Haarentfernung

FEEI: Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Investitionen entscheiden über industrielle Zukunft

Wien (OTS) – – Aktuelle Zahlen zeigen erste Stabilisierung in der
Elektro- und
Elektronikindustrie, doch Branche bleibt unter Druck: Geopolitische
Unsicherheiten, hohe Kosten und Investitionshemmnisse belasten den
Industriestandort weiterhin.

– FEEI fordert rasche Umsetzung der Industriestrategie 2035 mit Fokus
auf Schlüsseltechnologien, Stärkung kritischer Infrastruktur,
Vergaberecht & Beschaffung nach dem Leitprinzip „Made in Europe &
Partner Countries“.

Die österreichische Elektro- und Elektronikindustrie zeigt nach zwei
Jahren Rezession erste Anzeichen einer Erholung. Auftragseingänge,
Produktionswert und Umsatz entwickelten sich 2025 wieder positiv und
erreichten damit das Niveau von 2022. Auch die jüngsten Zahlen 2026
bestätigen diesen Trend. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung
rückläufig: Die Zahl der Beschäftigten sank 2025 das zweite Jahr in
Folge um 2,0 Prozent , die Branche beschäftigte rund 1.500 Personen
weniger als im Vorjahr. Zudem stellen anhaltende geopolitische
Spannungen, hohe Kosten und zunehmender globaler Wettbewerbsdruck den
Industriestandort weiterhin vor große Herausforderungen.

„Die aktuellen Zahlen sind ein positives Signal, aber kein Grund
zur Entwarnung. Die Industrie braucht jetzt Rahmenbedingungen, die
Investitionen ermöglichen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts
nachhaltig stärken“, betont FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.

Für den FEEI steht fest: Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und
Europas muss stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Elektro- und
Elektronikindustrie erwirtschaftet acht von zehn Euro im Ausland und
steht damit im direkten internationalen Wettbewerb. Gleichzeitig
zählt Österreich mit den dritthöchsten Arbeitskosten im
verarbeitenden Gewerbe zu den teuersten Industriestandorten in der
EU.

Moderate Kollektivvertragsabschlüsse dringend nötig
Ein wichtiges Signal für den Standort war daher auch der jüngste
Kollektivvertragsabschluss der Branche. Mit einer durchschnittlichen
IST-Erhöhung von 2,32 Prozent liegt dieser deutlich unter der
rollierenden Inflation von 3,3 Prozent und trägt dazu bei, die
internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
wiederherzustellen. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
braucht es ausgewogene Lösungen, die sowohl die Kaufkraft der
Beschäftigten als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen
berücksichtigen. Der jüngste KV-Abschluss zeigt, dass dies möglich
ist“, so Hesoun.

Resilienz stärken und kritische Infrastruktur absichern
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verwundbar Europa bei
Energieversorgung, digitalen Netzen, Lieferketten und
Schlüsseltechnologien geworden ist. Für den FEEI ist daher die
Stärkung der Resilienz eine zentrale wirtschafts- und
industriepolitische Aufgabe. Die Unternehmen der Elektro- und
Elektronikindustrie liefern wesentliche Technologien für
Stromversorgung, Digitalisierung oder Industrieproduktion und bilden
damit das Rückgrat der kritischen Infrastruktur.

„Resilienz entscheidet darüber, ob unsere Stromnetze,
Kommunikationssysteme und industriellen Wertschöpfungsketten auch in
Krisenzeiten funktionieren. Investitionen in kritische Infrastruktur
und technologische Schlüsselkompetenzen müssen daher höchste
Priorität haben“, betont Hesoun und fordert die Umsetzung des
Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetzes.

Öffentliche Beschaffung als strategischer Hebel
Ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung europäischer Resilienz liegt in
einer modernen öffentlichen Beschaffung. Die öffentliche Hand
investiert jährlich Milliardenbeträge in Produkte und
Dienstleistungen und verfügt damit über einen bedeutenden Hebel zur
Förderung europäischer Wertschöpfung, Innovation und
Versorgungssicherheit.

„Öffentliche Beschaffung darf nicht ausschließlich nach dem
niedrigsten Preis erfolgen. Kriterien wie Qualität, Innovationskraft
und europäische Wertschöpfung müssen deutlich stärker berücksichtigt
werden“, so Hesoun. Dass der „Made in Europe-Bonus“ ein wirksames
Instrument ist und dass gezielte Anreize europäische Wertschöpfung
fördern, belegen die kürzlich vom Wirtschaftsministerium
veröffentlichten Zahlen zur PV-Förderung: Knapp jeder zweite PV-
Förderantrag in Österreich setzt bereits auf europäische Komponenten
wie Wechselrichter, PV-Module oder Stromspeicher.

Klimaschutz und Wirtschaft gemeinsam denken
Dieses Beispiel verdeutlicht auch, dass wirtschaftliche Entwicklung,
europäische Wertschöpfung und Klimaziele erfolgreich gemeinsam
gedacht werden können. Die Aufhebung des Verbots der CO₂-Speicherung
(CCS) etwa ist besonders für energieintensive Industrien ein
wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Der Fachverband
unterstützt den Vorschlag des Wirtschaftsministers, Klimagesetz, CCS-
Gesetz und UVP-Novelle gemeinsam umzusetzen. „Klimaschutz und
industrielle Wertschöpfung dürfen kein Widerspruch sein. Wir brauchen
Rahmenbedingungen, die beides ermöglichen: ambitionierte Klimaziele
und eine starke Industrie in Österreich“, betont Hesoun.

Privates Kapital für Innovation mobilisieren
Neben wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen und Investitionen in
Infrastruktur sieht der FEEI in der Mobilisierung privaten Kapitals
einen weiteren entscheidenden Erfolgsfaktor für die Zukunft des
Standorts. „Österreich verfügt über ausreichend Kapital, aber zu
wenig davon gelangt in produktive Investitionen. Wer Innovation,
Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss Finanzbildung
fördern und bessere Anreize für langfristige Veranlagungen schaffen“,
erklärt Hesoun. Für den FEEI braucht es daher eine stärkere
Finanzbildung, die Weiterentwicklung des Kapitalmarkts und gezielte
Maßnahmen, um privates Kapital stärker für die Finanzierung von
Innovation, Digitalisierung und industrielle Transformation zu
mobilisieren.

Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen
Die aktuellen Konjunkturdaten zeigen, dass eine Bodenbildung erreicht
werden konnte. Damit aus diesen ersten positiven Signalen jedoch eine
nachhaltige Erholung wird, braucht es entschlossenes Handeln.

„Die Industrie ist das Fundament für Wohlstand, Innovation und
Versorgungssicherheit. Jetzt gilt es, die richtigen Rahmenbedingungen
zu schaffen, damit Europa seine Zukunft aktiv gestaltet, statt nur
auf Krisen zu reagieren“, so Hesoun abschließend.

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Über den FEEI – Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie
Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in
Österreich die Interessen des zweitgrößten Industriezweigs mit rund
300 Unternehmen, 72.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von
23,57 Milliarden Euro (Stand 2025). Gemeinsam mit seinen
Netzwerkpartnern – dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum
Wien, UFH, die Plattform Industrie 4.0, Forum Mobilkommunikation (FMK
), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der
Verband der Bahnindustrie – ist es das oberste Ziel des FEEI, die
Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im
weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. www.feei.at

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