Haarentfernung

WKÖ-Schultz: „Ohne starken Export gibt es keinen nachhaltigen Aufschwung“

Wien (OTS) – Österreichs Exportwirtschaft hält sich trotz schwieriger
Rahmenbedingungen auf den internationalen Märkten. Im ersten Halbjahr
2026 stiegen die Warenausfuhren um 5,4 Prozent bzw. 5,2 Milliarden
Euro. Das Plus ist erfreulich, angesichts der Preisentwicklung bleibt
die Dynamik aber verhalten. Gleichzeitig sorgen geopolitische
Konflikte, Handelshemmnisse und zunehmender internationaler
Wettbewerb für ein herausforderndes Umfeld.

Die Unsicherheit spiegelt sich auch in einer Sonderauswertung des
aktuellen WKÖ-Wirtschaftsbarometers für die Exportwirtschaft wider.
Mehr als jedes zweite Exportunternehmen (54 Prozent) rechnet mit
einer Verschlechterung des Wirtschaftsklimas, 13 Prozent erwarten
eine Verbesserung.

„Der Export ist einer der wichtigsten Motoren für Wachstum,
Beschäftigung und unseren Wohlstand. Gerade wenn die Binnenkonjunktur
nur langsam in Schwung kommt, brauchen wir starke Exporteure, die
international erfolgreich sind und neue Aufträge nach Österreich
holen. Unsere Betriebe behaupten sich auch unter schwierigen
Bedingungen. Es muss alles getan werden, um ihnen den Rücken
freizuhalten, damit aus Exporterfolgen wieder mehr Investitionen und
Wachstum entstehen können“, sagt WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.

Europa stützt Ausfuhren – US-Zölle, „China-Schock 2.0“ und Nahost
-Konflikt belasten Exportwirtschaft

Die Entwicklung auf den einzelnen Märkten fällt sehr
unterschiedlich aus. Wichtige Impulse kommen aus Europa: Die Exporte
nach Deutschland legten um 5,9 Prozent bzw. mehr als 1,6 Milliarden
Euro zu. In die Schweiz stiegen die Ausfuhren um 12,2 Prozent bzw.
mehr als 590 Millionen Euro, nach Italien um 10,0 Prozent bzw. knapp
640 Millionen Euro.

Auf wichtigen Überseemärkten zeigt sich ein anderes Bild: Die
Exporte in die USA gingen um 4,0 Prozent bzw. rund 270 Millionen Euro
zurück, jene nach China um 6,7 Prozent bzw. rund 170 Millionen Euro.
Der „China-Schock 2.0“ erhöht den Wettbewerbsdruck auf Österreichs
Exportwirtschaft: China fragt weniger Produkte aus hochentwickelten
Volkswirtschaften nach und tritt zugleich auf den Weltmärkten immer
stärker als direkter Konkurrent auf. Staatlich gestützte
Überkapazitäten erhöhen den Preisdruck zusätzlich. Auch der Iran-
Krieg schlägt sich im Außenhandel nieder. Die österreichischen
Warenausfuhren gingen in einige Länder des Nahen Ostens zurück, etwa
nach Saudi-Arabien. Besonders deutlich war der Rückgang in die
Vereinigten Arabischen Emirate mit 31,8 Prozent bzw. rund 130
Millionen Euro.

Wirtschaftsbarometer der Exportwirtschaft: Zurückhaltung bei
Investitionen

Die Unsicherheit zeigt sich vor allem bei längerfristigen
Entscheidungen. Zwar bleiben die Erwartungen der Exportbetriebe bei
Umsatz und Auftragslage positiv, bei den Investitionen überwiegt
jedoch die Zurückhaltung: Nur 14 Prozent planen zusätzliche
Investitionen im kommenden Halbjahr, rund 45 Prozent wollen ihr
Investitionsvolumen reduzieren. Mit einem Erwartungssaldo von minus
31 ist die Investitionszurückhaltung bei Exportbetrieben deutlich
stärker ausgeprägt als in der Gesamtwirtschaft (minus 12). Zwei
Drittel der Exporteure (67 Prozent) wollen ihren Personalstand stabil
halten. 20 Prozent rechnen mit Beschäftigungsabbau, während 13
Prozent einen Zuwachs erwarten.

Für die WKÖ gewinnt daher die Erschließung zusätzlicher
Absatzmärkte weiter an Bedeutung. Großes Potenzial bieten
insbesondere Märkte, mit denen die EU in den vergangenen Monaten
Abkommen abschließen oder bereits vorzeitig anwenden konnte, wie
Indien, die Mercosur-Staaten oder Australien.

„Wenn traditionelle Absatzmärkte schwieriger werden, müssen wir
neue Wachstumschancen erschließen. Indien, Südamerika oder Australien
bieten enormes Potenzial. Jeder zusätzliche Markt, den unsere
Unternehmen erfolgreich erschließen, stärkt den Standort und bringt
zusätzliche Wertschöpfung nach Österreich. Deshalb brauchen wir mehr
und raschere Handelsabkommen und einen möglichst einfachen Zugang zu
neuen Märkten“, so Schultz. Weitere Impulse in der Westbalkanregion
erwartet die WKÖ auch als Folge der EXPO, die nächstes Jahr in
Belgrad stattfinden wird.

AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA unterstützte mehr als 8.500
Exportbetriebe im ersten Halbjahr

Das fordernde internationale Umfeld erhöht auch den Informations-
und Beratungsbedarf der Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2026 führte
die WKÖ-Exportagentur AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA rund 33.000
persönliche Beratungsgespräche mit heimischen Unternehmen.

Hinzu kamen knapp 70 Auslandsreisen mit rund 650 teilnehmenden
Unternehmen sowie etwa 65 internationale Messeauftritte mit mehr als
600 heimischen Betrieben. Mehr als 80 Webinare zu Entwicklungen und
Chancen auf internationalen Märkten erreichten rund 2.600
Unternehmen.

„Für Exporteure ist es heute wichtiger denn je, Entwicklungen auf
ihren Märkten frühzeitig zu erkennen und richtig einzuschätzen. Mit
unseren rund 100 Stützpunkten in mehr als 70 Ländern sind wir nahe an
den Märkten und unterstützen die Unternehmen dabei, neue
Geschäftschancen zu finden und zu nutzen“, sagt Michael Otter, Leiter
der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. (PWK417/ST)