Wien (OTS) – „Mit der Entscheidung, Plakate von einem christlich-
fundamentalistischen Verein während des Pride Month anzubringen und
diese unter Berufung auf die Meinungsfreiheit zu verteidigen, hat
Gewista eine rote Linie überschritten. Die Plakate führen auf eine
Webseite mit queerfeindlichen Botschaften. Es geht hier nicht um eine
kontroverse politische Debatte, sondern um die öffentliche
Diffamierung queerer Personen“, kritisiert der LGBTIQ+-Sprecher der
Grünen, David Stögmüller, und weiter: „Wer Menschen aufgrund ihrer
sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität pauschal als ,Sünde‘
bezeichnet, betreibt aktive Ausgrenzung – dafür darf es keine
kommerzielle Werbeplattform geben.“
Peter Kraus, Parteivorsitzender der Wiener Grünen und erster
offen schwuler Stadtrat Wiens, betont: „Gewista hat sich bewusst
dafür entschieden, diesen Sujets eine prominente Bühne im
öffentlichen Raum zu geben. Die meisten Plakate wurden in Wien
angebracht. Das ist keine neutrale Dienstleistung, sondern eine
aktive Entscheidung, queerfeindlichen Botschaften Sichtbarkeit zu
verschaffen. Die Meinungsfreiheit verpflichtet kein privates
Unternehmen dazu, diskriminierende Inhalte zu verbreiten. Umso
befremdlicher wirkt diese Entscheidung bei einem Unternehmen, dem
laut ,Der Standard‘ eine Nähe zur SPÖ nachgesagt wird. Dem Bericht
zufolge hält die SPÖ-nahe Stiftung Wiener Arbeiterheime Anteile an
der Gewista.“
„Gerade während des Pride-Month sendet diese Entscheidung ein
fatales Signal an tausende lesbische, schwule, bisexuelle, trans-,
intergeschlechtliche und queere Menschen in Österreich. Während
Hasskriminalität gegen LGBTIQ+-Personen zunimmt und ein lückenloser
Schutz vor Diskriminierung, die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans
gegen Hate Crime sowie das Verbot von Konversionsmaßnahmen immer
wieder eingefordert wird, bietet die Gewista ausgrenzenden
Botschaften eine prominente Werbefläche“, sagt der LGBTIQ+-Sprecher
der Grünen, David Stögmüller.
Abschließend fordern Stögmüller und Kraus Konsequenzen: „Gewista
ist aufgefordert, ihre Entscheidung zu überdenken und klare ethische
Standards für Werbeinhalte festzulegen. Meinungsfreiheit ist ein
Grundpfeiler der Demokratie. Sie bedeutet aber nicht, dass
Unternehmen verpflichtet sind, Hass und Diskriminierung eine Bühne zu
bieten. Wer Verantwortung für den öffentlichen Raum trägt, muss auch
Verantwortung für dessen Inhalte übernehmen.“