80 Jahre Befreiung: Lernen und Erinnern in Mauthausen und Gusen – Österreichs größte Fortbildung zur Holocaust Education

Wien (OTS) – 2025 jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs, die
Befreiung vom
Nationalsozialismus und die Wiedererrichtung eines demokratischen
Österreichs zum 80. Mal. Österreichs Bildungsagentur OeAD nahm dies
mit seinem Programm ERINNERN:AT als Ausgangspunkt seines diesjährigen
Jahresschwerpunkts: „80 Jahre Kriegsende. Befreiung. Neuanfang?“. Als
Höhepunkt der Aktivitäten findet vom 13. bis zum 15. November 2025
das „Zentrale Seminar“ vom OeAD mit seinem Programm ERINNERN:AT an
der Gedenkstätte Mauthausen statt. Es ist dies die jährlich größte
Lehrkräftefortbildung zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust im
Auftrag des Bildungsministeriums.

Der OeAD und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen pflegen seit
Jahrzehnten eine enge Kooperation. Im Gedenkjahr 2025 wird die
inhaltliche Vernetzung der Institutionen besonders sichtbar. Im
September fand das 16. Dialogforum, die wissenschaftliche Konferenz
der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, in Kooperation mit dem OeAD statt,
nun folgt das Zentrale Seminar von OeAD-ERINNERN:AT, das gemeinsam
ausgerichtet wird.

Unter dem Titel „Orte der Befreiung – Orte der Erinnerung – Orte
des Lernens“ widmet sich die Fortbildung den Geschichten der
ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und Gusen, speziell nach
1945. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die in diese Geschichten
involviert waren, in erster Linie die befreiten KZ-Häftlinge.
Lehrkräfte aus ganz Österreich kommen zusammen und befassen sich mit
wissenschaftlichen Aspekten sowie der pädagogischen Vermittlung des
Themas.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hebt hervor: „Wir haben uns
im Regierungsprogramm der Stärkung der Erinnerungskultur
verpflichtet. Wir werden dabei aber nicht nur unseren Verpflichtungen
gerecht werden, sondern weit darüber hinausgehen, um aktiv neue
Impulse zu setzen, innovative Projekte zu unterstützen und die
Erinnerungskultur nachhaltig in unserer Gesellschaft zu verankern.
Dabei kommt den Lehrkräften eine zentrale Rolle zu, weil sie
wesentlich dazu beitragen, historische Ereignisse und deren
Bedeutungen im Bewusstsein der jungen Generation lebendig zu halten.
Durch ihr Engagement und ihre pädagogische Arbeit sind sie nicht nur
Wissensvermittler, sondern auch Wertebotschafter, die dazu beitragen,
dass Erinnerungskultur in unserem Land nicht in Vergessenheit gerät,
sondern zu einem aktiven Bestandteil unserer gemeinsamen Zukunft
wird.“

OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice betont: „Das Erinnern an das
Kriegsende und die Befreiung 1945 ist nicht nur ein Blick zurück,
sondern auch ein Auftrag an die Zukunft. Orte wie die KZ-Gedenkstätte
Mauthausen sind nicht nur stumme Mahnmale, sondern lebendige
Lernräume. Das Seminar ermutigt Lehrkräfte darin,
Gedenkstättenbesuche in ihren Unterricht zu integrieren. Sie können
dabei auf den Mobilitätszuschuss, den der OeAD im Auftrag des
Bildungsministeriums für Gedenkstättenfahrten vergibt, zurückgreifen
sowie auf Lehr- und Lernmaterialien zur Vor- und Nachbereitung, die
ERINNERN:AT und die Gedenkstätte bereitstellen.“

„Wir freuen uns, gegen Ende des Gedenkjahres anlässlich des 80.
Jahrestages der Befreiung so viele engagierte Lehrkräfte an der
Gedenkstätte begrüßen zu dürfen“, erklärt Barbara Glück, Direktorin
der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. „Dank ihrem Einsatz finden jährlich
zehntausende Schülerinnen und Schüler ihren Weg an die historischen
Orte in ganz Österreich. Diese ersten Begegnungen sind entscheidend
dafür, ob sich junge Menschen auch später mit ihrer Geschichte
auseinandersetzen und das Gedenken in die Zukunft tragen werden. Wir
sind gespannt auf den Austausch und stehen als Ansprechpartner auch
darüber hinaus immer zur Verfügung.“

Zwtl.: Schwerpunkt auf Geschichte der Erinnerungsorte und digitale
Vermittlungsangebote

Im Konzentrationslager Mauthausen und seinen Außenlagern waren
zwischen 1938 und 1945 rund 200.000 Menschen aus mehr als 40
verschiedenen Nationen interniert. Sie wurden von den
Nationalsozialisten als Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti,
Homosexuelle, „Asoziale“, Kriminelle oder aufgrund ihrer politischen
oder religiösen Überzeugung verfolgt und ins KZ Mauthausen
deportiert. Mindestens 90.000 Häftlinge überlebten die KZ-Haft nicht.

Das „Zentrale Seminar“ des OeAD bietet Pädagoginnen und Pädagogen
die Möglichkeit, sich mit geschichtlichen Hintergründen und dem
aktuellen Forschungsstand ebenso wie mit der praktischen
Vermittlungsarbeit auseinanderzusetzen. In Workshops lernen
Lehrkräfte konkrete Lernangebote kennen, die der OeAD und weitere
Partner erstellt haben. Dabei wird in diesem Jahr ein besonderer
Schwerpunkt auf digitale Bildungsangebote gelegt. Ebenso geht das
Seminar der Frage nach, wie Social Media Kanäle einerseits für die
historische Vermittlungsarbeit genutzt werden können und wie
gleichzeitig Holocaust-Verharmlosung und -Relativierung auf Social
Media Plattformen wirksam entgegengewirkt werden kann. Exkursionen
führen die Teilnehmenden auf die Gelände der Gedenkstätten und in die
nähere Umgebung: Wie nahmen Täterfamilien die Befreiung wahr? Was
blieb von den ehemaligen Konzentrationslagern bestehen? Was
verschwand? Und wie wird das KZ Gusen als Gedenkort im 21.
Jahrhundert neu gestaltet?

Zwtl.: Österreichs größte Lehrkräftefortbildung zum Thema
Nationalsozialismus und Holocaust

Unter dem Titel „Zentrales Seminar“ wird jährlich vom OeAD mit
seinem Programm ERINNERN:AT im Auftrag des Bildungsministeriums die
größte Lehrkräftefortbildung zum Thema Nationalsozialismus und
Holocaust abgehalten. Das diesjährige Seminar findet in Kooperation
mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und der Pädagogischen Hochschule
Oberösterreich statt. Die Jahresveranstaltung richtet sich an
Lehrpersonen aller Schultypen und Fächer, insbesondere Geschichte und
Politische Bildung, aus ganz Österreich. Das Zentrale Seminar 2025
wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung, vom Nationalfonds
der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, vom
Zukunftsfonds der Republik Österreich sowie vom Land Oberösterreich
und der Deutschen Botschaft Wien.

Zwtl.: Schulen können Förderung für Gedenkstättenbesuche beantragen

Als weiteren Beitrag zur Stärkung der historischen und
politischen Bildung fördert der OeAD, ebenfalls im Auftrag des
Bildungsministeriums, Schulbesuche in den KZ-Gedenkstätten
Mauthausen, Gusen, Ebensee und Melk. Ab dem Schuljahr 2025/26 können
neben den 8. nun auch die 11. Schulstufen einen Mobilitätszuschuss
beantragen, um eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Geschichte
und den Folgen des Nationalsozialismus zu ermöglichen und
demokratische Werte nachhaltig zu vermitteln.

Weiterführende Informationen:

– Zum Seminarprogramm: https://www.erinnern.at/zentrales-seminar-2025

– Zum Zentralen Seminar des OeAD-Programms ERINNERN:AT:
https://www.erinnern.at/bildungsangebote/seminare/zentrales-seminar

– Übersichtsseite zum Jahresschwerpunkt von ERINNERN:AT „80 Jahre
Kriegsende. Befreiung. Neuanfang?“ mit geschichtlichen Hintergründen,
Lernangeboten & allen Veranstaltungen:
https://www.erinnern.at/themen/jahresthema-2025-80-jahre-kriegsende-
befreiung-neuanfang

– Zur Förderung von Gedenkstättenbesuche für Schulklassen:
https://oead.at/de/schule/gedenkstaettenbesuch-mauthausen

– Materialien zur Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen:
https://www.erinnern.at/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/paedagogische-
auseinandersetzung-mit-dem-kz-mauthausen