Wien (OTS) – Die hohe Nachfrage nach der kostenlosen
Gürtelrose-Impfung zeigt,
dass Präventionsangebote von der Bevölkerung angenommen werden. Nach
Angaben des Gesundheitsministeriums wurden österreichweit seit Beginn
des öffentlichen Impfprogramms fast 900.000 Dosen des Herpes-Zoster-
Impfstoffs bereitgestellt. Mit Stand 25. August waren rund 633.250
Impfungen im e-Impfpass dokumentiert.
Auch in Niederösterreich ist die Impfbereitschaft groß: „Mehr als
124.000 durchgeführte Impfungen sind ein sehr erfreuliches Signal.
Sie zeigen, wie gut das kostenlose Angebot angenommen wird und mit
welchem Engagement unsere Ärztinnen und Ärzte es umsetzen“, betont
Dr. Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für
Niederösterreich (ÄKNÖ). „Gerade beim Impfen ist die ärztliche
Ordination der ideale One-Stop-Shop: Hier können Impfstatus und
individuelle gesundheitliche Situation beurteilt, offene Fragen
geklärt und die Impfung unmittelbar durchgeführt werden.“
Hohe Nachfrage stellt Bestellsystem vor Herausforderungen
Die große Impfbereitschaft bringt allerdings auch organisatorische
Herausforderungen mit sich. Zuletzt erreichten die ÄKNÖ Rückmeldungen
von Ärztinnen und Ärzten, die bei der Bestellung von Shingrix im
Impfshop der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) nicht oder nicht
ausreichend zum Zug kamen. Dr. Michael Sokol, Leiter des Impfreferats
der ÄKNÖ, sieht darin auch eine positive Botschaft: „Die momentane
Verteilungsproblematik zeigt, wie sehr den Ärztinnen und Ärzten das
Impfen der Menschen in Niederösterreich am Herzen liegt. Trotz
schwieriger Rahmenbedingungen setzen sie sich tagtäglich dafür ein,
ihren Patientinnen und Patienten Impfungen anbieten zu können.“
Die ÄKNÖ nimmt die Rückmeldungen aus den Ordinationen ernst, leitet
Beschwerden an das zuständige Impfreferat der Österreichischen
Ärztekammer weiter und bringt konkrete Verbesserungsvorschläge ein .
„Unser Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die den
tatsächlichen Gegebenheiten in den Ordinationen Rechnung tragen“,
erklärt Sokol. Denkbar wäre etwa, verfügbare Impfstoffmengen nach
transparenten Kriterien auf Bundesländer beziehungsweise Ordinationen
aufzuteilen und Bestellfenster zeitlich zu staffeln. Damit könnten
Zugriffsspitzen reduziert und eine planbarere regionale Verteilung
erreicht werden.
Jetzt geht es für Schlögel vor allem darum, Angebot und Nachfrage
möglichst unkompliziert zusammenzubringen und die in Niederösterreich
verfügbaren Impfdosen rasch zu verimpfen: „Der Impfstoff ist da, die
Impfbereitschaft ist da und unsere Ärztinnen und Ärzte wollen impfen.
Jetzt müssen die Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass die
vorhandenen Impfstoffe möglichst rasch und unkompliziert bei den
Patientinnen und Patienten ankommen.“
Kostenlose Impfstoffe und ärztliche Beratung gehören zusammen
Die kostenlose Bereitstellung des Impfstoffs ist für Schlögel ein
wichtiger Schritt, für eine erfolgreiche Impfstrategie brauche es
aber mehr: „Eine Impfung beginnt nicht erst mit dem Stich. Ärztinnen
und Ärzte kennen ihre Patientinnen und Patienten und ihre
gesundheitliche Situation. Sie informieren über Nutzen und mögliche
Risiken, beantworten Fragen und können Vorbehalte im persönlichen
Gespräch ausräumen.“
Daher müsse neben dem kostenlosen Impfstoff auch die ärztliche
Beratung entsprechend berücksichtigt werden . „Wer die
Durchimpfungsrate nachhaltig erhöhen möchte, muss auch das ärztliche
Beratungsgespräch entsprechend honorieren“, fordert Sokol.
Ordinationen als One-Stop-Shop stärken
Für Sokol bleibt die ärztliche Ordination daher die zentrale
Anlaufstelle: „Beratung, medizinische Beurteilung und Impfung finden
hier an einem Ort statt. Dieser One-Stop-Shop ist für unsere
Patientinnen und Patienten die praxisnahe Lösung. Gerade die
derzeitige Situation zeigt, welchen entscheidenden Beitrag die
Ärztinnen und Ärzte zu einer funktionierenden Impfversorgung
leisten.“ Abschließend dankt Sokol der Kollegenschaft: „Mein Dank
gilt allen Ärztinnen und Ärzten, die sich trotz der Schwierigkeiten
bei Bestellung und Verteilung weiterhin mit großem Engagement dafür
einsetzen, dass möglichst viele Menschen geimpft werden können.“