: Familiennachzug stark reduziert

Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang ist auch der Stopp des
Familiennachzugs. Während von Oktober bis Dezember 2023 über 3.400
Personen über den Familiennachzug nach Österreich einreisten, waren
es 2025 im selben Zeitraum nur noch 25 Personen.

Höchststand bei Außerlandesbringungen

Im Jahr 2025 mussten 14.156 Menschen Österreich verlassen. Das
entspricht rund 40 Personen am Tag. Immerhin rund 4.000 der
Abgeschobenen hatten zuvor einen Asylantrag in Österreich gestellt.
Stellt man die rund 6.850 Erstasylanträge der Zahl von insgesamt
4.000 abgeschobenen Asylwerbern gegenüber, zeigt die Gesamtbilanz
eine reale Belastung von 2.850 Personen, die im vergangenen Jahr neu
dazugekommen sind.

„Auch wenn das die höchste Zahl an Rückführungen ist, die es je
in einem Jahr gegeben hat, sind wir noch nicht zufrieden. Wir müssen
diesen Weg ganz konsequent weitergehen“, sagte Karner.

BFA-Direktor Gernot Maier ergänzte: „Das ist keine Entwicklung,
die von alleine kommt. Das ist eine Entwicklung, bei der wir sehen,
dass wir einen deutlich größeren Rückgang als andere europäische
Staaten haben. Wir sehen hier die Früchte unserer massiven Bemühungen
auf allen Ebenen.“

6.801 der Abgeschobenen (48 Prozent) wurden zwangsweise außer
Landes gebracht. Knapp jede zweite Person war ein verurteilter
Straftäter. 7.355 Menschen (52 Prozent) verließen Österreich
freiwillig und eigenständig.